Mittlerweile lebt Annemaries Familie harmonisch zusammen, Annemarie hat die Trennung von Tochter Ursel verkraftet, weil nun ihre Enkelin Marietta bei ihr lebt.
Das Buch handelt von Marietta, die ganz anders ist als ihre Mutter Ursel und Grossmutter Annemarie - nicht so lebhaft, sondern eher schuechtern. Sie ist Sozialarbeiterin, zusammen mit ihrer Cousine Gerda. Sie bekommt viel Elend zu sehen und hilft, wo sie kann - und die Kinder aus dem Kinderhort sind sehr niedlich beschrieben! Man sieht und hört die Kleinen geradezu!
Annemarie und Rudolf sind ein verschrobenes altes Ehepaar, das oft genug Krach hat, wenn Rudolf am Radio herumgedreht und es falsch eingestellt hat! Die Radioszenen sind zum Totlachen.
Zwei interessante Reisen von Marietta werden geschildert, die zu Grossonkel Klaus an die Ostsee und eine weitere nach Italien zu den Verwandten ihrer Grossmutter väterlicherseits.
Unangenehm beruehrt hat mich nur, dass die angeblich so warmherzige Marietta ihrer engsten Familie gegenueber, vor allem der Zwillingsschwester, doch recht kuehl und gleichgueltig ist.
Marietta heiratet natuerlich am Ende, aber sie arbeitet weiter! REvolutionär!!!
Gerda heiratet komischerweise nicht - das liess sich wohl nicht mehr unterbringen, es passiert ja schon so viel.
Das Buch hat leider 2 Probleme, einmal die Kuerzung und Modernisierung und dann die historische Logik. Es muss etwa um 1970 spielen, trotzdem fahren in Berlin noch Pferdefuhrwerke und Leierkastenmänner herum! Aber es ist trotzdem sehr gut zu lesen und endet mit einem riesigen, sehr schönen Famiienfest!