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Nektar und Ambrosia. Kleine Ethnologie des Essens und Trinkens
 
 
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Nektar und Ambrosia. Kleine Ethnologie des Essens und Trinkens [Gebundene Ausgabe]

Klaus E. Müller
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 173 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406510264
  • ISBN-13: 978-3406510267
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 473.010 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was man nicht alles essen kann: Maden, Larven, Käfer, Würmer, Schnecken. Bei manchen Völkern kocht man sogar den Mutterkuchen und setzt ihn dem frisch gebackenen Vater als besonderen Leckerbissen vor. Die Kleine Ethnologie des Essens und Trinkens ist aber kein Kochbuch mit exotischen Gerichten. Der Völkerkundler Klaus E. Müller sucht vielmehr nach dem Sinn, der hinter solch seltsam anmutenden Gebräuchen steckt. Im Fall der Nachgeburt hat das Verspeisen religiöse Gründe: Die in ihr enthaltene Lebenskraft darf nicht verloren gehen, deshalb verleibt man sie sich ein.

Das Buch schaut aber nicht nur fremden Völkern in die Töpfe. Es wirft auch einen Blick in unsere eigene Vergangenheit: Was aß der Mensch im Jungpaläolithikum? Seit wann sind Messer, Löffel, Gabel üblich? Woher kommt die Idee des "Arbeitsessens"? Und warum steht auf dem Speisezettel nie alles, was der Mensch als "Allesfresser" theoretisch essen kann?

Der amerikanische Ethnologe Marvin Harris (Wohlgeschmack und Widerwillen) antwortet auf solche Fragen mit Umweltbedingungen und Proteinen. Für Müller sind dagegen kulturelle Gründe ausschlaggebend: Essen hat außer Kalorien und Vitaminen immer auch eine symbolische Bedeutung, die selbst bei uns in vielen Bräuchen weiterlebt.

Vom Osterlamm bis zum profanen Nachtisch, vom Kannibalismus bis zur Fastenspeise gibt es kaum etwas, was Nektar und Ambrosia nicht behandelt. Ob man das im intellektuellen Plauderton geschriebene Buch als reichhaltiges Büfett empfindet oder als schwer zu verdauende Enzyklopädie, hängt vom Geschmack des Lesers ab. --Bernhard Wörrle

