Auf der Basis der Wahrnehmung eigener Gefühle wie Ärger, Unbehagen, Irritationen u.ä. im Kontakt mit anderen Menschen wagt der Autor eine Abhandlung über "schwierige" Personen, die im Titel als "Nervensägen" beschrieben werden. Er orientiert sich dabei primär an den klassischen Typisierungen der Persönlichkeitspsychologie: Narzissmus, Zwangsstörung, Histrionismus ("Hysterie"), Helfersyndrom, Schizophrenie und Paranoia werden anschaulich und lebenspraktisch anhand zahlreicher Beispiele dargestellt und erklärt. Die Aufnahme typischer Kommunikationsmuster und "Spiele" in die jeweiligen Kapitel lassen Kurzweiligkeit aufkommen. Als "Königsweg" im Umgang mit "schwierigen" Personen empfiehlt der Autor durchgängig "Beziehungskredit": Zunächst immer ein ein wenig mitspielen, bzw. geben, was der Andere möchte und dann aber auch Konfrontation und Offenheit.
Für Psychologieunerfahrene zu empfehlen, da ein z.T. humorvoller Einstieg in die Welt psychologischer Phänomene geboten wird. Für "Theoretiker" eine ermutigende Lektüre, da neben Wissen eben der Kontakt und die Auseinandersetzung propagiert wird und für Menschen die Selbsterfahrung bevorzugen auf jeden Fall eine amüsante Lektüre.
Spannend zu erforschen aus der Selbsterfahrungsperspektive wären auf jeden Fall Fragen wie: "Was bringt der "schwierige" Mensch mit, dass es mich so ärgert...? "Welche Facette in mir bringt mein Gegenüber zum Schwingen und was hat das mit mir zu tun?