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Nesthäkchen im Kinderheim.,
 
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Nesthäkchen im Kinderheim., [Gebundene Ausgabe]

Else Ury
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Gebundene Ausgabe, 1984 --  
Broschiert --  
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 154 Seiten
  • Verlag: Hoch (1984)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3777900850
  • ISBN-13: 978-3777900858
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.207.329 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Else Ury (1877 - 1943) hat mit ihren Nesthäkchen-Büchern, die in hohen Auflagen erschienen, ganze Generationen deutscher Mädchen von ersten Leseversuchen bis ins Erwachsenenalter begleitet. Sie hat die Atmosphäre in einem weltoffenen Berliner Arzthaushalt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und das Denken und Fühlen dieser Menschen anschaulich geschildert. Arzttochter Annemarie, das 'Nesthäkchen', kommt in die Schule, macht Abitur, studiert Medizin, bricht aber das Studium ab, um einen Arzt zu heiraten, bekommt Kinder und schließlich Enkelkinder. Sie ist fröhlich und spontan. Man kann sich mit ihr gut identifizieren.
Eine solche Schilderung entspricht nicht der heute üblichen 'political correctness', in der die Zeit des Kaiserreichs und die Weimarer Republik überwiegend negativ dargestellt wird. Deswegen werden die Bücher von Else Ury, soweit sie überhaupt noch erscheinen dürfen, gekürzt und dem Zeitgeist angepaßt. Das trifft auch für diese Ausgabe zu. Schade! Aber die Bücher sind dennoch lesenswert, wenn man die Original-Ausgaben nicht bekommen kann.
Else Ury ist ein Beispiel für nationalbewußtes, emanzipiertes deutsches Judentum, das durch den Nationalsozialismus ausgelöscht wurde, als man diesen Menschen sagte: "Ihr seid gar keine Deutschen." Else Ury ist nicht emigriert, weil sie ihre alte Mutter nicht im Stich lassen wollte. Sie wurde 1943 deportiert und starb in Auschwitz oder an einem ähnlichen Ort. Ehre ihrem Andenken!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schulalltag vor 100 Jahren 31. Januar 2007
Von Nadine1978 TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Annemarie kommt in die erste Klasse, die nach alter Zählung die zehnte ist. Sie findet schnell zwei Freundinnen, eine brave (Margot) und eine freche (Hilde) - sie selbst ist ja ein Mittelding zwischen den beiden, manchmal artig und manchmal nicht. Margot und Hilde sind ungefähr das, was zu Hause Hans (Annemaries braver Bruder) und Klaus (frecher Bruder) sind.

Das Lernen fällt Annemarie leicht, abgesehen von zwei Sachen: Stricken und Ordnunghalten! Und ab und zu auch das geforderte Benehmen, denn sie ist bekanntlich ein sehr lebhaftes Kind. Bei aller Wildheit, Annemarie ist sympathisch. Sie findet Petzen unfair, sie ist nicht neidisch, als ihre Freundin Margot einmal besser ist als sie und tröstet sie, als sie einmal ein schlechtes Diktat geschrieben hat: "'Nächstes Mal geht es auch nach Sauberkeit, da kommst du sicher über mich!' stellte sie in uneigennütziger Weise in Aussicht." An dieser Stelle habe ich sehr gelacht, wie auch an vielen anderen. Humorvoll sind alle Bände der Reihe. Ich finde es interessant, etwas über den damaligen Schulalltag zu lesen, auch wenn einem heutigen Leser schon auf den ersten Seiten die Haare zu Berge stehen: In Annemaries Klasse sind sage und schreibe 50 Kinder! Einige Regeln der Schule sind zum Glück abgeschafft - z. B. die Rangordnung in der Klasse, nach der die Guten vorne und die Schlechten hinten sitzen. Vieles wirkt aus heutiger Sicht streng, aber ich finde es nicht verkehrt, daß auf gutes Benehmen Wert gelegt wird - und daß in einer Klasse mit 50 Kindern etwas Disziplin sein muß, ist ja wohl klar. Die Erwartungen von Annemaries Eltern sind allerdings sehr hoch, so bekommt Annemarie Ärger, weil sie "nur" Vierte von 50 Schülerinnen ist!

Die Klassenlehrerin mit dem ulkigen Nachnamen Hering ist auch noch aus heutiger Sicht eine nette Lehrerin - sie hat Verständnis für Kinder, duldet aber keine Gemeinheiten, z. B. ist sie dagegen, daß ein Schwerhöriger ausgelacht wird. Auch Petzen lehnt sie ab, sie läßt lieber eine Schülerin hinter ihrem Rücken Grimassen schneiden, als eine Petze zu unterstützen.

Meine Lieblingsstelle in Band 2 ist folgende, in der es um Tiere geht (KEINE Erfindung der Modernisierer, in der Erstausgabe steht dasselbe):

"'Wieviele Beine hat ein Schwein, Ilse?' wandte sich Fräulein Hering an die blondzöpfige Ilse Hermann.
'Vier Stück', antwortete diese richtig.
'Alle Tiere haben doch vier Beine'", schrie es lachend dazwischen. Es war Marlenchen mit den schwarzen Haarschnecken.
'So, Marlenchen, sieh mal, wieviel Beine haben denn die Gänse und Enten?'
'Natürlich vier', rief die Kleine im Ton felsenfester Überzeugung.
Die Klasse schien über diesen kühnen Ausspruch durchaus nicht verwundert. Die meisten der kleinen Stadtkinder waren genau derselben Ansicht wie Marlenchen."

Als Kind bin ich an der Stelle aus allen Wolken gefallen, weil ich das einfach nicht glauben konnte, heute denke ich: Das möchte man doch besorgten Pädagogen vorlesen, die meinen, daß Kinder erst heutzutage keinen Bezug zur Natur mehr haben und meinen, daß in der "guten alten Zeit" alles besser war... :)

Sehr konventionell ist der ständige Ärger wegen Annemaries Zerstreutheit und Unordentlichkeit, ebenso die "Lösung" dafür: Annemarie bekommt einen heilsamen Schock, als ihr Kanarienvogel Mätzchen stirbt, weil sie ihm kein Wasser gegeben hat. Das ist typisch für Mädchenbücher und x-mal zu finden - die Hauptfigur frönt irgendeiner unerwünschten Eigenschaft, bis dann etwas Schlimmes passiert, das aber auch wieder nicht ZU schlimm ist. Wenn durch die Nachlässigkeit der Hauptfigur ein Mensch zu Schaden kommt, wird er natürlich in letzter Minute gerettet - und in diesem Fall ist es ja "nur" ein Haustier, das stirbt. Übrigens finde ich: Am Tod des Kanarienvogels ist nicht Annemarie schuld - die Verantwortung für Haustiere liegt bei den Eltern, sie dürfen sie nicht allein einem kleinen Kind überlassen, vor allem dann nicht, wenn sie genau wissen, daß das Kind zerstreut und unachtsam ist! Das ist das einzige, was mich an dem Buch wirklich ärgert, daher ein Stern Abzug.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Unser Nesthäkchen kommt in die Schule. Dabei erlebt sie lustige Geschichten mit ihren Mitschülern und ihrer Lehrerin"Tante Fräulein Hering".Die Klasse macht sogar einen Ausflug!! Von den anfangs 40 Freundinnen bleibt zwar bloß eine übrig aber das ist ja egal. Als Belohnung für ihre Bemühungen darf Annemarie ein Kinderfest gestalten.
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