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Nemesis: Roman [Gebundene Ausgabe]

Philip Roth , Dirk van Gunsteren
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (44 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

7. Februar 2011
Eine schreckliche Epidemie bedroht im brütend heißen Sommer von 1944 die Einwohner von Newark: Polio. Der Sportlehrer Bucky Cantor kümmert sich hingebungsvoll um seine Schüler. Nach Ausbruch der Krankheit versucht er, in einer von Angst, Panik und Leid gezeichneten Situation die Ruhe zu bewahren, doch vergeblich. "Nemesis" ist die Geschichte eines jungen Mannes in Amerika mit besten Absichten, der einen aussichtslosen Kampf führt. In seinem neuen Meisterwerk zeichnet Roth mit bestechender Präzision und großer Einfühlungsgabe jeden Schritt von Cantors Weg in die persönliche Katastrophe.

Wird oft zusammen gekauft

Nemesis: Roman + Die Demütigung: Roman + Empörung: Roman
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  • Die Demütigung: Roman EUR 15,90
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 11 (7. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446236422
  • ISBN-13: 978-3446236424
  • Originaltitel: Nemesis: A Novel
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (44 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 124.128 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein düsteres Meisterwerk ... eine spannende, bewegende und minuziös recherchierte Geschichte. Einmal mehr bewundert man die Souveränität dieses geborenen Erzählers: sein Gespür für Melodie und Rhythmus, seine lebendigen Dialoge, seinen Blick für das sprechende Detail, seine Gabe, eine Szene in knappen Worten so vor uns hinzustellen, dass wir sie mit allen Sinnen wahrnehmen." Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung, 30.01.11

"Ein gallebitteres, hoffnungsloses Buch, ein Buch, das einen fassungslos und trotzdem auf eigenartige Weise belebt zurücklässt. "Nemesis" ist ein Meisterwerk und Roth ist ein Meister nicht nur im Schreiben, sondern im Kampf mit dem - abwesenden - Gott." Peter Michalzik, Frankfurter Rundschau, 07.02.11

"Mit diesem Werk vollendet Roth eine Tetralogie kürzerer Romane, in denen er die Summe seiner Themen und seines Könnens zieht, meisterhaft alles, was ihn als Schriftsteller ausmacht, zusammenführt und konzentriert." Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 17.02.11

"Es ist Roths Geheimnis, dass er über die unerfindliche Schönheit seines Stils und struktureller Spannungsfinessen dem Leser jenen Trost gewährt, den er seinen Geschöpfen versagt. Roth ist ein Stück Heimat, jede Lektüre ein privates Erlebnis, so, als läse man den sehr persönlich gehaltenen Brief eines guten alten Freundes." Markus Gasser, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.11

"Bewegend, radikal, meisterhaft: Der neue Roman von Philip Roth geht unter die Haut. ... Der Held Bucky Cantor erscheint uns als Opfer einer unbegreiflichen Tragödie, die niemanden, der diesen finsteren, wahrhaft großartigen Roman liest, unberührt lässt. Auch wenn es allmählich langweilig wird, Philip Roth zu loben: Er ist der Größte. Was ja nun inzwischen jeder weiß, mit Ausnahme der schwedischen Akademie." Ulrich Greiner, Die Zeit, 10.02.11

"Die Handlung setzt ein im Sommer 1944: In Europa und Asien tobt der Zweite Weltkrieg, im amerikanischen Newark eine Polioepidemie. Roths Held ist ein junger Sportlehrer, ein moderner Hiob, der sich in diesem raffiniert erzählten Roman fragt, wie Gott es zulassen kann, dass kleine Kinder sterben, dass unser Leben von sinnlosen Krankheiten, Verlusten und Qualen bestimmt ist, dass Unschuldige leiden und wir schuldlos Leid zufügen. "Nemesis" ist ein tröstendes Buch in einer trostlosen Welt - Weltliteratur." Denis Scheck, ARD druckfrisch, 27.02.11

Über den Autor

Philip Roth wurde 1933 in Newark, New Jersey, geboren. Für sein Werk wurde er mit allen bedeutenden amerikanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Im Jahre 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Goldmedaille für Belletristik, die alle sechs Jahre für das Gesamtwerk eines Autors verliehen wird. 2006 wurde Philiph Roth mit dem "Pen/Nabokov-Preis" ausgezeichnet, 2007 erhielt er den "Saul-Bellow-Preis" des Schriftsteller-Verbands, 2009 den "Welt"-Literaturpreis und 2011 wurde er mit dem "Man Booker International Prize" ausgezeichnet. Im Jahr 2012 wurde ihm der Prinz-von-Asturien-Preis in der Kategorie Literatur verliehen.Dirk van Gunsteren, geb. 1953 in Düsseldorf, ist ein deutscher literarischer Übersetzer aus dem Englischen und Niederländischen und freiberuflicher Redakteur. Van Gunsteren wuchs in Duisburg auf, seine Mutter ist Deutsche, sein Vater Holländer. Nach mehreren Aufenthalten in Indien und in den USA studierte er in München Amerikanistik. Seit 1984 ist er als Übersetzer insbesondere aus dem Englischen tätig. Van Gunsteren lebt in München. 2007 erhielt van Gunsteren den 'Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis' für seine Übersetzung angelsächsischer Literatur.

