Schon das Intro möchte als Deklaration verstanden werden: I'm neither fish nor flesh. Ich lass mich von euch nicht in irgendwelche Schubladen stecken. Und so liefert TTD nach seinem kommerziellen Überflieger „Introducing The Hardline ...“ mit diesem Album den größten musikalischen Stinkefinger der 80er – eine einzige Verweigerung an den Popzirkus. Er serviert schwere Kost: im ersten Song wird er nur von einer Harfe begleitet - nicht gerade poptauglich. Im nächsten Stück schlägt ein Streichquartett bewusst schräge Töne an. Und wer noch immer nicht vergrault wurde, bekommt noch einen Song über einen schwulen Freund auf die Ohren – spätestens hier haben zumindest die Amis kapituliert.
Wer aber geduldig ist, wer das Album mehrmals hört und auf Entdeckung geht, wird über die Maßen belohnt. All der Zorn manifestiert sich zu einem der grandiosesten Alben der 80er Jahre - schon wieder ein Superlativ. “Neither Fish Nor Flesh“ ist musikalisch vielseitig, bietet also nicht nur Funk und Soul, und zeigt sich textlich ausgereift (insbesondere sei hier das kritische „You Will Pay Tomorrow“ erwähnt). Mit „This Side Of Love“ (der Titel eröffnet auf der LP logischerweise die B-Seite) gewinnt das Album an Fahrt und schlägt auch versöhnlichere Töne an. Immer wieder blitzt TTD's Schalk durch, etwa wenn ein Song in der Mitte aus- und wieder eingeblendet wird. Schade nur, dass er nach dieser Resolution („hold back your influential friends / for they really are not my type / 'cause if as long as I got my baby / I'll be alright.“) beim nächsten Album eine Rolle rückwärts machte – und kläglich scheiterte.