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Etwas, was wir wirklich, wirklich lesen wollen
Fridhjof Bermann ist Philosophie Professor und Begründer von Zentren der Neuen Arbeit.
Sein neues Buch befasst sich mit dem Thema Arbeit, Neue Arbeit!
Zuerst analysiert er in seinem 433 starkem Buch das aktuelle Lohn- und Arbeitssystem, nach dem heute viele Länder arbeiten. Er beschreibt die Pathologie des Lohnarbeitssystems und kritisiert die oftmals behauptete These, „Arbeitslosigkeit sei eben die Krankheit des Lohnarbeitsystems und eine niedrige Arbeitslosigkeit entspreche quasi der normalen Körpertemperatur". Dabei geht er in die eigentlichen Motive der Arbeit ein, warum wir sie gerne oder eben sehr ungern verrichten. Auch die Frage, warum und ob überhaupt Arbeitsplätze knapp sind, beantwortet Bermann in seinem Buch.
In seinen „ersten Schritten" in Richtung Neue Arbeit, beschreibt Bergmann, wie man zu seiner „Selbstbestimmung" durch die Neue Arbeit kommen kann. Zwischen „ökonomisch gangbarem" und „sozial gewolltem", skizziert Bergmann das Prinzip Neue Arbeit.
In seinem Kernkapitel „Arbeit, die wir wirklich, wirklich wollen" beschreibt Bergman konkreten Handlungsspielraum für jeden Menschen. Anhand von vielen Praxisbeispielen erläutert er die konkrete Umsetzung bereits gelebter „Neuer Arbeit". Er beschreibt wie Menschen neue Unternehmen gründen, sich interdisziplinär zusammenschließen, qualifizieren und neue Technologien auch für sich nutzen. Kernanliegen ist aber dabei immer, dass die Menschen wirklich das tun, was sie wirklich tun wollen. Aber nicht nur Arbeit mit hohem technischen Anspruch werden praktiziert, sondern auch ganz konkrete Projekte von Menschen, die im Elend leben. So z.B. verschiedene Sozialprojekte in Randgruppenbereichen.
Bergmann zeigt in seinem Buch, dass die Neue Arbeit wirklich in allen Lebensfeldern fruchtbar ist und sein kann. Der Mensch an sich „müsse finden, was er wirklich, wirklich ernsthaft wolle". So finden Arbeitslose Menschen wieder Arbeit in Aufgabengebieten die sie zwar nicht gelernt, aber wirklich, wirklich machen wollen.
In seinem vierten Kapitell beschreibt Bergmann all die Wirtschaftsformen, die bisher bereits umgesetzt oder kurz vor der Umsetzung stehen. Dies ist eine vielfältige Bandbreite. Ausgehend von Einmannbetrieben und Unternehmern aus Wirtschaft, Kunst und Technik, bis hin zu neuen Industriezweigen, ist alles dabei.
In seinen beiden letzten Kapiteln beschreibt der Autor den Weg, den jeder selber gehen muss, um seine eigene Neue Arbeit zu finden und deren Früchte ernten zu können.
Ein Sachbuch, welches in keinem Bücherschrank fehlen darf und sich wie ein spannender Roman liest.
Dieses Buch würde mehr und schneller bezwecken, was Hartz IV und viele andere Arbeitslosenprogramme versuchen: Den Menschen wieder die Arbeit zu verschaffen, welche sie wirklich, wirklich wollen!
Schenkt den Menschen dieses Buch, ob in oder ohne Arbeit. Es ist nicht nur billiger, sondern auch effektiver und löst unsere Probleme wirklich!
Ein gelungener Griff aus dem Hause Arbor. [b.z.]
Neue Arbeit? Aber was? Haben wir die "Armut der Begierde" überwunden, das heißt wissen wir was wir wirklich wirklich tun wollen? Allein um die Frage des 3. Kapitels ernsthaft zu stellen, bedarf es einer Menge Frohsinn und Vitalität. Die Frage ist zentral. Bergmann erzählt über seine Erfahrungen in Flint, der Automobilstadt in Michigan. Die Antworten führen zu den zahlreichen Formen neuer Arbeit. Die Bemühungen zielen darauf ab, einen Horizont an neuen Möglichkeiten zu finden, neue Formen und Arten der Arbeit. Ich glaube, in dieser Betrachtungsweise ist ein wesentlicher Teil zu kurz gekommen. Es ist die Einstellung zum Arbeiten, das Bewusstsein das mir die Arbeit schenkt. Ich habe das Gefühl, das der spirituelle oder schöpferische Aspekt der Arbeit hier ausgeklammert wurde. Dazu finde ich passend zu lesen "The Reinvention of Work" von Matthew Fox. So kommt man seinen eigenen Antworten auf "Arbeit, die wir wirklich wirklich wollen" näher.
Ein wichtiger Bestandteil der Neuen Arbeit wird "High-Tech-Eigen-Produktion" genannt. Der Autor gibt eine Vorstellung, was die enorme Produktivität und die genialen technischen Möglichkeiten schon heute und erst recht in Zukunft bedeuten werden. Maschinen produzieren nahezu ohne menschliche Arbeit alle wirklich notwendigen materiellen Dinge im Leben eines Menschen. Mit dem "Personal Fabricator" zeigt Bergman zum Beispiel auf, welche neue Arbeit da auf uns zukommt. Die Art und Weise zu produzieren verändert sich nicht graduell. Keine neue Technologie zur Produktion von Gütern für die Massen. Mit den neusten technischen Errungenschaften wird sich die Produktion von Gütern dem Wesen nach verändern. Neue Arbeit ist dann die Erzeugung von allerlei Dingen durch die Masse. Damit ist die Brücke errichtet: Von einer auf die Kolonialisierung der Menschen-Seelen bestimmten Logik der Produktion und des Konsums (die Verwertung, das zu Geld machen, dem Geld wegen), hin zu einer Ökonomie der Neuen Arbeit, die weit über das moderne Verständnis von "wirtschaften" und Arbeit hinausgeht.
Arbeit wird zu Beginn dieses Jahrhunderts, wie schon am Anfang des letzten Jahrhunderts, zum wichtigsten Thema. War es früher ein ökonomisches Problem der Arbeiterschicht, so wird es heute viel mehr zur kulturellen Dimension aller industrialisierten Regionen. Jedermann sieht, dass die herkömmlichen Arbeitsgelegenheiten einfach weiter ziehen oder wegrationalisiert werden. Zurück bleiben die Menschen. Das trifft alle, in jeder sozialen Schicht.
Die Neue Arbeit wird mit entscheiden über das Gesicht einer Gemeinschaft in der wir leben. Frithjof Bergmann macht mit diesem Buch den Anfang auf eine einfache und zuversichtliche Art sichtbar.
Und ganz am Rande ist dieses Buch ein Muss zu lesen, für alle, die sich nicht von den jüngsten Heilsversprechen über so genannte Selbständigkeit und Ich-Unternehmertum verblenden lassen, für jene die ihr Glück in post-modernen Selbstfindungsprojekten suchen oder gar ihren Lebensunterhalt als eigenverantwortlich handelndes Artefakt in Unternehmen verdienen müssen. Die Wahrheit ist: Es gibt sie, die machbaren Alternativen. Dieses Buch beschreibt einige Möglichkeiten.
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