Hallo,
Jesus entäußerte sich seiner Göttlichkeit und wurde Mensch. - Dazu kam der Heilige Geist über die Jungfrau Maria und zeugte ihr einen Sohn. - Josef (Marias Verlobter) hätte sie daraufhin verstoßen, aber Gott richtete ihm aus, was geschehen war und daß er Maria annehmen solle, was er dann auch tat. Schließĺich wurde Jesus in einem Stall in Bethlehem geboren, Hirten sahen einen Stern, drei Könige aus dem Morgenland auch, weswegen sie von diesem Stern geführt, zum Kind kamen, um ihm zu huldigen. Jesus wuchs heran und wurde schließlich als Christus erkannt, also der Messias, auf den die Juden schon lange gewartet hatten. - Die Menschen sahen das an der Autorität in seiner Person, an seinem Reden, seiner neuen Lehre, seiner Schriftkenntnis und den durch ihn geschehenen Wundern, z.B.: aus Wasser wurde Wein, Krankenheilungen, Totenauferweckungen, Gang auf dem Wasser usw. - Jeder sollte nun aufgrund einer Umkehr zu Gott und einer Taufe zum Anhänger Jesu, und damit zum Reich Gottes gehören. Schließlich wurde Jesus für 30 Silberstücke von Judas verraten, von den Römern gefangengenommen, gefoltert und schließlich auf Verlangen der Juden – wobei die Römer = Pilatus eine zweifelhafte Rolle spielten, da Jesus Pilatus Ansicht nach unschuldig war - gekreuzigt. - Dabei bekehrte sich noch einer seiner Mitgehängten. Am dritten Tag nach der Kreuzigung war das Grab Jesu leer, und er wurde von mehreren Personen gesehen = Jesu war auferstanden. - Nach einigen weiteren Tagen fuhr Jesus in den Himmel auf. - Seither sitzt er (wieder?) auf dem Thron Gottes, und zwar zu des Vaters Rechten. - Die Jünger blieben auf Jesu Geheiß in Jerusalem, bis der Heilige Geist kam, und sie erfüllte, und sie somit bevollmächtigte Zeugen Jesu sein konnten.
Ein Gutteil dieser genannten Geschehnisse wird von Prophetien des Alten Testaments gestützt und somit – jüdisch (als Religion) - als das bewiesen, was es ist: Jesus ist der Christus.
Dieser Christus war das finale Opfer, um Gott bereit zur Versöhnung mit jedem einzelnen Menschen zu machen, sofern dieser sich zu ihm bekehrt und / oder taufen läßt.
Die Notwendigkeit für ein Opfer ging auf den „Sündenfall“ aus dem Buch Genesis (1. Mose) zurück. - Mit Jesu Kreuzigung ist das „finale“ Opfer gebracht, mit seiner Auferstehung von den Toten der „Zündfunke“ gelegt, um „die ganze Welt zu erretten“. - Dazu gab es verschiedene „Helfer“, zwei zu Beginn maßgebliche waren: Petrus und Paulus.
Das Glauben viele Christen auf der Erde, indem sie es mehr oder minder wörtlich (Bibel) = als historisch nehmen; und das wird tagtäglich weltweit in Kirchen / Gemeinden gepredigt und gelehrt, und daraufhin bekehren sich jährlich zehntausende zu Christus als Gott. Das ist die Grundlage und der wesentliche Inhalt des zweiten Teils der Bibel / des Neuen Testaments = der christlichen Botschaft von Gottes Liebe und der Erlösung der Welt.
Uta Ranke-Heinemann hat sich damit intensiv auseinandergesetzt, und kommt im Lichte der wissenschaftlichen Forschung zu ganz anderen Ergebnissen, wie vor ihr schon einige andere Theologen.
- Was soll man von einem „Neuen Testament“ halten, das vielleicht gar nicht historisch korrekte Geschichte wiedergibt, sondern eher Erzählungen?
Wenn die Bibel als Geschichtswerk = Schilderung wahrer Begebenheiten zu verstehen sein soll, dann muß sie auch historischer Überprüfung standhalten. - Denn wäre sie nur eine Sammlung von Erzählungen mit vielleicht „verstecktem“ Inhalt, dann wäre sie doch wahrscheinlich nicht als „Gottes Wort“ = Gott = perfekt und absolut wahr zu verstehen; eine Argumentation übrigens, der sich viele Christen verschließen. Häufig bringen sie dort, wo es Zweifel gibt, Gott als Erklärung ins Spiel – z.B.: „das hat Gott gemacht“ oder „bei Gott sind – eben – alle Dinge möglich“: ein absolut sicheres System, um Zweifel zu vermeiden (und somit eigene Glaubensüberzeugungen absolut zu setzen).
Frau Ranke-Heinemanns Buch beginnt persönlich, wo sie bald von Ihrer ersten Begegnung mit einem bekannten kritischen Theologen, Rudolf Bultmann (Entmythologisierung des NT), berichtet, in dessen Haus sie einige Zeit wohnte.
Im weiteren erklärt sie auch, daß Sie mit dem Titel „Nein und Amen“ nicht meint: „das NT ist erlogen und damit glaube ich es nicht mehr. Amen.“
Sondern sie meint, auch wenn sich vieles nicht als historisch belegbar = als erfunden herausstellt, könne sie trotzdem Christin sein, denn schließĺich gehe es ihr um Wahrheit (die Bibel soll ja schließlich auch „Die Wahrheit“ sein) und nicht darum, etwas Ungewolltes zu zerstören (wie es vielleicht ein Atheist oder ein Glaubensgegner täte).
