Mit der Veröffentlichung von "Nennt es, wie ihr wollt" findet eine über 2 Jahre alte Erfolgsstory ihren vorübergehenden Höhepunkt.
Damals nämlich begann Sänger Michi Ludes, einstiger Teilnehmer bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest für das Saarland mit seiner damaligen Band Reminder, wegen "zu viel Output" wie er selbst meinte, am Computer das Projekt Mikroboy. Aus dem Projekt wurde sehr bald eine Band und diese liefert nun nach vielen Auftritten quer durch Deutschland ihr erstes Album ab.
Umso schöner ist es dabei, dass es mit "Du, nicht wir!" sogar ein Song der ersten Stunde auf den Longplayer geschafft hat. Doch auch die anderen elf Titel laden ein zu einer wilden Fahrt auf der Gefühlsachterbahn. Natürlich geht es oft um Liebe, um das Wir oder Ich, um Rückschläge und das neue Lebensgefühl wenig später. Schon das Intro "Glück reimt sich auf Augenblick" beschreibt unglaublich gut einen dieser ganz seltenen und daher besonderen Momente im Leben. Oder "Neue Zeiten", laut Ludes "der ultimative Song für die ultimative Frau". Und er hat einfach Recht damit.
So zieht sich der rote Faden durch das gesamte Album. Würde ich zu jedem Song jetzt etwas schreiben, würde wohl ein Roman entstehen. Aber kurz noch erwähnt: zum Schluss ein grandioses Finale in Zusammenarbeit mit Get Well Soon: "This Room". Ja, Mikroboy können auch auf Englisch. Dabei geht aber keineswegs auch nur ansatzweise das Gespür für unglaublich tiefsinnige Texte verloren.
Und so wage ich beinahe zu behaupten, dass es nichts gibt, was dieses Album nicht kann. Außer einer Sache: Mikroboy live ersetzen. Kritik und Ehre zugleich, denn man muss dieses Quartett einfach selbst erlebt haben. Dann erst wird das volle Ausmaß ihres Potentials offenbart. Und dieses ist einfach makromäßig.