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Nervensachen. Perspektiven zu Geist, Gehirn und Gesellschaft
 
 
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Nervensachen. Perspektiven zu Geist, Gehirn und Gesellschaft [Gebundene Ausgabe]

Manfred Spitzer
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 363 Seiten
  • Verlag: Schattauer, F.K. Verlag GmbH; Auflage: 1. Ndr. 2004 der 1. Aufl. 2003 (18. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3794522028
  • ISBN-13: 978-3794522026
  • Größe und/oder Gewicht: 24,9 x 17,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 750.107 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Manfred Spitzer
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wie kann man herausfinden, was Babys denken und wahrnehmen? Was lernen wir schon im Mutterleib? Warum werden Menschen eigentlich so alt? Wovon träumen Ratten? Was bringt uns das Human Genome Project? Wie treffen wir moralische Entscheidungen? Warum spielt man Heuschrecken Szenen aus “Star Wars” vor? Und was passiert im Gehirn, wenn wir Schokolade essen? Das sind nur einige der Fragen, die Spitzer in diesem Buch behandelt – immer mit Bezug auf die neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften und immer engagiert, mit Witz, verblüffenden Einsichten und konsequenten Schlussfolgerungen.

In diesem Buch ist eine Auswahl von Spitzers Arbeiten aus der Zeitschrift “Nervenheilkunde” versammelt und in elf Kapiteln geordnet, zum Beispiel: Geschichten, Entwicklung, Emotionen, Schlafen und Träumen, Neurobiologie und Gesellschaft, Evolution. Spitzer bezeichnet die Artikel selbst als “Appetizer”: Sie reißen ein Thema oft nur an, aber jeder kann mit Hilfe der im Anhang aufgeführten weiterführenden Literatur weiter forschen und denken.

Manfred Spitzer ist leitender ärztlicher Direktor der psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen – und spätestens seit seinem Buch Vorsicht Bildschirm! auch Bestsellerautor. Und er spaltet die Leserschaft: Die einen finden ihn zu populistisch und meinen, dass ein Wissenschaftler nicht auch zu jedem gesellschaftlichen Thema klar Stellung beziehen sollte. Die anderen schätzen ihn dafür, dass er die aktuelle Forschung im Bereich der Neurowissenschaften verständlich, anschaulich und engagiert darstellt und sich auch vor gesellschaftlichen Schlussfolgerungen und Forderungen nicht drückt. Auf jeden Fall regt Spitzer auch mit diesem Buch Diskussionen zu wichtigen Themen an, und man kommt nicht drum herum, selbst mit- und weiter zu denken, um sich eine eigene Meinung zu bilden. -– Und bei aller Kritik, die man an der Darstellungstiefe oder an Spitzers Folgerungen üben mag, kann ein Buch wie dieses die gesellschaftliche Diskussion um die heute für uns alle wichtigen Themen nur voranbringen. -- Gabi Neumayer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

Ein Buch für alle, die über den eigenen Tellerrand blicken wollen. Ein Buch nicht nur, aber sicher vorallem für (werdende) Mediziner, man muß sich nur darauf einlassen. (Iatrogen, Wintersemester 2002/2003)

