Die Himalaya-Region gehört mit zu den schönsten und gleichzeitig auch mystisch-geheimnisvollsten Gegenden der Erde. Vielleicht liegt es an der schwer zugänglichen geographischen Lage, ganz sicher aber auch an den zahlreichen Splitterungen und Richtungen der uns in der westlichen Welt so fremdartig erscheinenden Religionen. An den Menschen jedenfalls kann es nicht liegen, denn so unverständlich oftmals die religiösen Rituale dort sind, so freundlich und offen zeigen sich einem Besucher die dort lebenden Bewohner, was alle, die jemals dort zu Gast waren, bestätigen können.
Der Autor Dieter Glogowski hat das Land im höchsten Gebirge der Erde schon mehrmals besucht. Er hat Freundschaften geknüpft und sich intensiv mit den Geheimnissen, den Religionen und Menschen beschäftigt, die das Land zur Heimat haben. Besonders intensiv konnte er die tiefe Verwurzelung der Menschen in ihren unterschiedlichen Religionen auf einer Pilgerreise in das nach wie vor eher unbekannte Königreich Mustang kennen lernen und auch eigene spirituelle Erfahrungen machen. Begleitet von hinduistischen Pilgern, Sadhus - Heiligen Männern - und im Kreis buddhistischer Gastgeber vertiefte der Kenner fernöstlicher Weisheit und Spiritualität seine Kenntnisse und Erfahrungen geistlicher Kraft.
Das Buch ist eine Reisebeschreibung der besonderen Art. Weniger die geographischen und kulturhistorischen oder gegenwartsbezogenen Hinweise und Angaben für einen touristischen Besuch hat der Abenteurer dargelegt, als die Vermittlung der Wesenszüge vorherrschender Religionen auf dem Dach der Welt. So erläutert er anschaulich Merkmale des Hinduismus und Buddismus und beschreibt das Leben und die Ausrichtung der Menschen in den unterschiedlich geprägten Regionen wie zum Beispiels des Kathmandu-Tals, Janakpus, Muktinath oder auch Lo Mantangs in besagtem Königreich.
Daneben schildert er freilich ebenso die Reiselust weckend knapp aber anregend seine Eindrücke von unterwegs, aus dem Pashupatinath in Nepals Hauptstadt oder im tiefsten Tal der Erde, der Schlucht des Kali Kandaki.
Seine ausdrucksstarken, farbenprächtigen und ausgesprochen persönlichen und lebensnahen Aufnahmen von Landschaften, Gebäuden und vor allem von den Menschen, die den westlichen Pilger umgaben oder seine Freunde und Bezugspersonen in Indien oder Nepal sind und waren, unterstreichen die Sensibilität des Fotografen und seine Art, sich einer fremden Kultur zu öffnen.
Das herrlich ansehnliche und auch kunstvolle Buch lässt einen in eine Welt versinken, die so weit weg ist und schon wenigen Seiten so nah wird. Eine Reise in die asiatische Bergregion erspart es freilich nicht, aber es lässt einen ahnen, wie intensiv und abenteuerlich, aber auch wie reich an Erkenntnis und Lebensgeist sie sein kann. Eines der besten Bücher über Nepal. © 2/2005 Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.