[Wer sich über das Spiel informieren möchte, sollte meine ganze Rezension lesen, auch wenn sie ein wenig länger als gewöhnlich ausfällt - es gibt viele Unwahrheiten zu beseitigen.]
Ich dachte mir, ich schreibe jetzt auch mal meine Meinung zu "Need for Speed - Pro Street". Wie Sie an den vergebenen Sternen erkennen können, fällt diese gut aus - im Gegensatz zu manch anderer Rezension hier.
Ich kann da vielerlei nicht verstehen, was ich auch in dem einen oder anderen Kommentar zum Besten gegeben habe.
Einerseits wird oft das Fehlen von DEM Feature schlechthin bemängelt: Keine illegalen Rennen bei Nacht mehr! Also, ich stelle mir das so vor: Ein 12-jähriger (plus, minus) spielt "Need for Speed - Underground", weil er "The Fast and the Furious" gesehen hat und somit wächst seine Aufmerksamkeit gegenüber der NfS-Reihe. Da der 12-jährige aber keine NfS-Titel vor "Underground" kennt, stellt "Underground" für ihn den Beginn der Serie dar. Also kauft der 12-jährige fröhlich jeden weiteren Titel, weil es geht ja um illegale Rennen, die so richtig evil sind.
Plötzlich stößt er auf einen Titel, der wieder mehr "Back to the roots" ist. Keine illegalen Rennen auf öffentlichen Straßen, keine Rennen bei Nacht. Wobei ersteres tatsächlich eine Neuerung ist, allerdings hat niemand es verboten, dass man innerhalb einer Computerspiel-Serie neue Wege gehen darf - der Wechsel vom Fahren am Tag mit Edelkarossen zum Fahren bei Nacht mit Import-Tunern hat ja anscheinend auch keinen gestört. Jedenfalls ist der 12-jährige angepisst, dass er keine illegalen Rennen in der Tuner-Szene, die so richtig evil ist, fahren darf und geht folglich erstmal auf Amazon, um da eine Rezension über "Pro Street" zu verfassen, die so evil wie die "Underground"-Titel ist.
In der Rezension darf aber natürlich auch nicht fehlen, dass die Steuerung diesmal blöderweise realismus-simulierend, also nicht mehr arcade-lastig ist, was dem Spieler natürlich auf einmal einiges mehr an Können abverlangt. Die Zeiten, in denen man mit 3 Minuten Vorsprung zu seinem Gegner gewann, sind nun vorbei. Verdammt, die Leute bei EA sollten sich echt schämen, dem Spieler ein neues, besseres Fahrgefühl und eine neue Herausforderung zu bieten! Verwerflich! Pah!
Was der 12-jährige dann noch so schreibt, wären Dinge wie "Das Menü ist unübersichtlich!", "Es kann nicht mehr so viel getunt werden!" oder "Die Grafik ist scheiße!".
Das Menü ist nicht unübersichtlich. Es ist sehr gut geordnet, wie ein Menü es sein sollte.
Das Tuning ist nicht eingeschränkt. Wenn man natürlich einfach die bereits aufeinander abgestimmten Pakete kauft, anstatt individuell zu tunen, dann erscheint es einem weniger, ja, ansonsten kann immer noch sehr viel gemacht werden, im Vergleich zu "Most Wanted" sogar wieder mehr, ähnlich wie in "Underground 2". Auch AutoSculpt ist vertreten, was das Individualisieren von Autoteilen ermöglicht, sowie ein Windkanal, der es einem vereinfacht, geschickt auf Geschwindigkeit und Aerodynamik zu tunen.
Die Grafik ist auch nicht schlecht. Sie ist noch besser als bei "Most Wanted", und das hat schon recht hübsche Grafik, selbst für heutigen Standard. An ein "Crysis" kommt "Pro Street" nicht heran, aber es sieht sehr sehr gut aus.
Das wären so im Dreh alle Punkte, die von den Kritikern angesprochen werden.
Ach ja, ganz besonders toll hat mir ein bestimmter Schreiber hier auf Amazon gefallen - der hat die Drag-Races nieder gemacht, weil er es nicht kann und schon in Underground nicht konnte. Niedlich.
Und noch was: Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade, bloß nicht im herkömmlichen Sinn. Es gibt drei Modi, die bestimmen, ob das Spiel dem Spieler beim Bremsen und auf der Ideallinie zu bleiben hilft. Dies beeinflusst eindeutig den Schwierigkeitsgrad.
Mir fällt auch noch was ein. Und zwar wird auch hier und da bemängelt, dass "Pro Street" eine sehr dünne Story-Line bestitzt. Wenn ich mir "Underground" ansehe, erkenne ich auch nicht den Hauch einer Story. Man fährt einfach nur nacheinander über 100 Rennen, damit man auf irgendwelchen Listen auf Platz 1 eingetragen ist. Bei "Underground 2" interessiert mich die Story nur insofern, als dass ich zumindest weiß, dass sie in Comic-Form erzählt wird, um was es geht, weiß ich aber nicht, weil es mich auch nicht interessiert. Wenn ich ein Rennspiel zocken möchte, dann geht es doch nicht um Story-telling. Ein Grundgerüst, welches Rennen fahren ermöglicht wäre nicht schlecht, aber... GTA 2 ist eines der geilsten Games ever für so ziemlich jeden, und die Story ist... äh... nicht vorhanden.
Also, ich fasse mal meine Eindrücke, die ich bisher gesammelt habe, in Kurzform zusammen:
Kontra:
- wenig Innovation
Pro:
- neue Renntypen
- viele Autos
- gute Grafik (Rauchentwicklung ^^ )
- klasse Sound
- übersichtliches Tuning-System
- erhöhter Schwierigkeitsgrad, dank simulationslastiger Steuerung
Ich hoffe, ich kann mit dieser Rezension dem einen oder anderen die Augen öffnen. Ich kann jedem nur den Rat erteilen, sich, bevor er ein Spiel kauft, die Demo zu besorgen und diese erstmal zu testen.