Köln im Herbst des Jahres 1402: Die Stimmung im Haus derer van Doorne ist weiterhin sehr angespannt, Alyss geht ihrem Mann aus dem Weg, wo sie nur kann. Ablenkung gewährt ihr der kleine Weingarten, den sie mit viel Mühe und noch mehr Liebe wieder zum Leben erweckt hat und der gerade erste Erträge abwirft. Arndt von Doorne wäre aber nicht Arndt von Doorne wenn ihm dieses kleine Glück nicht ein Dorn im Auge wäre und so verkauft er, hinter dem Rücken seiner Frau und kurz vor der Ernte, das Stückchen Land. Entsprechend froh ist Alyss, als Arndt kurz danach eine weitere Geschäftsreise antritt, groß ist ihre Enttäuschung über ihren Ehemann.
Dass nun jedoch Ruhe einkehrt in ihr Hauswesen und ihr Leben, ist auch nicht nach ihrem Geschmack und so kommt es ihr nur allzu gelegen, dass sie den siebenjährigen Kilian bei sich aufnehmen kann. Der Junge sieht wie ein Engel aus, hat aber beste Bengelqualitäten, die er schon bald unter Beweis stellt. Alyss muss einsehen, dass vier Wochen sehr lang werden können und so lässt sie sich von Gislindis aus den Händen lesen, auch wenn sie eigentlich nicht dran glaubt, doch zu detailliert sind ihre Vorhersagen und Alyss wird angst und bange, als immer mehr wirklich passiert. Als dann noch Yskalt, der Mörder Roberts, aus dem Gefängnis fliehen kann und nicht nur Kilian verschwindet, ist Alyss in heller Aufruhr. Kann sie Kilian wiederfinden?
Andrea Schacht schafft mit vielen liebevollen Details eine besondere Atmosphäre und ein prachtvolles Bild der damaligen Zeit. Mit ihrem ganz eigenen Humor und viel fundiertem historischem Wissen und einer Sprache, die der damaligen Zeit angemessen ist, lässt sie das Köln des 15. Jahrhunderts vor den Augen der Leser auferstehen.
Geschickt löst die Autorin gegen Ende des Buches die verworrenen Fäden der Geschichte auf und knüpft bereits neue für Alyss' nächstes Abenteuer, auf das wir schon jetzt gespannt sein dürfen. Wie von der Autorin gewohnt, finden auch immer Katzen eine liebevolle Erwähnung und auch ein Spitz spielt eine kleine Rolle. Die Begine Almut, soviel sei verraten, nimmt natürlich auch teil, wenn auch nur kurz. Aber ein Wiedersehen mit Almut und Ivo vom Spiegel ist immer wieder eine feine Sache.
Wer schon immer wissen wollte, was Käferwecken sind, eine Geschichte von verschwundenen Teufelsbraten und Brautkronen lesen möchte ebenso wie von einer Alyss, die eine Schlägerei anfängt, was uns in gewohnt rheinischer Frohnatur präsentiert wird, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen! Anderen Fans von historischen Romanen empfehle ich dieses Buch aber sowieso, denn es gibt nichts schöneres als eine Zeitreise mit Andrea Schacht anzutreten!