Dieser Band gehört zu den besten Comics, die ich je gelesen hab.
Die Handlung wurde, samt Marmel-Helden-Crew, ins Jahr 1602 verlagert, und das funktioniert wiedererwartend gut.
Die Superwesen (Helden und Schurken) wurden ihrer Zeit entsprechen verändert, sowohl in Kleidung, Erscheinungsbild, Kräften, Entstehungsgeschichte, als auch im Namen. So wurde zum Beispiel aus Professor Charles Xavier der bärtige, aus Spanien stammende Carlos Javier und aus den Fantastic Four wird die Schiffscrew die sich, nach ihrem Schiff, die Vier von der Fantastik nennen.
Diese Änderungen sind aber keinesfalls ärgerlich, sondern vielmehr interessant. So fragt man sich oft, was die Person nun eigentlich mit ihrem Äquivalent aus der Gegenwart gemeinsam haben. Teilweise tauchen diese Gemeinsamkeiten nur als Nebensächlichkeit auf, jedoch erkennt der geübte Marvel-Leser die elementare Bedeutung dieser.
Das zeigt, dass sich der Autor wirklich gut mit der Materie auseinander gesetzt hat.
Sehr gut gefallen haben mir auch Zeichenstil und Kolorierung. Es wirkt alles eher wie ein Gemälde, als ein modernes Comic-Heft. Dadurch entsteht eine wundervolle Atmosphäre und man kann sich gut in die Zeit reindenken. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass der Comic komplett auf schwarze Seiten gedruckt wurde.
Somit ist die gesamte Optik in jeder Hinsicht gelungen.
Vom Aufbau her ist der Comic in mehrere Handlungsstränge eingeteilt, zwischen denen ständig hin und her gesprungen wird und die sich zum Ende hin bündeln.
An dieser Stelle muss ich jedoch auch einen negativen Punkt ansprechen: Der Höhepunkt des Bandes ist schon einige Seiten vor dem Ende erreicht. Danach flachen Handlung und Spannung leider etwas ab.
Nichts desto trotz bleib dieser Comic ein grandioses Meisterwerk.
Auch Marvel-Neulinge sollten die Geschichte gut und problemlos nachvollziehen können, jedoch sind gute Kenntnisse im Marvel-Universum von Vorteil, da man so die vielen Anspielungen und Details besser versteht.
lg Davy