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Neill, Alexander S.
 
 
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Neill, Alexander S. [Taschenbuch]

Axel D. Kühn
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: rororo (1. September 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499505495
  • ISBN-13: 978-3499505492
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 11,4 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Alexander Sutherland Neill wurde als geistiger Vater der "antiautoritären Erziehung" berühmt - obwohl er selbst dieses Schlagwort nicht schätzte. Den Anfängen der europäischen Reformpädagogik verpflichtet, gründete Neill bereits 1921 seine erste Schule - in Deutschland. Von dort führte ein konsequenter Weg nach Summerhill. In der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Pädagogik und Psychoanalyse entwickelte der rastlos tätige Erzieher Neill seine Grundprinzipien: Freiheit statt Zwang, Selbstbestimmung statt Autoritätshörigeit.

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Von Ein Kunde
wer anläßlich des 80. geburtstag der in deutschland unter dem schlagwort der antiautoritären erziehung bekannt gewordenen internatsschule 'summerhill' etwas über den schulgründer alexander s. NEILL selbst erfahren möchte, dem kommt dieses in der etablierten rowohlt-biographie-reihe bereits 1995 erschienene buch gerade recht. sorgfältig recherchiert gewährt der autor einen überblick über den lebensweg des schottischen pädagogen, und deckt hierbei den einfluß von NEILLs eigenen schulerfahrungen - sowohl als schüler als auch als lehrer - auf seine spätere pädagogische praxis als der 'rebell von summerhill' (CANNAN 1985) auf. das wie dargestellt besonders repressive und gewälttätige schulsystems schottlands mag viele spätere auch provokante äußerungen und handlungen NEILLs erklären.

summerhill war und ist vermutlich die schule, an der kinder in möglicherweise einzigartiger konsequenz 'lernen wann sie wollen und was sie wollen' (BECKER 1970). das pädagogische konzept NEIILs scheint seit der (ideelen) gründung summerhills 1921 unverändert: vollständige, demokratische selbstregierung der schüler in ihren belangen, freie wahl der teilnahme am unterricht, konsequente gleichstellung von erwachsenen und kindern. ein ehrlicher, offener umgang dieser beider altersgruppen miteinander, aber kein laisse-faire, kein (wiederum pädagogisch motiviertes) auf-der-nase-herum-tanzen-lassen. dies vielleicht das zentrale mißverständnis in sachen antiautoritäre erziehung. „ein buch nach einem jungen zu werfen, mit einem 'hau ab, ich bin beschäftigt!' ist ganz unschädlich, wenn der junge keine angst vor einem hat. ihn aber eine stunde nach dem vorfall ins büro zu holen und ernsthaft mit ihm über sein benehmen zu reden, ist schädlich" (NEILL 1926). 'freiheit, nicht zügellosigkeit', so ein vielzitierter wahlspruch NEILLs, die freiheit des einzelnen ende, wo die des anderen beeinträchtigt werde, z.b. durch das spielen einer trompete im klassenraum, in dem andere lernen wollen.

NEILL verzichtet auf jede form 'brillianter unterrichtsmethoden' (KÜHN 1995), „das interesse solle aus dem kind selbst kommen, dieses dinge interessant-machen ist falsch" (NEILL 1923). wichtiger sei vielmehr die emotionale entwicklung des kindes, der geist sorge in der folge für sich selbst. vor seinen augen keine gnade finden können MONTESSORI („sie ist zu ordentlich. der name 'didaktischer apparat' macht mir angst." NEILL 1983) und ROUSSEAU („ ... der schmutzkerl wollte für seinen zögling freiheit in grenzen, die ihm sein tutor setzt." NEILL 1983).

NEILL scheint in diesem buch auf als humorvoller zeitgenosse, kein pädagogischer theoretiker, ein nach eigenem urteil intuitiver praktiker, der nach einem wenig vielversprechendem start ins leben (weder mutter noch vater gaben viel auf ihn), seinen weg suchte (als lehrling eines tuchhändlers, student der agrarwissenschaften und anglistik sowie als journalist), ihn in gestalt seiner eigenen schule fand und in bewundernswerter konsequenz - nicht ohne eine gehörige prise immer selbstironischer eitelkeit - ging, gleich ob er verlacht, angefeindet oder bejubelt wurde. so mühte er sich auf dem höhepunkt seiner popularität in den jahren 1967-1973 eine instrumentalisierung seines werkes durch vordergründig politisch motivierte interessenten („... kampf für kommunismus, sozialdemokratie oder was auch immer ..." NEILL 1972) zu verhindern - obgleich er selbst keineswegs unpolitisch war, und sich in den 1910-30iger jahren als sozialist bezeichnet hatte.