Kurzbeschreibung

Klaus E. Müller ergründet in diesem glänzend geschriebenen Buch mit scharfem ethnologischem Blick Rituale, Regeln und Rezepte, die unsere Ernährung seit Urzeiten prägen. Vieles, was uns selbstverständlich erscheint - etwa bestimmte Sitzordnungen oder Vorlieben für manche Speisen und Abneigungen gegen andere -, erweist sich als eine archaische Erbschaft mit hoher symbolischer Bedeutung. Das Buch macht aber auch deutlich, wie durch die moderne Fast-Food-Kultur die lange Kontinuität gebrochen wird.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nektar und Ambrosia 3. September 2003
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Eine aufschlussreiche Studie über Ess- und Trinkgewohnheiten der Menschen während der letzten Jahrtausende. Beginnend mit den Sammlerinnen- und Jägerkulturen in grauer Vorzeit spricht der Professor für Ethnologie K. E. Müller über die immensen Schuldgefühle dieser Personengruppen gegenüber Tier- und Pflanzengottheiten, deren Kinder quasi aufgegessen wurden, denn nicht nur Tiere, auch Feldfrüchte und Getreide galten als beseelt.
Der Autor weist auf die mannigfaltigen Rituale hin, denen sich diese Menschen unterzogen, um sich auf diese Weise mit den Göttern zu versöhnen und wieder eins zu werden mit der Natur.
Diese Nähe zur Natur hatten auch die späteren Agrargesellschaften, die durch ihre anbaubedingte Seßhaftigkeit in großer Abhängigkeit standen zum Wind und kaum vorhersagbarem Wetter.
Vorratswirtschaft war eine Grundvoraussetzung um zu überleben und von daher sahen sich die Menschen gezwungen immer ausgeklügeltere Methoden der Konservierung von Lebensmitteln zu entwickeln.
Brot, Honig, Milch, Bier und Wein galten lange als die Grundnahrungsmittel in vielen Regionen dieser Erde. Allmählich entwickelten sich immer differenziertere Gerichte - Kräuter und Gewürze begannen eine größere Rolle zu spielen - und schließlich entstand die Tafelkultur.
Rezepte wurden niedergeschrieben und Köche erlangten Ruhm, schon bei den Römern! Aber es gab auch immer die so genannte Hausmannskost, die den kulinarischen Höhepunkt im familiären Zusammensein ausmachte.
Der gedeckte Tisch war in allen Jahrhunderten ein Ort von sozialer Bedeutung.
Manieren galten zunächst als Abgrenzungsmittel gegenüber den Tieren, später waren sie aber auch eine bewusst errichtete Barriere gegenüber sozial minder priviligierten Gesellschaftsgruppen.
Die gemeinsame Mahlzeit war stets ein wichtiges Bindemittel für die Familie. Durch die " Fast - Food - Apokalypse " der letzten Jahrzehnte allerdings sitzen Familienmitglieder immer seltener zusammen am Tisch. Hier in Deutschland, so liest man, wird noch in jedem fünfzehnten Haushalt täglich gemeinsam eine Mahlzeit eingenommen. Die familiäre Tischgesellschaft befindet sich demnach in der Auflösung zugunsten " zunehmender Individualisierung und einer erhöhten Bereitschaft zu wechselnden Beziehungen ", wie der Autor analysiert.
Bleibt zu erwarten, wie die Gesellschaft das abrupte Ende der über Jahrtausende gewachsenen Rituale verkraftet.
Ein interessanter Text, eine unendliche Fülle von Informationen, die an dieser Stelle natürlich nicht aufgelistet werden können.
Der Kauf des Buches ist sehr zu empfehlen!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein recht handlicher Bissen ist "Nektar und Ambrosia - kleine Etnologie des Essens und Trinkens" aus der Beck'schen Reihe. Dafür dass es tatsächlich recht kurz ist, beinhaltet es jede Menge gesammeltes Wissen über die erstaunlichen Gebräuche fremder exotischer Völker und alter Zeiten und hat ein bisschen Sammelsuriumscharakter. Sicher interessant, wenn man mal mit etwas Halbwissen protzen will, aber als Einführung für Leute, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollen, vielleicht doch nicht so ganz das Wahre. Und es ist eben leider stark von recht altertümlich erscheinenden Vorstellungen durchsetzt. So findet sich ein recht antiquiertes Frauenbild, das den Platz der Frau vorwiegend am heimischen Herd beim Kochen für den von der Arbeit (oder Jagd) nach Hause kommenden Mann verortet. Zudem wird die Beschreibung der "Bräuche" und der oft herangezogene Vergleich "früher-heute" stark wertend im Sinne einer Kulturkritik. Ich finde, es ist alles ein bisschen vereinfacht, wenn man versucht Kontinuitäten und Verallgemeinerungen herzustellen, die so nicht zu beweisen sind. Bsp. das Thema Jäger-Sammlerinnen. Männer jagen, Frauen sammeln. Aber warum sollen nicht Jäger auch gleichzietig Sammler gewesen sein? (weil das so schön umrissene Weltbild der Großväter dann nicht mehr so leicht für Erklärungen herangezogen werden könnte?) Dann gibt es Vergleiche mit hier sog. "primitiven Kulturen" um zum Ergebnis zu kommen: So muss es auch in der Steinzeit in Europa gewesen sein. Von solchen Vorstellungen ist man doch eigentlich seit mind. 50 Jahren abgerückt. Auch andere grobe Fehler sind mir aufgefallen, die sich aber mit populären Vorstellungen decken und deshalb einfach zu verwenden sind. Z.B. wird Brot mehrfach als die Hauptspeise des Mittelalters erwähnt, es handelt sich hier aber tatsächlich um verschiedene Getreidebreie, wie z.B. Hirse. -Oder auch die Story über das "Weißessen" als sehr verbreitete Speise im Spätmittlelater, wo unter anderem Zucker als Zutat genannt wird, ja der Zucker wurde doch eigentlich erst im 19 Jhd. allgemein erschwinglich..Auf S.33 wird behauptet, Pflanzerkulturen hätten durchwegs an Unterernährung gelitten, das kann man auch nicht so stehen lassen, da man ja dann sehr schnell wieder davon abgekommen wäre..
Gut, die Aufzählung der Beispiele soll hier niemanden ermüden, ich habe mich aber wie man sehen kann, etwas gewundert, solche Sachen noch in einem Buch aus dem Jahr 2003 zu finden..
Völlig klar, dass man in einem so kurzen Buch das sehr komplexe Thema Nahrung und Essen nicht in allen Facetten richtig beleuchten kann, der Anspruch besteht aber und vieles Unbewiesene wird als bewiesen hingestellt, eben weil es als "allgemein bekannt" gilt. So wimmelt es im Buch von "alten Germanen", "früher" und "bei den Alten". Vieles, was in unterschiedlichen sozialen Situationen auftritt (z.B. das Schweigen beim Essen, S.95), und in anderen Situationen vielleicht ganz anders war, wird generalisiert als das Verhalten in der traditionellen Gesellschaft und mit einer Kulturkritik über den Verfall der angeblich traditionellen Werte vermengt.
Ein eher antiquiertes Buch, für meinen Geschmack auch mit zuviel Mythologie, ich kann es nicht unbedingt weiterempfehlen.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Klaus E. Müller hat hier eine kleine Monographie zum Essen und Trinken unter kultur-/sozialanthropologischer Sichtweise vorgelegt. Die Kapitel sind mehr oder weniger chronologisch geordnet, angefangen bei steinzeitlichen (und auch späteren) Wildbeuterkulturen über vorgeschichtliche wie rezente bäuerliche Kulturen und Hirtenvölker bis zu den komplexeren, weiter differenzierteren feudalen und neuzeitlichen Gesellschaften. Dabei vergisst er auch gewisse "Urmythen" wie das in allen Erdteilen vorkommende Paradies, aus dem der Mensch verbannt wurde, und in dem es immer reichlich, leicht zu ergatternde Nahrung gab, die vorallem Sündefrei zu ergatern war, und das Dilemma des Töten des heiligen Tieres oder der heiligen Pflanzen nicht. Auch das Schlaraffenland wird erwähnt. Die Entwicklung zur "Haute cuisine" wird dabei ebensowenig vergessen wie die aktuellen Trends beim Essen: Weniger gemeinsame Mahlzeiten, mehr individuelle Freiheit, mehr Fastfood und schnelles, "assoziales" Essen alleine, wodurch das Essen seine soziale Funktion einzubüßen droht.
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