Spitzer ist einfach spitze! (Jens C. Trüp, Basel ; Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift 5/2004)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
In diesem Buch fasst der renommierte (Neuro-)Psychiater Manfred Spitzer seine in der Fachzeitschrift Nervenheilkunde" erschienenen Kolumnen nach Themenbereichen sortiert zusammen. Teils vermittelt er dabei Wissen aus der neuesten Forschung, teils äußert er sich, aufbauend auf seine Expertise als Hirnforscher, zu politischen Themen. Dabei ist er allerdings als Wissenschaftler und Theorienschmied weitaus besser denn als politischer Ratgeber. Spitzer ist ein brillanter Kopf, das lässt sich auch beim Lesen seiner Bücher kaum bestreiten, allerdings merkt man ihm allzu oft an, dass auch er selbst von seiner Verstandeskraft mehr als überzeugt ist. Seine pointierte und gelegentlich sogar sarkastische Argumentationsweise wirkt mit der Zeit ein wenig penetrant, als ob man zu viel Pesto auf seine Pasta gegeben hätte. Dennoch bleibt das Buch trotz der gelegentlichen Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit des Autors durchaus lesenswert, ist dabei aber weniger fundiert und wartet mit weniger Erkenntnissen aus der Wissenschaft auf als das gleichfalls von Spitzer geschriebene und im Spektrum-Verlag erschienene Geist im Netz". Wer wissen will, welche Schlüsse für das menschliche Leben man aus der modernen Hirnforschung und Psychologie ziehen könnte, kaufe Spitzers Nervensachen", wer mehr Wert auf innovative Gedanken zur Neuro-Psychiatrie legt, bediene sich bei Geist im Netz". Wegen des geringeren Anspruchs: 4 Punkte.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dr. Spitzer erklärt die Welt 13. November 2006
Format:Taschenbuch
Wohltuend an Spitzers Artikelsammlung ist der essayistische Stil und die Fähigkeit des Autors unterschiedliche Sachgebiete meist plausibel miteinander verknüpfen zu können. Die Gefahr bei solchen Ich-erklär-dir-mal-die-Welt-Projekten ist jedoch, in einen neuro-chauvinistischen Reduktionismus zu verfallen. Wie einige seiner bekannten Kollegen hierzulande neigt leider auch Spitzer dazu, in seinem universellen Zuständigkeitsanspruch zu unterschlagen, dass unsere Erlebniswirklichkeit (Qualia) bisher noch nicht aus ihrem neurophysiologischen Substrat abgeleitet oder gar erklärt wurde, so dass seine Urteile in gesellschaftlichen Fragen mehr über die Eitelkeit des Autors als über die Expertise des Wissenschaftlers verraten. Im Übrigen schwankt Spitzers Duktus zwischen lockerem Plauderton, komplizenhaftem Sarkasmus und demonstrativ geerdetem Bildungsbürgertum. Nach manchen Kapiteln fehlt nur noch ein Fazit wie: 'Sehen Sie lieber Leser, auch hochgebildete Wissenschaftler wie ich sind eigentlich ganz normale Menschen'. Aber schließlich hätte man schon aus den Kapitelüberschriften ('Schokolade im Kopf', 'Ketchup und das kollektive Unbewusste') herauslesen können, dass wir es hier mit einem gütigen Onkel Zauberdoktor zu tun haben, der uns mit ins cerebrale Wunderland nimmt, wo 'Heuschrecken, Star Wars und Verkehrssicherheit' geheimnisvolle Verbindungen eingehen.

