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Nerds: Wo eine Brille ist, ist auch ein Weg
 
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Nerds: Wo eine Brille ist, ist auch ein Weg [Broschiert]

Jörg Zittlau
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: List Hardcover (28. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3471350691
  • ISBN-13: 978-3471350690
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 221.078 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Jörg Zittlau
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Flüssige Sprache, ein flotter Stil und nette Anekdoten." DEUTSCHLANDRADIO, Gerrit Stratmann, 04.12.11 "Kompetentes und gut geschriebenes Buch." MITTELDEUTSCHE ZEITUNG, Oliver Seifert, 23.11.11

Kurzbeschreibung

Unsexy, langweilig und verschroben – das ist das Image der Nerds. Tagein, tagaus hantieren sie in ihrem stillen Kämmerlein mit Dingen, die außer ihnen keiner versteht. Doch ohne legendäre Fachgenies wie Diogenes, Kant oder Bill Gates wären wir um einige Zivilisationsstufen ärmer. Stur auf ihr Herzensthema fokussiert, sorgen Nerds für Meilensteine der Menschheitsgeschichte – etwa die Relativitätstheorie, große Symphonien oder MS-DOS. Das amüsante Plädoyer für einen unterschätzen Menschenschlag.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von SaraSalamander TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
DER AUTOR

Jörg Zittlau ist Wissenschaftsjournalist und Autor von inzwischen rund 60 Sachbüchern zu verschiedenen Themen. Weniger ein Spezialist als vielmehr ein Generalist, so bietet er an Themen alles Mögliche von Gesundheit über Ernährung, Management, Lebenshilfe, "Pleiten und Pannen" im Bauplan der Natur ebenso wie die erlittene Erziehung berühmter Persönlichkeiten, die "philosophische Rolltreppe" und viele weitere. Mit seinem Buch NERDS - WO EINE BRILLE IST, IST AUCH EIN WEG hat er sich auf ein neues Gebiet gewagt, das er dem Leser unterhaltsam und lehrreich präsentiert.

INHALT

In seinem aktuellen Buch beschreibt Zittlau auf rund 40 Seiten, was man heutzutage unter einem Nerd versteht, wie sich der Begriff entwickelte, nach welchen Kriterien man ihn möglicherweise einordnen kann, welchen Prinzipien er folgt, woran man sie erkennt. Dann folgen mehrere Kapitel, in denen er von der Antike bis zur Gegenwart prominente Beispiele anführt. Die ersten Nerds der Weltgeschichte, allen voran Aristoteles, Heraklit, Diogenes und andere. Es folgen die Philosophen mit z.B. Nietzsche, Kant und Wittgenstein. Dann auf zur Naturwissenschaft mit Einstein, Marie Curie, Newton und Co. Weiter geht es mit Musik, Kunst und Literatur, angeführt von Zappa, Orwell und Warhol. Zum Schluss natürlich die Gegenwart mit den Gründern von Apple, Microsoft, Facebook und Wiki-Leaks. Am Ende findet der Leser einen kleinen Ausblick auf die Zukunft.

UMSETZUNG

Auch, wenn Zittlau sonst Sachliteratur schreibt, sehe ich in diesem Buch vielmehr Infotainment. Das zeigt sich bereits am neongrünen Cover mit dem obligatorischen Nerd-Symbol, der geflickten Brille, auch sein Schreibstil und die Darstellung der einzelnen Personenbeschreibungen lesen sich sehr unterhaltsam und sprechen weniger den Wissenschaftler als eher den Freizeitleser an. Das hat den Vorteil, dass auf diese Weise eine Hommage an den Nerd entstanden ist, wie es Betroffene sich lange Zeit nicht erträumt hätten - vom Außenseiter zum Kultstatus erhoben. Der lockere Stil führt dazu, dass Zittlau leider manchmal ein wenig pauschalisiert, was ich ihm jedoch nicht übelnehme, da es einfach nicht möglich ist, DEN Nerd zu beschreiben. Es ist schlicht nicht möglich, es zu hundert Prozent zu charakterisieren, da sich Nerds ja vor allem durch ihre Andersartigkeit abzeichne, und Individualität lässt sich eben nicht immer in ein Schema pressen. Trotzdem gibt es natürlich Gemeinsamkeiten, auf die Zittlau detailiert eingeht.

Manches mag wenig schmeichelhaft sein (gerade, wenn es um Sexualität, Körperhygiene oder soziale Kompetenzen geht), doch immer wieder bricht der Autor eine Lanze für den Nerd, der es ihm, wie man beim Lesen deutlich merkt, sehr angetan hat. Seine Begeisterung springt schon nach wenigen Absätzen direkt auf den Leser über. Ganz kurz nur angeschnitten wird der Asperger-Autismus, doch darauf wird nicht genauer eingegangen, da dies den Rahmen sprengen und das Kernthema verlassen würde. Stets klingt Bewunderung für die kreativen Sonderlinge heraus, die unverstanden vom Rest ihrer Umwelt Großes leisteten und doch die Gesellschaft beeinflussten wie kaum ein anderer. Und immer wieder betont er, dass die Angaben nicht auf jeden zutreffen, benennt Beispiele von Nerds, die sich sehr wohl in ihrer Kleidung anpassen, ihren Körper pflegen und sozial agieren, räumt also auf diese Weise zugleich mit vielen Vorteilen auf.

