Neben dem Überblick über den Aufbau von NetBeans in Kapitel zwei und drei findet man ein Kapitel zu Aktionen, zur Datenverwaltung und dem Anzeigen von Daten, dem Erstellen von grafischen Komponenten; andere Kapitel beschreiben den allgemeinen Aufbau von Anwendungen oder das Lookup-Konzept, mit dem Instanzen von Objekten übersichtlich verwaltet werden können.
Wie viele andere Autoren spielen aber hier auch Web-Services, Persistenz und Internationalisierung eine große Rolle. Besonders hervorzuheben ist ein Teil des dreizehnten Kapitels, in dem es um die Kompatibilisierung von objektorientierten und relationalen Datenbanken mit Hilfe von Hibernate geht.
Insgesamt also kann das Buch mit einem guten Rundumschlag und einem interessanten kleinen Projekt aufwarten, nach dessen Fertigstellung ein netter mp3-Player läuft und natürlich rasch erweiterbar ist.
Wer sich mit Java nicht so gut auskennt, sollte sich viel Zeit lassen. Diese Kenntnis setzt der Autor voraus.
Das Buch ist gut geschrieben. Bei der Beschreibung hapert es allerdings ab und zu an der nötigen Präzision, um glatt durch die Kapitel zu gehen und jeweils am Ende den gewünschten Erfolg zu haben: Es sind kleine Abweichungen; so steht mal Menü, wenn nicht irgendeins der drei Menüs gemeint ist, sondern das Kontextmenü; so wird mal eine notwendige Zeile zur Implikation einer Programmbibliothek nicht angegeben. Andererseits wird man hierdurch selbst aktiv, probiert aus, verirrt sich – nie zu weit - in den Möglichkeiten, die NetBeans sonst noch bietet, und entdeckt Bestandteile, die Böck draußen gelassen hat. Vermutlich sind diese Lücken ungewollt. Da sie aber sehr begrenzt sind und sich meist rasch durch Hirneinschalten beheben lassen, durchaus brauchbar.
Ein wenig weiter nach links und rechts in all die Möglichkeiten von NetBeans hätte Böck allerdings schauen dürfen. Manchen guten Tipp und manchen erleichternden Trick holt man sich dann eben doch wieder bei den Tutorials auf der englischsprachigen Seite von NetBeans.
Dem Buch liegt eine CD-Rom bei, die die aktuelle Java-, NetBeans- und Hibernate-Version enthält, zudem alle Beispiele aus dem Buch und das Endergebnis des mp3-Projektes. Über die aktuellen Versionen der Sun-Software mag man sich streiten: wer sich mit Java und NetBeans beschäftigt, hat sich diese sicherlich schon aus dem Netz gezogen. Die Beispiele noch einmal mitzugeben ist sicherlich sinnvoll, vor allem, da Heiko Böck lauffähige Versionen mitliefert, für alle die, die dann doch mal bei einer nicht völlig genauen Beschreibung auf dem Schlauch stehen.
Fazit: ein gutes Buch mit leichten Fehlern, sehr schlank oder mager - wie man es sehen möchte -, eine etwas dürftige CD-Rom, und für den deutschsprachigen Programmierer noch weitestgehend ohne Alternative.