Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Superlative gesucht!, 6. März 2007
Wenn man mal in 20 Jahren oder so auf dieses namenlose Jahrzehnt 2000-2010 zurückblickt, dann wird man sich fragen, was es uns musikalisch gebracht hat. Und neben der Indie-Neo-Wave-Welle, die abkehr von großen Musiklabels und vielleicht noch den Neptunes oder Timbaland, sollte da auf jeden Fall ein großes Kapitel der kanadischen Kapelle Arcade Fire gewidmet sein. Kaum ein Debüt schlug in den letzten Jahren so ein, wie "Funeral". Hymnische Rockopern, eine wilde Mixtur aus Kammermusik, Pop, Klassik, Kunst und so vielem mehr. Nie klang ausladender Bombast in den letzten Jahren bewegender und gefühlvoller. Die Musikkritiker waren sich ausnahmsweise mal alle einig und vielen auf die Knie, von den oft erwähnten renomierten Musikern wie Bowie und Bono mal abgesehen. So sehr diese Band mit ihrem Debüt verblüffte... jetzt schaffen sie das Unglaubliche: sie übertreffen noch das Debüt! Und da fällt einem einfach kein Superlativ mehr ein. Von Anfang bis Ende ist dieses Werk ein purer Hörgenuß. Es zieht einen in den Bann, lässt einen erschaudern, weinen, lieben, tanzen und Nachdenken. Und welche Platte schafft das schon? Der bedrohliche Opener "Black Mirror" gibt die Marschrichtung vor. Der Angstzustand der Welt wird thematisiert. Will Buttler klagt an: "Mirror, Mirror, on the wall... show me whether bombs will fall". Und beim dramatischen "Windowsill" wird dies später noch deutlicher, als der Sänger des Septetts all den Ärger dieser Welt, all den Schmerz und die Trauer nicht mehr sehen will. Der Rest des Albums ist eine einzige Aneinandereihung von Lehrstücken, wie man gute Musik gestalten solle. Das sakrale "Intervention" inklusiver originaler Kirchenorgel ist ein tolles Stück im Stile des Debüts. "Black Waves/ Bad Vibrations" ändert mal spontan den Charakter, "Ocean of Noise" ist zauberhaft ruhig und das druckvolle "No Cars Go" (endlich auf nem AF Album!) schwingt sich tanzend zum pompösen Bombast auf und lässt den Hörer nicht mehr los. Genau wie das ganze Album. Es zieht einen in den Bann. "Neon Bible" ist düsterer und melodramatischer als das Debüt, nachdenklicher und stellenweise auch introvertierter (soweit man das von dieser Band behaupten kann). Es berührt einfach auf so viele unterschiedliche Art u Weisen... da sind sich Rolling Stone Magazine, NME, Bowie und Chris Martin auch vollkommen zurecht einig. Kein Musikkenner kommt heutzutage mehr an dieser Band vorbei. Wer mir das Gegenteil beweist, bekommt als Belohnung einen Superlativ von mir verpasst!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein eingelöstes Versprechen, 13. März 2007
"Funeral" war 2004 der Überraschungserfolg der Indieszene und katapultierte Arcade Fire binnen kürzester Zeit aus der Obskurität in die Bekanntheit. Gemeinsame Auftritte mit David Byrne,Daavid Bowie und U2 zeugen vom Status, den die Band innerhalb kürzester Zeit erreicht hat. Und dass die England-Daten der aktuellen Tour noch vor Veröffentlichung der neuden CD innerhalb von Minuten ausverkauft waren - Tickets wurden auf eBay um mehrere Hundert Pfund gehandelt - spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Stellt sich nur die Frage: kann die Band die mit "Funeral" gemachten Versprechen einlösen und wird "Neon Bible" dem Hype gerecht? Die Antwort auf beide Fragen ist eindeutig ja. War "Funeral" bei aller Brillianz noch in manchen Facetten uneinheitlich und etwas zaghaft, so präsentiert sich "Neon Bible" wie aus einem Guss. Geblieben sind die großen Melodien zwischen Verzweiflung und Euphorie, die kryptischen Texte, die zur freien Assoziation einladen, weiters die herzzereissenden Stimmen von Win Butler und Regine Chassagne, die ausgefuchsten Arrangements und die Verwendung von überraschenden Instrumentierungen. Dazu gekommen ist eine gehörige Portion Selbstbewußtsein und eine Produktion, die den anspruchsvollen Kompositionen endlich gerecht wird, sowie ein lässiges Flirten mit dem Mainstream. Die CD stellt ein Gesamtwerk dar, aus dem nur einige Tracks herausgehoben werden sollen: "Black Mirror" erröffnet den Songzyklus und fasst Arcades Fire´s Weltsicht, eine Art verzweifelt-optimistisches "Hope against hope", gut zusammen. "Keep the Car Running" wäre als erste Singleauskopplung wohl logischer gewesen - zugänglicher und tanzbarer sind AF selten. Nach dem ruhigen "Neon Bible" folgt die orgel-getriebene Hymne "Intervention", die wohl das passende Gegenstück zu "Wake up" von "Funeral" darstellt. Bei "(Antichrist Television Blues)" schimmert dann ein gewisser Springsteen-Touch durch (AF haben sein "Dancing in the Dark" live bereits mehrmals gecovert). "No Cars Go" ist ein Remake von der EP und kommt hier endlich in einer diesem großartigen Ohrwurm würdigen Produktion daher. "My Body is a cage" beschließt den Reigen, wieder mit der Kirchenorgel und einer grandios-intensiven Gesangsleistung von Win Butler. Fazit: Wer auf der Suche nach unkonventioneller, intensiver Musik ist, kann hier nur zugreifen. Arcade Fire werden noch ganz, ganz groß.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Super !!!!, 8. März 2007
Ich kannte Arcade Fire bis vor kurzem gar nicht, bis mich ein Bekannter darauf brachte, dass die Musik sehr gut sein soll. Was soll ich sagen ??? Der Hammer ! Einer bestimmten Stilrichtung läßt sich diese Art von Musik meiner Meinung nach eigentlich gar nicht zuordnen, ein wenig Independent, ein bißchen Folk, auf jeden Fall sehr abwechsungsreich, Kaum zu glauben, dass die Lieder die auf der CD enthalten sind von ein und derselben Gruppe sind. Vor allem begeistert mich die Kirchenorgel, die manchen Liedern eine Hymnenhaftigkeit und Feierlichkeit verleiht, die man lange suchen muß. Es gibt viele Gruppen und Lieder die klasse sind, aber so richtig begeistern und das Herz erwärmen können meiner Ansicht nach nur wenige. Arcade Fire zählt dazu. Auch wenn der Vergleich natürlich hinkt, der Song "Intervention" (absoluter Anspieltipp!!!!) ringt mir dieselbe Begeisterung ab, wie seinerzeit vor vielen, vielen Jahren in den 70ern Barclay James Harvest "Poor Man's Moody Blues" Dieser Song läuft rauf und runter. Weitere Anspieltipps: Keep The Car Running, No Cars Go, My Body is a cage. Aber eigentlich sind alle Lieder super, wobei meiner Meinung nach die aktuelle Singe "Black Mirror" noch das schwächste Lied auf dieser durch und durch genialen Platte ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|