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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Notizen eines bahnfahrenden Jungautors,
Von
Rezension bezieht sich auf: Netzkarte: Roman (Taschenbuch)
Keine Ahnung, warum der Piper-Verlag damals das Manuskript zu diesem Buch nicht abgelehnt hat. Allenfalls hätte ein wohlmeinender Lektor antworten können, die Idee mit dem ziellosen Bahnreisen in Deutschland sei ja ganz gut, eine Reihe von Beobachtungen zeigten auch, dass durchaus die Fähigkeit zu treffenden Formulierungen vorliege, aber das ganze Manuskript müsse noch einmal gründlich überarbeitet werden.So, wie das Buch jetzt vorliegt, kann es jedenfalls nicht überzeugen. Es ist aus Notizen entstanden, die der Ich-Erzähler (=Autor?) sich beim Bahnfahren gemacht hat. Darunter sind hübsch formulierte und interessante Beobachtungen, aber so richtig klar wird die Psychologie des jungen Mannes nicht. Was stört ihn eigentlich am Lehrer-Dasein? Nur die Tatsache, dass man da arbeiten muss? Was für ein Verhältnis hat er zu seinen Unterrichtsfächern (welche überhaupt?), zur Instutition Schule, zu Kollegen und Schülern? Ist es weder dem Ich-Erzähler noch dem Autor aufgefallen, dass dieser Junglehrer nicht nur ständig Frauen erobern will, sondern offenbar eine Vorliebe für "Mädchen", für Schülerinnen hat, so dass es nicht verwundert, dass die schließlich erwählte Judith eine 17jährige Gymnasiastin ist? Und was geht da in dem Ich-Erzähler vor? Wie erfahren es nicht, ebensowenig, wie er plötzlich zum Film kommt und wie er sich da fühlt und weshalb er dort wieder aufhört. Und wieso kann er am Schluss als Dressur-Reitlehrer arbeiten, wo doch ein Faible für Pferde nie eine Rolle gespielt hat? Kurzum: Man hat das Buch schnell durch, aber viel bleibt nicht hängen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Abschiedsfahrt von der Jugend,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Netzkarte: Roman (Taschenbuch)
Ole Reuter ist Referendar und steht kurz vor seinem zweiten Staatsexamen. Danach wartet das Berufsleben als Lehrer. Als Lehrer? Ole Reuter kann sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden. Festlegen kommt gar nicht in die Tüte. Also kauft sich Ole eine Netzkarte der Bundesbahn. Einen Monat kann man damit in der Republik hin- und herfahren. Vor allem muß man sich zu Fahrtbeginn nicht auf ein Ziel festlegen. So wird die Netzkarte zum Symbol für eine Lebenshaltung, die alles mitnehmen und sich darum auf nichts einlassen will. Ole Reuter ist also in der Republik unterwegs - er ist auf der Suche: nach Erlebnissen, Städten, Frauen und nicht zuletzt nach sich selbst. Und was in Zügen der Bundesbahn so alles an Bekanntschaften lauert, erstaunt den Leser. Besonders Judith scheint eine ernstere Sache zu sein. Köln wird so desöfteren Oles Endstation. Doch nicht zu vergessen die Bäckerstochter aus Jerxheim, einen fixen Traum des Referendars, dem er wie so vielen anderen hinterherfährt. Erste Klasse reist allerdings der Leser dieses Buches, der die Fahrt nicht bereuen wird! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Unspektakuläre , aber aufmerksame Betrachtungen,
Rezension bezieht sich auf: Netzkarte: Roman (Taschenbuch)
"Netzkarte" spielt zunächst in den 70er Jahren der alten BRD und handelt von dem kurz vor dem Examen stehenden Pädagogikstudenten Reuter, der mittels Netzkarte relativ wahllos durch das Bundesbahnland fährt. Das paßt zu ihm, der sich "nicht festlegen" kann und auch die Entscheidung einer Berufswahl scheut. Auch Bekanntschaften bleiben nur flüchtig, er läßt sich auf nichts ein.Einige Jahre später, Reuter hat sein Studium nicht beendet und pendelt unentschlossen zwischen einer Beschäftigung beim Film und einem Job als Taxifahrer hin und her, fährt er abermals mittels Netzkarte und Kursbuch durchs Land, wobei er bereits feststellt, daß sich entweder seine Wahrnehmung oder die Welt geändert hat - oder beides. Der Vorsatz, sich diesmal auch mit Menschen auseinanderzusetzen, wird zumindest teilweise verwirklicht und der Autor begreift schließlich auch den persönlichen Hintergrund seiner Reise: der Fortschrittsglaube seiner Vorväter kann so nicht weitergehen, "die Enkel und Urenkel müssen sehen, daß einiges wieder langsamer wird und anderes gerechter, das ist viel Arbeit". Auf der Fahrt zurück nach Hause - und evtl. auch zu sich selbst - fühlt sich Reuter immerhin "glücklich" und macht "allerlei Pläne". Nadolnys späteres Thema 'Langsamkeit' schimmert hier bereits deutlich durch; das Buch ist unspektakulär, bietet aber aufmerksame Betrachtungen und Beobachtungen aus einer Zeit, die es so nicht mehr gibt: die der früheren, im Nachhinein fast heimelig anmutenden BRD mit ihren (zu heute / 2008) vergleichsweise harmlosen Problemen. Fazit: Ein schönes kleines Buch, das zum Beobachten und Kontemplieren anregt - nicht nur im Zugabteil. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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