Wer einen neuen Komposthaufen anlegt, braucht Geduld, bis der erste Dünger fertig ist. Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Asseln, Tausendfüßer, Käfer sowie unzählige Mikroorganismen zerkleinern die gesammelten organischen Abfälle und produzieren daraus wertvollen, nährstoffreichen Humus. Diesen kann man dann für die eigenen Pflanzen verwenden. Dafür kann man locker ein bis zwei Jahre einplanen. So viel Zeit wollte ich nicht investieren. Ich baue und pflanze viel selbst an. Abgesehen davon sieht ein offener Komposthaufen auch fürs Auge nicht wirklich schön aus. Wir wohnen in einer Gegend, in der durchaus Waschbären unterwegs sind. Die wollen wir möglichst auch nicht anziehen.
Darum entschied ich mich für den hochwertigen Thermo-Komposter "Handy": Die Wärme, die während der Zersetzungsprozesse entsteht, kann daraus nicht entweichen. Das ist der Vorteil bei einem geschlossenen System. Schon in zwei bis drei Monaten verwandelt sich der Bioabfall in fertigen Dünger. Mit 470 Liter Fassungsvermögen müsste er für meinen mittelgroßen Garten genau richtig sein.
MATERIAL UND VERARBEITUNG
Der umweltfreundliche Thermo-Komposter von Neudorff besteht komplett aus Recyclingkunststoff. Er trifft in Einzelteilen ein, die sich sehr einfach zusammenbauen lassen. Dafür benötigt man keinerlei Werkzeug! Man stellt die Seitenteile nebeneinander, verbindet sie mit Halteklammern und fixiert am Ende die beiden Deckelhälften. Gedauert hat es ungefähr eine Viertelstunde (und ich habe sogar noch Fotos dabei gemacht).
Die Qualität der Thermo-Komposters selbst ist hervorragend! Fertig aufgebaut steht er absolut sicher. Grund zu der Befürchtung, dass ein Sturm ihm zum Verhängnis werden könnte, gibt es nicht: Fest und stabil bleibt er an seinem Platz.
Wir haben einen schattigen Ort direkt im Garten ausgesucht, der leicht zugänglich und gut über einen kleinen Weg erreichbar ist. So lassen sich Gartenabfälle bequem entsorgen. Bodenkontakt ist gegeben, und mit dem eingesetzten Mäusegitter werden hoffentlich auch die kleinen ungebetenen Gäste ferngehalten.
LIEFERUMFANG
Zum Lieferumfang dieses Handy 470 Liter gehören ein Mäusegitter sowie eine Flasche Radivit Kompost-Beschleuniger. Besonders praktisch: Für diesen ist extra eine Halterung am Komposter selbst vorgesehen. Man hat ihn bei Bedarf also sofort zur Hand und muss nicht lange danach fahnden bzw. überlegen, wo man ihn abgestellt hat. Kleiner Minuspunkt: Ist der Behälter voll, rutscht er aufgrund seines Gewichtes nach unten.
Weiterhin liegt eine Gratisbroschüre mit vielen Informationen und wichtigen Tipps rund um die erfolgreiche Kompostierung bei. In diesem anschaulich gestalteten Ratgeber wird erklärt, wie der Vorgang des Kompostierens funktioniert. Man erfährt, was in den Kompost gehört und was nicht, wie man dafür sorgt, dass es genug Feuchtigkeit im Innern des Silos gibt und was man mit dem fertigen Kompost anfangen kann. Hilfreich sind auch die speziellen Kompost-Rezepte.
KOMPOSTIERUNG
Bei uns gibt es eine Menge zu kompostieren: Garten und Grundstück sind mittelgroß, dazu kommen die üblichen Küchenabfälle eines Vegetarier-Haushalts und immerhin kompostierbares Katzenstreu von vier Stubentigern. Da fällt allerhand an. Im Herbst haben wir vorsorglich Material gesammelt, darunter trockenes Laub, Gehölzhäcksel und Reste vom Heckenschnitt, um den neuen Komposter in Betrieb nehmen zu können. Es ist besser, gleich mit einer größeren Menge zu beginnen. Erde, Zweige, Laub, Heu und Gehäckseltes haben wir im Wechsel mit Bioabfällen eingefüllt. Um sicherzugehen, dass die Bioabfälle nicht zu feucht sind, verwenden wir immer ein paar Lagen Zeitungspapier im Innern des Eimers.
Der Radivit Kompost-Beschleuniger kam auch zum Einsatz. Denn für Kompostwürmer, die man ebenfalls bestellen kann, ist es momentan zu kalt. Wir wollten allerdings nicht bis zum Frühjahr mit der Inbetriebnahme des Komposters warten. Es wäre schade gewesen, die Bioabfälle nicht entsprechend zu nutzen. Das heißt natürlich auch: Wir müssen selbst umschichten, denn das organische Material muss feucht sein und die Sauerstoffzufuhr stimmen. (Diese Arbeit würden sonst die Kompostwürmer in Eigenregie übernehmen.)
Das Silo füllt sich zügig. Denn kompostierbar ist letztendlich alles, was organischen Ursprungs ist: Garten- und Küchenabfälle, Obstreste, Kaffeesatz und Teereste (auch im Filter bzw. Beutel). Selbst Eierschalten kann man hinzugeben, allerdings nur gut zerkleinert. Es dauert sehr lange, bis diese zersetzt ist. Verwelkte, vertrocknete Blumen, auch Asche aus dem Kamin oder Küchenrolle lassen sich gut kompostieren. (Knifflig ist es bei Schalen von Zitrusfrüchten, z.B. von Orangen und Mandarinen. Meistens wird empfohlen, sie wegen der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nicht in den Kompost zu geben.)
FAZIT
Der Thermo-Komposter "Handy" macht seinem Namen alle Ehre: Er ist ungemein praktisch. Die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall! Dank der schönen grünen Farbe fügt er sich unauffällig in den Garten ein. Vorteilhaft bei der täglichen Nutzung ist, dass man beide Deckelhälften öffnen kann: So lassen sich volle Eimer bequem ausleeren, man kann sehr gut schichten und hat die volle Kontrolle, welcher organische Abfall an welche Stelle eingefüllt wird. Wir sind begeistert!