.... ist im Raum, aber ich werde ihn nicht beim Namen nennen, auch wenn es mir in den folgenden Zeilen schwerfallen wird. Blink 182 im Jahr 2011 ist nicht mehr Blink 182 Ende der 90er. Jeder der eine Rückkehr zu dem Soundtrack unserer Jugend (oder den Tweenjahre) erwartet hat, mit knackigen 2 Minuten Punkrock Songs, wird ein wenig enttäuscht sein. Mark hatte das auch bereits ganz offen gesagt und kurz vor Veröffentlichung noch geäussert, dass er ziemlich sicher ist, dass einige Fans enttäuscht sein werden.
Aber im einzelnen, zu den Songs:
GHOST ON THE DANCEFLOOR. Ein knackiges Albumeröffner, mit einem simplen treibenden Riff und den typischen rumpelnden Drums von Travis, aber auch einer netten Synthimelodie, die sehr an den Elefanten im Raum erinnert, der hier ja nicht genannt werden soll ;-). Sehr catchy! Das erste Highlight des Albums.
NATIVES. Der erste punkige Song. Ein simples Punkriff, das an die guten, alten Tage erinnert. Blink 182 sind wieder da, nur eben etwas älter geworden. Was man auch gut an den Lyrics bemerkt, Spass und Fun sind nachdenklicheren Themen gewichen. Mark teilt sich hier die Vocals mit Tom und es tut dem Song gut.
UP ALL NIGHT. Die erste Single, sollte schon längst den meisten bekannt sein. Grossartiges Riff, knackiger Refrain. Hoffentlich schaffen es Blink 182 auch live nach Europa, der Song ist wie gemacht als Live Anheizer.
AFTER MIDNIGHT tritt etwas auf das Gas Pedal im Vergleich zu den vorhergehenden Songs. Mark und Tom wechseln sich in den Vocals ab, wunderbarer Wechsel von Verse und Chorus, ein weiteres Highlight des Albums.
SNAKE CHARMER. Ein nicht wirklich schlechter Song, manche Newcomer Band würde danach lechzen, aber für mich einer der wenigen schwächeren Songs auf dem Album. Tom's Stimme wirkt wie aus einem Kompressor, vielleicht hätte es dem Song gut getan, wenn Mark ihn übernommen hätte. Nur auf der Deluxe Version enthalten.
INTERLUDE. Eine instrumentale kleine Atempause, die auch nötig ist für das was kommt .... ;-)
HEART ALL GONE. Kursierte schon im Internet und ist der punkigste Song des gesamten Albums, eine klare Verneigung an die Anfangstage der Band, die 'Dude Ranch' lässt grüssen. Im Vergleich zur vorab geposteten Version, hat die Albumversion etwas besser produzierte Vocals. Der Song bleibt aber trotzdem schnell und schmutzig.
WISHING WELL. Wieder ein typischer Blink 182 Song, allerdings keine Remiszenz an die Anfangstage, sondern eher an die 'Enema of the State' Phase. Die Gitarrenriffs sind leicht und melodisch, Mark's Bass ist sehr treibend. Wenn UP ALL NIGHT der Livesong zum Anheizen ist, dann ist WISHING WELL der Song, der beim Publikum die Stimmung wird und die Leutchen hüpfen lässt.
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KALEIDOSCOPE. Midtempo und nachdenklich.
THIS IS HOME. Wieder ein typischer DeLonge, wie er manchen Fans vielleicht auf die Nerven gehen wird. Ein poppiges Gitarrenriff, Synthis überall. Poppunk at its best, ich finde es gut.
MH 4.18.2011: Ein weiteres Highlight eines sehr guten Albums, Mark übernimmt wieder das Mikro und der Song geht gut ab, die Drums gallopieren und der Refrain schreit nach mitsingen. Aber Achtung, ein schon fast politischer Text.
LOVE IS DANGEROUS. Geht in die Richtung von GHOST ON THE DANCEFLOOR und ist trotz Co-Vocals von Mark sehr durch DeLonge geprägt, ihr wisst schon was ich meine ;-). Das klasse kräftige Drumming von Travis macht allerdings schon wieder einen Blink Song draus.
FIGHTING THE GRAVITY. Kann es gar nicht richtig greifen, aber etwas schattig und lahm in meinen Ohren. Das restliche Album hat sehr viel drive, dieser Song irgendwie nicht. Ist nur auf der Deluxe Version enthalten.
EVEN IF SHE FALLS. Der letzte Song auf dem Album und sehr weise gewählt, er fasst quasi alles nochmals zusammen. Ein fröhlicher Song, allerdings mit einem nachdenklichen Text. Nicht die eingängiste Melodie, aber die feinen Poppunk Riffs, der nur manchmal nach vorne stürmende Bass und die rauen Drums fassen das gesamt Album wie gesagt nochmals zusammen. Achtung, ist nur auf der Deluxe Version enthalten, ich war ' leider ' darauf reingefallen und hatte erstmal die reguläre Albumversion geladen. Und um EVEN IF SHE FALLS wäre es echt schade gewesen.
Ich mag den unbenannten Elefanten im Raum sehr, und mein erster Vergleich ging sofort in diese Richtung. Aber das ist unfair, Blink 182 sind doch mehr als Tom und seine Visionen. Zusammen mit Mark und Travis geht die musikalische Reise eben doch in eine andere Richtung. Die Band hat quasi einen Streifzug durch ihre gesamte Entwicklung versucht, und das haben sie mit dem Album auch richtig gut hinbekommen. Es ist die düsterste, erwachsenste Platte, die sie bis jetzt gemacht haben, was aber in meinen Ohren glaubhaft und nicht-aufgesetzt wirkt. Die experimentelle Elemente der letzten Platten werden aufgegriffen, dabei aber wird nie verleugnet, wo Blink 182 eigentlich herkommen. Nach dem ersten Mal hören war ich hin und her gerissen, Nach dem 20sten mal Hören gehen die Daumen einfach nur nach oben! Glaubhaft, abwechselungsreich, angemessen und definitiv mehr als die Summe der Einzelteile.