Neben den beschriebenen Persönlichkeiten benennt er in der Einleitung und auch später in den einzelnen Kapiteln immer wieder verschiedene reale und fiktive Figuren, die eindeutig dem Charakter des Nerd entsprechen. Es ist für den Leser interessant, auf diese Weise einen neuen Blick auf die Personen zu erhalten, hinter dem verschrobenen Sonderling und genialen Kopf plötzlich weitere Merkmale zu erkennen und das Verhalten neu zu beleuchten. So fallen in kurzen Erwähnungen zum Beispiel Da Vinci, Michelangelo, Hegel, Beethoven, Mozart, Lisbeth Salander aus der MILLENNIUM-TRILOGIE, Sandra Bullock in DAS NETZ, Keanu Reeves in JOHNNY MNEMOTIC, Woody Allen und natürlich immer wieder BIG BANG THEORY. Gewürzt mit unzähligen Anekdoten aus dem Privatleben bekannter Nerds.

Was mir besonders gefällt ist unter anderem die Aktualität. Zittlau zieht nicht nur alte Literatur und alte Charaktere an Land, sondern er beleuchtet ganz aktuell auch Themen wie die Website Guttenplag, auf der eine Menge engagierter Nerds die Doktorarbeit so genau analysierten, wie einzelne Wissenschaftler dies in dieser Akribie kaum hätten schaffen können.

KLEINES MANKO

Ein kleines Manko, das ich aufgrund des Genres Infotainment jedoch sehr gut verschmerzen kann (bei einem reinen Fachbuch hätte mich das dann doch sehr gestört) ist das sprunghafte Schreiben. Mir ist bewusst, dass die aktuellen Personen wie Jobs, Zuckerberg, Gates und Co mehr Stoff bieten, einfach da sie noch leben und man sich nicht auf alte Erzählungen oder Aufzeichnungen aus x-ter Hand verlassen muss. Trotzdem haben diese Namen in den Erläuterungen über Antike oder die Zeit der großen Philosophen und ersten Wissenschaftler nichts verloren.

Das Kapitel mag zwar mit dem Namen eines frühen Nerds bezeichnet sein, dennoch verirren sich immer wieder Andeutungen auf später lebende Personen dort. Auch ist der Aufbau der Kapitel manchmal ein wenig übersichtlich. So beginnt das Kapitel um Aristoteles z.B. mit der Entstehungsgeschichte der Insel Athos, gefolgt von der Erklärung über Daphnes Flucht und Ablehnung der Sexualität, weshalb auf der Insel nun keine Frauen Zutritt hatten, was im Jahre 2003 aufgehoben wurde. Schwupps Szenenwechsel zu Aristoteles, der 384 v. Chr. geboren wurde. In anderen Kapiteln beginnt er mit einer Anekdote aus dem späteren Leben, um dann zurück zur Geburt zu springen, ein wenig weiterzuerzählen, dann vorwegzugreifen und wieder zurückzurudern auf dem Zeitstrahl. Wie gesagt: für ein reines Fachbuch in meinen Augen ein Unding, für ein unterhaltsames Sachbuch okay.

ANHANG

Erwähnen möchte ich als positiv besonders auch das Personenregister, das in dem kleinen Jahreszahlenchaos des Buches trotzdem für den Leser einen Überblick schafft. Auch die Literaturliste am Ende kann sich eindeutig sehen lassen, ist durchweg aktuell und biete dem interessierten Leser sehr viele Anregungen für weitere Bücher rund um das Thema "schräge Vögel" und "Sonderlinge".

FAZIT

Ein interessantes Buch, das sich sehr flink lesen lässt und mit vielen Klischees rund um den Nerd aufräumt. Der Leser ist eingeladen, sich auf eine spannende Zeitreise zu begeben und dabei zu erfahren, warum Nerds unsere Gesellschaft aufrechterhalten und wie sie unser Leben beeinflussen. Das ideale Buch für alle, die sich diesem Thema endlich einmal vorurteilsfrei nähern wollen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nerds in der Weltgeschichte 1. Dezember 2011
Format:Broschiert
'Der Nerd hat eine lange Geschichte. Er ist keine bloße Erscheinung des Computerzeitalters. .... Den Nerd gibt es schon viel länger, wahrscheinlich sogar schon so lange, wie es den Homo sapiens gibt'.