zu kurz kommt in KÜHNs darstellung lediglich der blick auf die lebenswirklichkeit summerhills, hier kann die veröffentlichung des langjährigen summerhillmitarbeiters matthew APPLETON (summerhill - kindern ihre kindheit zurückgeben. 2000) einen aktuellen wie gleichermaßen intensiven einblick bieten.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
wer anläßlich des 80. geburtstages der in deutschland unten dem schlagwort der antiautoritären erziehung bekannt gewordenen internatsschule 'summerhill' etwas über den schulgründer alexander s. NEILL selbst erfahren möchte, dem dürfte dieses in der etablierten rowohlt-biographie-reihe bereits 1995 erschienene buch gerade recht kommen. sorgfältig recherchiert gewährt der autor einen überblick über den lebensweg des schottischen pädagogen, und deckt hierbei den zusammenhang von NEILLs eigenen schulerfahrungen - sowohl als schüler als auch als lehrer - mit seiner späteren pädagogischen praxis als der 'rebell von summerhill' (CANNAN 1985) auf. das wie dargestellt besonders repressive und gewälttätige schulsystems schottlands mag viele spätere auch provokante äußerungen und handlungen NEILLs erklären.

summerhill war und ist vermutlich die schule, an der kinder in möglicherweise einzigartiger konsequenz 'lernen wann sie wollen und was sie wollen' (BECKER 1970).das pädagogische konzept NEIILs scheint seit der (ideelen) gründung summerhills 1921 unverändert: vollständige, demokratische selbstregierung der schüler in ihren belangen, freie wahl der teilnahme am unterricht, konsequente gleichstellung von erwachsenen und kindern. ein ehrlicher, offener umgang dieser beider altersgruppen, aber kein laisse-faire, kein (wiederum pädagogisch motiviertes) auf der nase herum tanzen lassen. dies vielleicht das zentrale mißverständnis in sachen antiautoritäre erziehung. („ein buch nach einem jungen zu werfen, mit einem 'hau ab, ich bin beschäftigt!' ist ganz unschädlich, wenn der junge keine angst vor einem hat. ihn aber eine stunde nach dem vorfall ins büro zu holen und ernsthaft mit ihm über sein benehmen zu reden, ist schädlich." NEILL 1926) 'freiheit, nicht zügellosigkeit', so ein vielzitierter wahlspruch NEILLs, die freiheit des einzelnen ende, wo die des anderen beeinträchtigt werde, z.b. durch das spielen einer trompete im klassenraum, in dem andere lernen wollen. NEILL verzichtet auf jede form 'brillianter unterrichtsmethoden' (KÜHN 1995), „das interesse solle aus dem kind selbst kommen, dieses dinge interessant-machen ist falsch" (NEILL 1923). wichtiger sei vielmehr die emotionale entwicklung des kindes, der geist sorge in der folge für sich selbst. vor seinen augen keine gnade finden können MONTESSORI („sie ist zu ordentlich. der name 'didaktischer apparat' macht mir angst." NEILL 1983) und ROUSSEAU („ ... der schmutzkerl wollte für seinen zögling freiheit in grenzen, die ihm sein tutor setzt." NEILL 1983).

NEILL scheint in diesem buch auf als humorvoller zeitgenosse, kein pädagogischer theoretiker, ein nach eigenem urteil intuitiver praktiker, der nach einem wenig vielversprechendem start ins leben (weder mutter noch vater gaben viel auf ihn), seinen weg suchte (als lehrling eines tuchhändlers, student der agrarwissenschaften und anglistik sowie als journalist), ihn fand und in bewundernswerter konsequenz - nicht ohne eine gehörige prise immer ironischer eitelkeit - ging, gleich ob er verlacht, angefeindet oder bejubelt wurde. so mühte er sich auf dem höhepunkt seiner popularität in den jahren 1966-1973 gegen eine instrumentalisierung seines werkes durch vordergründig politisch motivierte interessenten („... kampf für kommunismus, sozialdemokratie oder was auch immer ..." NEILL 1972) - obgleich er selbst keineswegs unpolitisch war, und sich in den 1910-30iger jahren als sozialist bezeichnet hatte.

zu kurz kommt in KÜHNs darstellung lediglich der blick auf die lebenswirklichkeit summerhills, hier kann die veröffentlichung des langjährigen summerhillmitarbeiters matthew APLLETON (summerhill - kindern ihre kindheit zurückgeben. 2000) einen aktuellen wie gleichermaßen intensiven einblick bieten.

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