Auf die Erde bringen einen dann wieder die lobbyistischen Anwandlungen des Verfassers, die vielleicht beim Erstdruck in der Fachzeitschrift am Platze gewesen seien mögen, einen nicht zunftgebunden Leser jedoch zum Überblättern verlocken.
Nichtsdestotrotz geht es in dem Band letztlich um Fakten und daher lässt es sich durchaus mit einigem Gewinn lesen, deswegen auch vier Sterne.
Als eine zusammenhängendere und durchdachtere Darstellung würde ich jedoch Ramachandrans leicht lesbares "Die blinde Frau, die sehen kann" empfehlen
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54 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kurzweilig und kenntnisreich 28. September 2003
Von "ppfi75"
Format:Gebundene Ausgabe
Der vorliegende Text gliedert sich in elf Kapitel und ist im wesentlichen eine Zusammenstellungen aus in der Zeitschrift "Nervenheilkunde" erschienenen kleinen Artikeln, die der Autor in seiner Eigenschaft als Schriftleiter des psychiatrischen Teils dieser Zeitschrift verfasst hat. Am besten ließe sich der Text mit den Worten zusammenfassen: So kurzweilig kann Hirnforschung sein. Dabei folgte der Autor der Annahme, dass Geschichten bisweilen eine ziemliche Macht entfalten. So konnte in einer Studie nachgewiesen werden, dass das Aufschreiben traumatischer Erlebnisse bei Patienten mit Asthma oder rheumatoider Arthritis zu einer klinisch relevanten Symptomreduktion führte. Überschätzen muss man Geschichten deshalb nicht, denn wir wissen aus Hypnoseexperimenten, dass die Probanden eine ausgeführte Handlung, die ihnen zunächst nicht bewusst zugänglich ist und auf einen posthypnotischen Befehl zurückgeht, mit einer mehr oder weniger sinnvollen Begründung versehen. Ähnliches geschieht, wenn man einem Split-brain-Patienten die Aufforderung "walk" als Wortbild in die rechte Hemisphäre projiziert. Seine Begründung für das Verlassen des Raumes ist eine reine Erfindung der sprachproduzierenden linken Gehirnhälfte.
In dieser kurzweiligen Form geht es über mehr als 300 Seiten weiter. So erfahren wir etwa wie Skinner in einer Expertenrunde den Psychoanalytiker und Sozialpsychologen Erich Fromm konditionierte.
Der Leser würde jedoch weiter fehlen, wenn er annimmt es handle sich hier um eine Anekdotensammlung. Vielmehr wird in kurzer Darlegung sehr viel Sachinhalt transportiert. Etwa zur Neuroplastizität unseres Gehirns, wodurch es u. a. einem Dirigenten möglich wird, auch seitlich aufgestellte Schallquellen deutlich zu differenzieren, was einem normalen Musikfreund ebenso wenig gelingt wie einem Pianisten. Und ebenso wie die Neuroplastizität solche Spezialisierung möglich macht, ist sie für den schon von Freud beschriebenen Vorgang der Verdrängung verantwortlich wie überhaupt für die enorme Lernfähigkeit des menschlichen Gehirns. Das beginnt bereits im Mutterleib ab der 20. Woche und kann heute mit "harten Daten" belegt werden. Nachgewiesen ist ebenso, der Mütter mit schwerwiegenden Lebensverhältnissen während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko aufweisen ein Kind mit Missbildungen im Bereich des kranialen Neuralohres zu bekommen. Am deutlichsten ist dieser Zusammenhang, wenn Frauen während des ersten Drittels der Schwangerschaft, der Zeit der Organogenese, ein älteres Kind unerwartet verloren haben.
Schon länger ist bekannt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach der Schlaf u.a. dazu dient, Inhalte des Kurzzeitgedächtnisses in das Langzeitgedächtnis zu überführen. Wer nun wissen will, ob seine Großmutter damit Recht hatte, dass der Schlaf vor Mitternacht der Beste ist, kann hier nunmehr einen wissenschaftlichen Beleg finden. Vor allem was die Schlafhygiene angeht, ist der Prüfling gut beraten, wenn er vor Mitternacht schlafen geht, vorausgesetzt er hat vorher gelernt.
Fast wie nebenbei erfährt der geneigte Leser, dass wir nicht nur über vier, sondern über fünf Geschmacksrezeptoren auf der Zunge verfügen. Unglücklicherweise handelt sich dabei um einen Rezeptor für L-Glutamat, eine Aminosäure, die sehr vielen Lebensmitteln als Geschmacksverstärker hinzugefügt wird.
Spitzer nimmt auch Stellung zu gesellschaftlichen Phänomenen. So führt er Langzeitstudien an, die zeigen, dass die Einführung des Fernsehens durchaus mit einer Erhöhung der Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung einhergeht. Und wer immer noch nicht glauben will, das aggressive Videospiele verheerende Folgen haben können, sei auf den vorliegenden Text verwiesen. Ebenso interessant sind Überlegungen auf hirnphysiologischer Grundlage hinsichtlich der Lernsituation in Schulen und Universitäten. Wer es schon immer geahnt hat, das Lernen und Emotionalität einen wichtigen Zusammenhang haben, der wird einer Veränderung des universitären und schulischen Lernapparates, wie sie der Autor entwirft, nur zustimmen können.
Im letzten Kapitel sind einige heuristische Überlegungen zur Evolution und Psychopathologie zusammengefasst. So wird die These diskutiert, ob die Schizotymie (die man heute allgemein als Schizophrenie-Spektrum-Störung bezeichnet) unter bestimmten evolutionären Bedingungen einen Vorteil darstellt (wie etwa die Sichelanämie gegenüber der Malaria); z. B. könnte sie zum Vorteil gereicht haben, wenn eine Gruppe aus Gründen des Überlebens sich teilen musste und dazu einen Anführer brauchte, der gleichsam unbeirrbar seinen Weg verfolgt. Ob allerdings die Zwangserkrankung auf einen genetischen Defekt zurückgeht, bleibt noch zu erweisen, stellt sich doch immer wieder die Frage inwieweit eine genetisch veränderte Maus, die sich "zwanghaft" das Fell abwetzt bzw. ausreißt mit dem Menschen gleichzusetzen ist. Zur Zeit jedenfalls ist die Hirnforschung die große Hoffnung all derer, die weitgehend die Verantwortung für ihre Lebenseinstellung an andere Umstände delegieren wollen. Wobei zu erwähnen ist, dass der Autor des vorliegenden Textes sein Thema zu differenziert angeht, als das diese Hoffnung wirklich Nahrung erhält.
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