*Es waren die ersten wirklich schönen Tage des Jahres in Kassel. Mitte Mai. Der Winter hatte sich endlos hingezogen und der Frühling endlos auf sich warten lassen. Schnee von gestern. Heute zeigten die Mädchen freie Bauchnabel und die Jungs trugen ärmellose Shirts. Seit ein paar Tagen standen Stühle und Tische vor den Cafés, die Menschen saßen in der Sonne und sahen glücklick aus...*
Momentan ahnt noch niemand, dass über der Bevölkerung von Kassel eine große Bedrohung schwebt.
Zum Inhalt:
- Eine türkische Frau stürzt in den Tod - Selbstmord oder Unfall !?
- Ein Mann verunglückt mit seinem Auto tödlich, und alles deutet auf Selbstmord hin.
Erst als urplötzlich der Lebenspartner sich zu einer schwulen Partnerschaft bekennt und einen Selbstmord als völlig absurd und undenkbar bezeichnet, beginnt die Polizei zu ermitteln.
Und plötzlich lässt ein anonymer Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Kassel erhebliche Zweifel an der Zufälligkeit der Ereignisse aufkommen.
Anscheinend wird die bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die "Documenta", durch einen Anschlag mit einem hochgiftigen Nervenkampfstoff bedroht - und mit ihr die Ausstellungsbesucher sowie die Einwohner der Nordhessischen Metropole.
Kommissar Paul Lenz steckt urplötzlich in einem hochbrisanten Fall.
**Und wenn es sich bei diesem Brief nicht um die geistigen Ergüsse eines Irren handelt, dann haben wir vermutlich die Pest am Hintern.**
Und tatsächlich: Die Obduktionen der beiden vermeintlichen Selbstmordopfer ergibt, dass beide mit dem Nervenkampfstoff Soman getötet wurden ...
Fazit:
- Die Charaktere entwickeln sich behutsam und sind sympathisch sowie lebensecht gezeichnet.
- Der Spannungsaufbau ist durchaus gelungen, wenn auch zeitweilig etwas zu konstruiert wirkend.
- Das Ende ist spannend und lobenswert, allerdings etwas zu abrupt (sowie in einer entscheidenen Szene/Entwicklung doch sehr unrealistisch). Dieses hat zur Folge, dass die eine oder andere Frage zum Verständnis offen bleibt.
- Dieses schmälert allerdings nicht den Gesamteindruck: Ein wirklich sehr guter Debütroman des Autors Matthias P. Gibert. Und die Aufforderung: Fortsetzung dringend empfohlen!
Beste Grüße -- Reinhard Busse