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3.0 von 5 Sternen Solide. Aber etwas blutarm. 21. Januar 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Philip Roth erzählt in "Nemesis", einem in puncto Umfang überschaubaren, kurzen Roman, der eher eine Novelle gleicht, die Geschichte des engagierten jüdischen Sportlehrers Bucky Cantor. Das Besondere an diesem Buch speist sich auch aus dem geschichtlichen Kniff Roths, der zum einen von der Polio-"Epidemie", jener grassierenden "Kinderlähmung" in den USA der 40er-Jahre erzählt, dessen tragischen Folgen viele Kinder und Jugendliche das Leben kostete; zum anderen die Schrecken und die Invasion des Zweiten Weltkrieges ("D-Day") aufblitzen lässt. Zwei Tragödien. Der agile und vitale Bucky Cantor geht nicht vor dem gegnerischen Nazikugelhagel in die Knie, sondern von ebenjener mysteriösen Poliomyelitis.

Der Kampf, vor allem innere Kampf, zwischen den Ansprüchen Cantors an sich selbst- und dem sich ausbreitenden Grauen, ist durchaus gekonnt, wie auch seitens Roth nicht anders zu erwarten, sprachlich präzise erzählt. Gleichwohl ist "Nemesis", das den - im wahrsten Sinne des Wortes - Niedergang des 23jährigen Buckys erzählt, auch ein wenig "leer", meiner Ansicht nach zu selbstreflexiv. Dialoge, strotzend vor Esprit à la "Der menschliche Makel" oder "Empörung", fehlen hier leider en gros.
Fazit: "Nemesis" ist ein solides, gutes Werk aus der Feder Roths. Ein düsterer, bisweilen nihilistischer Niedergang, dem es hie und da an einer Prise Humor und Spritzigkeit fehlt, die man gemeinhin von Roth gewohnt sein mag. Klagen auf hohem Niveau.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nemesis 7. Januar 2012
Von Thaila
Format:Gebundene Ausgabe
Newark 1944: Mitten im 2. Weltkrieg bricht in der Kleinstadt Newark eine Polioepidemie aus, die für die Bewohner sehr viel bedrohlicher scheint als der ferne Krieg. Vor allem Kinder und Jugendliche sind von der gefährlichen Krankheit - ein Impfstoff ist noch nicht gefunden - betroffen.
Im Mittelpunkt des Romans steht der Highschoollehrer Bucky Cantor. Der besonnene und mutige Bucky wird kurzfristig zu einer Art Helden, als er jüdische Kinder vor einer Gruppe italienischstämmiger Rowdies beschützt, die in Verdacht stehen, die Polio vorsätzlich zu übertragen. Aber auch Buckys Einsatz verhindert nicht, dass immer Kinder sich anstecken, sterben oder unter lebenslangen Schäden leiden. Zunehmend verhärtet sich der Verdacht, dass Bucky selbst ein Überträger der Krankheit ist.
Mit gewohnter stilistischer Genauigkeit zeichnet Roth ein wunderbares Bild einer Stadt in Panik. Immer hysterischer werden die Reaktionen der Einwohner, auf einen Feind über den sie fast nichts wissen und gegen den sie nichts tun können.
Im Mittelpunkt des Romans steht jedoch nicht die Krankheit selber, sondern Buckys Umgang mit derselben. Bucky ist mit dem Ideal des self-made man aufgewachsen. Er ist fleißg, zuverlässig, verantwortunsgvoll und zutiefst optimistisch, dass ein gerechter Lebenswandel belohnt wird. Die Epidemie erschüttert sein Weltbild. Der Tod von unschuldigen Kindern lässt in an der Gerechtigekit Gottes zweifeln. Wie der bedeutungsschwangere Titel schon anzeigt, geht es in Roth' Roman wieder einmal um die großen Fragen: Gerechtigkeit, Verantwortung, Schuld und Sühne. Diese Themen werden jedoch nicht abgehandelt und auf unpräteniöse Weise dargestellt.
Ein typischer Roth, der sich jedoch erfrischenderweise dieses Mal nicht um die Ängste und Nöte alter Männer dreht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Thymos und Hybris. 21. April 2011
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Was ist Wahrheit? - Man kann tausend Gründe dafür finden, nur das für die Menschen
als wahr gelten zu lassen, was ihrer menschlichen Bedürftigkeit entspricht."
(Lou Andreas-Salomé)

