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Die Nemesis- Akte. Ein Insider enthüllt die Praktiken der britischen SAS-Todesschwadron.
 
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Die Nemesis- Akte. Ein Insider enthüllt die Praktiken der britischen SAS-Todesschwadron. [Gebundene Ausgabe]

Paul Bruce
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Kurzbeschreibung

Paul Bruce war gerade erst Mitglied der Elitetruppe Special Air Service (SAS) Geworden, als er nach Nordirland geschickt wurde. Seine streng geheime Mission: unbewaffnete IRA-Verdächtige kaltblütig hinzurichten.
Bruce gibt erschütternde Einblicke in die Rolle des SAS während des erbitterten Nordirland-Konflikts. Seine mit schonungsloser Offenheit erzählte Geschichte stellt eine vernichtende Anklage der britischen Regierungspolitik dar.

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Amazon bestätigter Kauf
Also vorneweg: Der Inhalt dieses Buches ist in seinen entscheidenden Punkten definitiv frei erfunden! Der Fall ging durch die britischen Zeitungen. Paul Bruce heißt in Wirklichkeit Paul Inman und war lediglich ein Mechaniker bei den Royal Electrical and Mechanical Engineers (REME) der britischen Armee. Nach der Veröffentlichung seines Buches "Die NEMESIS Akte" leitete die nordirische Polizei Ermittlungen diesbezüglich ein. Die im Buch beschriebenen IRA-Verdächtigen, die angeblich von einer britischen "Todesschwadron" getötet wurden, existierten in Wahrheit nie. Auch Inman wurde schließlich vorgeladen. Er gab unumwunden zu, dass er sich die Geschichte ausgedacht habe. Auch erklärte er, was vorherige Überprüfungen bereits nahe gelegt hatten, niemals Mitglied des britischen Special Air Service (SAS) gewesen zu sein - jener Spezialeinheit, die seinem Buch zufolge der Drahtzieher und Vollstrecker der "Morde" gewesen ist.
Das Buch ist also ein Werk der Fiktion, gemischt mit öffentlich zugänglichen Fakten über den SAS und den Konflikt in Nordirland. Es ist recht gut geschrieben, wenn man über einige Unstimmigkeiten hinweg sieht, die den (phantasievollen) Spinner Inman verraten. Hintergrund der erfundenen Story ist die Tatsache, dass der SAS in Nordirland tatsächlich sehr hart gegen die IRA vorging. Wurden geplante Anschläge dem britischen Geheimdienst oder der RUC bekannt und waren die potentiellen Täter identifiziert, bereitete der SAS den schwer bewaffneten und zu allem entschlossenen Terroristen Hinterhalte, die eine Fremdgefährdung weitestgehend ausschlossen. Manchmal war aber eine konventionelle Festnahme trotzdem nicht, oder nur unter extremen Risiken, möglich. Im Zweifelsfall schossen die SAS-Männer dann zuerst. So auch bei einem Einsatz in Gibraltar, bei dem SAS-Soldaten befürchteten, dass die von ihnen aufgespürten IRA-Terroristen Sprengsätze zünden würden. Später stellte sich dann heraus, dass die IRA-Leute unbewaffnet waren. Der SAS hatte wohl bei der versuchten Festnahme die hektische Bewegung eines IRA-Mitglieds falsch gedeutet und sofort das Feuer eröffnet. Die Verdächtigen wurden regelrecht zersiebt. Infolgedessen kam es zu heftigen Diskussionen in der Presse und auch auf Seiten der britischen Verantwortlichen. Es wurde darüber debattiert, ob dieses präventive Vorgehen nicht eine Art "Todesstrafe durch die Hintertür", eine "Shoot-to-kill-Policy" sei (ähnlich wie in Deutschland bei den Diskussionen über den "finalen Rettungsschuss"). Man kann darüber geteilter Meinung sein. Es ist für sicherheitsverwöhnte Normalbürger sicher extrem schwierig, sich in die Lage von Beamten oder Soldaten zu versetzen, die vielleicht Frau und Kinder daheim haben und fanatischen Terroristen gegenüber stehen. Belegte und offen diskutierte Fälle wie der oben beschriebene sind aber meilenweit von den Behauptungen in Inmans Buch entfernt. Todesschwadrone, wie sie Inman beschreibt, gab es in Nordirland auf Seiten der IRA und der loyalistischen Terrormilizen (die von den Briten ebenso gejagt wurden wie die IRA), aber nicht auf Seiten der britischen Behörden. Obwohl es denkbar ist, dass sich die 14th Intelligence Company zurückhielt, wenn IRA- und Ulster-Milizen Anschläge gegeneinander verübten. Fakt ist jedenfalls, dass der SAS eine große Zahl von Terroristen während des Nordirland-Konflikts lebend festnahm. Diese Zahl ist weitaus höher, als die Zahl der getöteten Terroristen. Die Legende von der britischen "Shoot-to-kill-Policy" und den SAS-Mordkommandos entstammt den Kreisen der IRA-Sympathisantenszene (z.B. Sinn Fein). Bis heute bezeichnen nordirische Nationalisten den SAS als "Special Assassination Service". Genau darauf basiert die Gruselgeschichte von Inman bzw. "Bruce". Das wichtigste Instrument von Terroristen ist die Propaganda. Hier gibt es Parallelen zum deutschen Mythos vom "Staatsmord in Bad Kleinen". Auch diese Legende, nach welcher der RAF-Terrorist Wolfgang Grams von einem GSG 9-Mann hingerichtet wurde, wird bis heute von linken RAF-Sympathisanten weiter kolportiert.
Was Inmans Motive angeht, sich eine derartige Story aus den Fingern zu saugen, darüber kann man nur spekulieren. Vermutlich war schnöder Mammon der Hauptgrund. Militärische Insider-Geschichten verkaufen sich in Großbritannien und den USA ganz hervorragend - vor allem wenn sie den legendären SAS behandeln. Auch das Thema Nordirland ist nach wie vor ein ganz heißes Eisen und somit immer für Schlagzeilen und einen Bestseller gut.
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