Insofern scheint das, was die Autorin schreibt auch von einer „inneren Spannung“ getragen: sie will „retten, was verloren ist“, aber dabei die Wahrheit nicht preisgeben, was sicherlich von Gott gutgeheißen wird, sofern es ihm tatsächlich um Wahrheit gehen sollte.
Vorausgesetzt also, Gott selbst sei an der Wahrheit interessiert, so kann man das von den Autoren der Schriften der Bibel nicht sagen, zumindest nicht Wahrheit, so wie wir es heute verstehen: Wahrheit im Sinne von Fakten über Geschehenes, Abläufe, Zeitpunkte, Umstände, beteiligte Personen usw.
Frau Ranke-Heinemanns Buch nimmt nun „volle Fahrt“ auf, um zu zeigen, was am NT wahr ist, und was nicht. - Einige Beispiele:
o Jungfrauengeburt: in der damaligen Zeit war es „üblich“, besonderen Menschen (z.B. Herrschern) göttliche Herkunft zuzudichten: Göttlichkeit = Reinheit, also Jungfrauengeburt. - So wurden aus Menschen Gottesgesandte – mit entsprechender Autorität.
Eine „Jungfrauengeburt“ für einen „besonderen Menschen“ war damit damals relativ normal, allerdings ohne die Wahrheit wiedergeben zu wollen. - Jesu „Jungfrauengeburt“ ist somit kaum wörtlich zu verstehen. (Eine christliche Antwort wäre hier: „bei Gott sind alle Dinge möglich“).
o Volkszählung: es fand damals keine solche Volkszählung statt (Zählung der Menschen in ihren Heimatstädten), denn so etwas wäre auch sehr ungewöhnlich gewesen.
o Die Herkunft Jesu als Davids Nachkomme: wie kann Jesus Davids Nachkomme sein, wenn der Heilige Geist ihn gezeugt haben soll? - Ein solcher Mensch ist vielleicht ein Nachkomme der Vorfahren Marias, aber deren Ahnen spielen in der Bibel keine Rolle, nein: es wird in mehreren untereinander unstimmigen Ahnenlisten versucht, schon aus Josef nur einen Nachkommen Davids zu machen. - Jesus kann als von Gott gezeugter gar nicht Anteil am Erbgut Josefs (und damit Davids) haben.
o Die Wunder Jesu: ein – gescheiterter Versuch – aus einem besonderen Menschen einen noch besonderen zu machen: die Wundererzählungen entwickelten eine Eigendynamik, und trennen die Menschen von Gottes Liebesbotschaft, da sie eher von Jesus ablenken. Die Wunder sind genauso hinzugedichtet, oder aus anderen Erzählungen übernommen.
o Die drei-Tage-Rechnung zwischen Jesus Tod und seiner „Auferstehung“: eine Berechnung, die die geschichtlichen Gegebenheiten mißachtet, denn der jüdische Tag beginnt nicht um 0.00 Uhr, wie bei uns, sondern abends, wenn die Sonne untergeht.
o Sich wandelnde Situtationseinschätzung: von anfänglich: die Römer haben Jesus hingerichtet, wird der Fokus, und damit das schuldhafte Verhalten, immer weiter auf die Juden verlagert = antisemitsche Tendenzen.
o Prophetien über Jesus aus dem AT? - Hingebogen, aus dem Zusammenhang gerissen, sogar sich widersprechende „Erklärungen“ beziehen sich auf das gleiche Wort im AT.
o Judas hat Jesus „verraten“, durch einen Kuß. - Warum mußte Jesus „verraten“ werden? - Hatte er sich maskiert? War er von denen, die ihm nicht anhingen, unerkennbar? Jesus war doch stetig unter den Menschen vor Ort, im Tempel usw., wenn man die Bibel wörtlich nimmt. Wozu also der „Verrat“?
o Die Auferstehung: Paulus als frühester Autor von Schriften, die heute der Bibel angehören, erwähnt das Osterereignis mit leerem Grab etc. mit keinem Wort (dafür dann aber die deutlich später geschriebenen Evangelien). - Leeres Grab? - Kein geschichtliches Ereignis.
o Die Bekehrung des Paulus nach Apg 26,14: wesentliche Teile einer Erzählung aus griechischer Mythologie wurde in eine christliche Erzählung umgewandelt. - Abgeschrieben.
Und so geht es gerade weiter. -
Und wie oben schon angedeutt, sind das nur wenige Beispiele: das Buch von U. Ranke-Heinemann wimmelt von historischen Parallelen in außerjüdischen und jüdischen Schriften.
Es wimmelt von solchen Beispielen, die uns die Bibel als „Wahrheit“ anbietet, und die nichts sind, als zusammengeschustertes Märchenmaterial, das gar nicht der „Erlösungsbotschaft“ der Bibel geschuldet ist.
Nein. - Wesentliche Schriften der Bibel – gerade die Evangelien - weisen eine augenfällige Unkenntnis der Lebenssituation Jesu auf, und schreiben Dinge zusammen, die nicht zusammenpassen, und somit überhaupt nicht „Die Wahrheit“ darstellen, sondern von machtpolitischen und Motivationen der Verklärung (Erfindung) hintertrieben sind.
Dazu veranschaulicht das Buch auch noch einmal: es hat über 300 Jahre gedauert, bis auf verschiedenen Konzilen Jesus und der Heilige Geist zu Gott erklärt wurden.
Vorher haben viele Jesus nicht als Gott angesehen und verehrt.
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