"Alles ist besser als ein Leben, das nicht gelebt ist, [...]." So Max Frisch in seiner sehr persönlichen "Erzählung aus den Bergen". Diesen Topik findet man bei Philip Roth ebenfalls. Ihm gelingt hier ein Meisterwerk verschiedener Schichtungen des Lebens. In seinen drei Kapiteln entfaltet er einen Mann, Mr. Cantor, der jung, sportlich, zielstrebig, verliebt ins Gelingen, sich die Zukunft vorstellt. In einem Newark im Jahre 1944, es ist Kriegszeit in Europa und Virenzeit in Newark. Mr. Cantor kann wegen Kurzsichtigkeit nicht wie seine Freunde in den Krieg in Europa eingreifen, daheim greift Polio immer mehr um sich bis ins epidemische Ausmaß. Kinder sterben, Kinder der Sportgruppe, die Mr. Cantor täglich trainiert. Gleichzeitig ist seine Freundin Marcia im Sommercamp in Indian Hills, fern ab und in Sicherheit. Newark wird zur Sinnfrage der Existenz, zur erneuten Frage der Theodizee, des Glaubens an einen gerechten Gott und letztendlich zur Frage, wie ein eigenes Leben in neuen Situationen gemeistert werden kann.

Aufgewachsen ohne Vater (wegen Diebstahl verhaftet), aufgewachsen ohne Mutter, sie starb bei der Geburt und erzogen von den Großeltern, einem Großvater, dem die Pflicht Religion war und einer Großmutter, die mit mütterlicher Liebe den Enkel groß zog. In allem, was Bucky Cantor tat, wusste er um die Zustimmung seines Großvaters, weil er ihm verehrend folgte. Ihm und seiner Sicht auf diese Welt galt das gelebte Leben, oder anders: alles, was kam, war am Ideal zu messen. Sein Leben war das, was aus fremder Seele erwuchs.

So lag es nicht fern, zu hadern mit den Fragen der Schuld während der Epidimie, des Krieges, mit der großen Frage: WARUM? und sich anzumaßen, ein Sieger im Lebens sein zu wollen, der er im Sport immer war. Sein Ziel, die Verantwortung der Liebe vorzuziehen, scheiterte im Wunsche von Marcia. Für ihn war die Flucht aus Newark ein Gewissensbiss und für Marcia eine Beteuerung der Liebe. Aber auch diese lässt Roth scheitern im Himmel von Indian Hills. Selbst Bucky Cantor, der Held und Sieger, wird krank und nichts bleibt, wie es war.

Überall herrscht Krieg, die Amerikaner in der Normandie, die Viren in Newark und letztendlich ein Indianerspiel in Indian Hills. Roth schreibt das zweite Kapitel zur Persiflage auf den Krieg, auf ein Spiel, das an die Ureinwohner Amerikas erinnert und letztendlich zeigt, dass jede Idylle aus Bösem sich entstanden zeigen kann. Das Camp erinnert daran, dass heute noch 1% der Ureinwohner leben, eine wenig ruhmreiche Geschichte und doch wird wieder Mr. Cantor in die Welt der Siege gehievt, bis er sich selbst dort als Unheilbringender entlarvt. Die Welt von Gott verstoßen, sollte durch Bucky Cantor gerettet werden. Welch eine Hybris treibt diesen Mann, dem sein Großvater die Pflicht und die Selbstaufgabe zu Gunsten anderer aufgetragen hatte? Gekreuzigt durch eine ihm fremde Wahrheit zieht er sich zurück in eine eigene Welt, fern ab aller Lieben und Freundschaften. Seine Religion der Lebensdienlichkeit ist verfallen, seine vom Großvater initiierte Täuschung konvertiert in einen Selbstbetrug, den er, trotz intensiven Gesprächs mit einem ehemaligen Schüler Jahre später nicht offensichtlich ablegen wollte oder konnte.

Sein Bild nach außen war die Kopie einer Statue, eines Speerwerfers, der im Wurf die Kraft, die Leidenschaft, den Willen verkörperte zu wollen, zu schaffen und zu siegen. Dieses Bild bleibt ein Stand-Bild der Vergangenheit, das im Roman zuletzt gezeichnete Ich das eines Verlierers. Cantor hat sein Leben verloren an die Illusion einer Pflicht. Seine Produktivkraft ist in dem Moment zerfallen, als er die Lüge entdeckte. Wahrhaftig sei nur derjenige, so Nietzsche im Zarathustra, der sein verehrendes Herz zerbrochen hat und in götterlose Wüsten geht. Cantor zerbricht zwar sein Gottesbild mit den Fragen der modernen Theodizee und verklärt den gerechten Zorn (Nemesis), nicht jedoch den Abgott 'Großvater'; auf dem Wege zur Wahrheit bleibt er stehen, weil er sich selbst und seine Schwäche vergisst in der Idealisierung von Pflicht und Verantwortung gegenüber Allem außerhalb seines Selbst.

Ein wirklich lesenswerter Roman.
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2.0 von 5 Sternen Langweilig
Auch dieser Titel von Philip Roth hat mich nicht überzeugt. Es kommt erst gar keine Spannung auf. Gefällt mir nicht.
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Vor 13 Monaten von Grüner Baum veröffentlicht
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