Bekanntlich gewinnt nicht immer die beste Idee. Diese schmerzliche Erfahrung macht im Laufe seiner Karriere auch jeder Werber. Aber mit den Jahren findet man sich teilweise damit ab und verbessert seine Präsentationskünste so, dass die Erfolgsquote automatisch steigt. Der ehemalige Kreativdirektor der internationalen Werbeagentur BBDO hat wie so viele seiner Branche ein weiteres Tätigkeitsfeld gesucht. Nun entwickelt er TV-Formate, moderiert und lehrt Menschen die Kunst des Präsentierens. Mit seiner beruflichen Biographie unterscheidet sich Danz von anderen Autoren solcher Bücher. Das merkt der Leser zuerst mit den Augen, hält er doch ein Sachbuch in den Händen, das auch durch sein Layout besticht. Schließlich wollen Werber verführen und nicht belehren.
Viel Neues entdeckt man aber auch inhaltlich. Obwohl Gerriet Danz das Präsentieren natürlich nicht völlig neu erfindet und seinem Publikum die alt bewährten Grundregeln nicht vorenthalten will, legt er die Schwergewichte anders, macht auf leicht übersehbare Details aufmerksam und reichert seinen Stoff mit anschaulichen Beispielen an. Eingeschworene Gegner des Verführens werden sich zwar an einigen Formulierungen stoßen und Manipulation des Unbewussten wittern. Aber wer von einer Idee überzeugt ist, wird sich kaum aufregen, wenn er sie seinem Publikum mit einer besseren Präsentationstechnik verkaufen kann. Nach den ersten neun Steps zur besten Präsentation des Lebens stellt der Autor denn auch die Suggestivfrage "Wie alle präsentieren? Ich bin doch nicht blöd!"
Etwas seltsam mutete mich an, dass Gerriet Danz ebenfalls der dummen Mode verfällt, Wörter mit einem Copyright zu versehen. Also aufgepasst! Wer künftig "Quermacher" oder "Kreatorik" verwendet, muss zuerst Danz um seine Einwilligung fragen. Hätte ihm beinahe einen Bewertungsstern gekostet, wenn ich vom Inhalt und seiner Darbietung nicht so überzeugt wäre. Denn auch seine 19 Werbe-Erfolgstechniken für Präsentationen bringen die Sache auf den Punkt. Zumal er die Leser dazu ermuntert, Geschichten zu erzählen, selber zu illustrieren und Metaphern zu verwenden. Wie lang langweilig ist und wie man die Aufmerksamkeit des Publikums gewinnt, wird dann unter der Eigenmarke "Kreatorik" abgehandelt. Danach folgen 30 fertig zubereitete Chili-Ideen und Fakten zur Sprache, Körpersprache, Beamerpräsentationen, Lampenfieber und Unterbrechungen. Auf der Ziellinie angekommen gibt es schließlich noch die Quintessenz in sieben Botschaften und Inspirationsquellen für Übungswillige.
Mein Fazit: Von den vielen Präsentationsbücher, die im Laufe der Jahre auf meinem Tisch landeten, ist das von Gerriet Danz sicher eines der schönsten, innovativsten und wahrscheinlich wirkungsvollsten. Unterhaltsam geschrieben und mit vielen Tipps aus dem harten Alltag eines Werbers, der seine besten Ideen zuerst Mal verkaufen musste, bevor er sie realisieren konnte.