Das ist die Grundthese Zittlaus, der er in seinem überschaubaren Buch durch die Zeiten hindurch nachgeht und in kurzen, biographischen Einlassungen die Lebenswege so mancher 'Nerds' nachvollzieht, auf die man diesen doch eher festgefügten Begriff der modernen Zeit kaum von sich aus angewendet hätte. Aber bei näherem Hinsehen, da gibt man Zittlau dann gerne recht, ist ein Nerd keinesfalls eine Zeiterscheinung der digitalen Welt, sondern einfach eine Form der Persönlichkeit. Eine Art und Weise, zu leben und die Dinge anzugehen, die immer wieder auf konkreten Gebieten die Dinge energisch und innovativ vorangetrieben hat.

So stimmt auch der Untertitel des Buches nicht, sicherlich als lockerer Einstieg gedacht. Zittlau spricht im Buch von Vielen, die zu Zeiten lebten, als Brillen noch gar nicht erfunden waren. Denn die Urform des Nerd fast in Reinkultur waren griechische Philosophen, Männer wie Thales, Heraklit, Aristoteles, Diogenes u.a.. Ausschließlich Männer, übrigens, denn der Nerd ist schlechterdings, zumindest im Buch, als Frau so gut wie nicht , höchstens am Rande, vorstellbar (außer Marie Curie und, mit Abstrichen, Tavi Gevinson).

Um solche Personen also geht es Zittlau, die 'mächtig abgedreht' sind. Die wenig Wert auf ihr Äußeres legen, sondern sich in der Innenschau und Innenwelt intensiv rühren und vorwärts denken. Die im sozialen Umfeld belächelt werden, nie in der Mitte der sozialen Gruppen anlangen. Aber durchaus in sich Energien entfalten, die, wenn sie nach außen dringen, viel in Bewegung zu setzen vermögen. Und hier für führt Zittlau viele Beispiele an, von den 'Nerd Duos' Woz und Job und Gates und Allen über Zappa, Warhol, Einstein, Newton, Kant, Thomas von Aquin bis eben in die griechische Antike zurück.

Eher beschreibende Portraits sind dabei entstanden, welche die Lebenswege der genannten Nerds nachzeichnen. Mehr als einige Andeutung über den inneren Werdegang der Genannten findet man nicht und an manchen Stellen wäre Zittlau auch besser konsequent dabei geblieben. Bei Steve Jobs im Blick auf dessen Erkrankung zu konstatieren, er hätte sich zu viel zugemutet oder zu wenig Pausen gegönnt, ist einfach nur platt, selbst wenn die Wissenschaft einmal herausfinden sollte, dass zu wenig Pausen Krebs fördernd sein sollten.

Gut gelungen demgegenüber ist die Herausarbeitung dessen, was ein Nerd zum einen im sozialen Umfeld an Auffälligkeiten zeigt und zum anderen an Leistungsvermögen in sich trägt, mit der die Allgemeinheit durchaus gleich mit nach vorne befördert. Das Soziale als Schwachpunkt, das steht klar im Raum. Nicht umsonst war es in den Anfangsjahren bei Apple in Bewerbungsgesprächen fast ein Ausschlusskriterium, wenn der Bewerber eine Freundin hatte. Was eine soziale Ausgrenzung dann aber wieder für die Entwicklung konkret bei den vorgestellten Personen bedeuteten könnte, wird zuwenig aufgenommen im Buch.

Flüssig und unterhaltsam zu lesen bietet das Buch einen Blick auf 'den Nerd' an sich und seine 'menschliche Umsetzung' im Lauf der Geschichte, legt dabei Wesenzüge des Nerd erläuternd vor und erweitert so den Blick auf den Nerd durchaus. Weitestgehend legt Zittlau dies in amüsant beschreibender Form vor, tiefere Schichten der einzelnen Persönlichkeiten werden bedauerlicherweise kaum in den Blick gerückt. Ob das Thema zudem an sich überhaupt von Interesse ist, das müssen dann die möglichen Leser entscheiden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Diogenes bis Zuckerberg 17. November 2011
Format:Broschiert
Kaum ein Begriff "rennt" derzeit so durch die Medien wie der Nerd. War er noch vor 10 Jahren eher der lebensuntüchtige Spinner, ist er heute im Zeitalter von Zuckerberg, Jobs und Piraten so etwas wie ein Qualitätssiegel, nach dem Muster: Der Nerd weiß Bescheid, und er lässt sich von niemandem etwas vorschreiben. Zittlau zeigt aber, dass die Geschichte des Nerds noch viel weiter zurückreicht. Zurück bis auf Archimedes, der den anstürmenden Römer anblaffte, gefälligst seine Kreise nicht zu stören. Über Thomas von Aquin (trug auch schon eine Kapuze über dem Kopf!) über Nietzsche und Hegel bis zu Frank Zappa und Andy Warhol. Alle ein bisschen Asperger-mäßig, aber auch alle ziemlich genial. Nach der Lektüre des Buches versteht man besser, warum die Welt den Nerd braucht, nämlich als wirklich innovativen Gegenpol zu all den glatten Managern, lauten Dauerquasslern und angepassten Ja-Sagern, die auf dem Globus herumschwirren, ohne ihn wirklich vorwärts zu bringen.
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