Der Film ist ein US-amerikanisches Drama von Michael Apted aus dem Jahre 1994, welches auf dem Theaterstück "Idioglossia" basiert. Produziert wurde er von Egg Pictures. Einem Unternehmen, das von Jodie Foster gegründet wurde, welche im Film zudem die Hauptrolle übernahm. Für das Drehbuch zeichnete sich Mark Handley verantwortlich, aus dessen Feder auch das besagte Theaterstück stammt.
Im Lexikon des internationalen Films wird der Film folgendermassen kritisiert: Bemühter aber klischeehafter Versuch, den Konflikt zwischen Zivilisation und Natur darzustellen, der nicht zuletzt an der Besetzung des "wilden Kindes" mit einem Hollywood-Star scheitert.
"Scheitern"ist hier ein völlig unangebrachtes Wort. Gerade die Verkörperung des Individuums Nell" durch den Hollywood-Star Jodie Foster scheint nahezu auf letztere massgeschneidert zu sein. Sie schafft es, die Rolle mit einer derartigen Intensität zu interpretieren, dass man schon manchmal das Gefühl als Zuschauer bekommt, wenn sie in der Rolle etwas weniger Ausdrucksstärke gezeigt hätte, es dem Film besser getan hätte. Über diesen Punkt kann man sich jedoch fraglos lange streiten. Wissenschaftlich-psychologisch ist eine Beurteilung der Authentizität im übertragenen Sinne auf die Realität sehr schwierig. Klar ist, dass der Film in Sachen charakterlicher Glaubwürdigkeit viele andere Filme seines Types hinter sich lässt. Letztendlich muss man den Film ganz einfach nüchtern als ein absolut grossartiges Stück Schauspielkunst betrachten, das er im wahrsten Sinne des Wortes auch ist.
Abgeschieden und primitiv lebt die junge Nell in der Wildnis bar jeglicher menschlicher Kontakte. Der einzige menschliche Bezug hatte sie zu ihrer verstorbenen Mutter, die aufgrund einer halbseitigen Lähmung sprachbehindert war. So spricht auch Nell eine beinahe unverständliche Sprache, die nur sie verstehen kann. Als ein Ansässiger aus der Stadt auf sie stösst, werden zwei Ärzte auf sie aufmerksam. Die ärztlichen Behörden würden sie ohne grosse Debatten sofort in die psychiatrische Klinik einweisen. Doch einer der Ärzte glaubt nach eigener Einschätzung, dass er mit einer langsamen Annäherung und einem ruhigen Studium vor Ort mehr erreichen kann. Also erwirkt dieser einen gerichtlichen Aufschub. Das Ziel ist es, den Zustand von Nell zu verstehen. Sie lernen deren Sprache mit der Zeit und enthüllen so die Vergangenheit eines tragischen und geheimnisvollen Lebens.
Mit dem Klischee ist sicher das nach Hollywood-Manier aufgebaute Happy-End gemeint. Nell wird ihrem Umfeld entrissen, weil die Ärzte erkennen, dass sie dort aufgrund der plötzlichen Popularität nicht mehr sicher ist. Die Ärzte begleiten sie in die städtische Zivilisation und versuchen sie, an die Neuartigkeiten heranzuführen. Instinktiv erforscht sie ihren Radius. Leider warten hier auch Gefahren jenseits ihrer Vorstellungskraft auf sie. Sie vertraut den Menschen fast blind, kann damit nicht umgehen und zerbricht fast daran. Nun soll vor Gericht über ihre Zukunft entschieden werden. Dort hält sie den Menschen mit Übersetzungshilfe des vertrauten Arztes ein ergreifendes Plädoyer über ihre Werte. Der Richter erkennt ihre Reife und erklärt sie für voll zurechnungs -und entscheidungsfähig. Somit haben die Ärzte den Kampf um ihre Freiheit gewonnen und das grosse Ziel erreicht.
Die Geschichte ist wirklich klischeeartig gestrickt, stören tut dies aber kaum. Als Zuschauer will man hier ungewöhnlicherweise gar keinen anderen Ausgang sehen. Man zittert und bangt mit dieser Figur mit, hofft nur auf das bestmögliche Ergebnis nach all ihrem Leid. Man muss auch sagen, dass dies ein Film ist, in dem man sich tatsächlich das altbekannte Happy-End wünscht. Etwas anderes wäre ganz einfach nicht angemessen und unpassend, um es einfach aus zu drücken.
Fazit: Trotz einiger amerikanischer Klischees, ist die Geschichte ein enorm mitreissendes, menschliches und psychologisches Abenteuer mit einer überragenden schauspielerischen Leistung.