Da Brian Lumley Vampire als übernatürliches Element nicht reichen, wird auch hier wieder das Augenmerk auf die ESP-Begabungen von normalen Menschen gerichtet, welche nicht weniger übernatürlich sind.
Hiermit legt Brian Lumley neue Maßstäbe für seine Vampirgeschichten, was nicht allein an den ESP-Fähigkeiten der Menschen liegt, sondern auch an seiner Idee des Vampir-Parasiten, welche mir persönlich allerdings überhaupt nicht zusagt. – Denn ich kann mich nicht damit anfreunden, dass Vampire entstehen, wenn etwas Fremdes sich in einem Menschen immer breiter macht, sodass dieser nur noch als Hülle dient.
Ansonsten verdient Brian Lumley wohl wirklich den Ruhm, den seine sechzehn Bände eingeheimst haben. Das Buch ist gut geschrieben, auch wenn es sich schwierig gestaltet, den vierten Band in vollen Ausmaßen zu verstehen, wenn man die vorangegangenen Bände nicht gelesen hat; dies heißt jedoch nicht, dass das Buch unlesbar ist, doch einige Einblicke werden dem Leser verwehrt. Aber bei 175 Seiten, die ein sehr abruptes Ende finden, kann man nicht erwarten, dass Brian Lumley die gesamte Vorgeschichte wiederholt, sonst könnte er wohl kaum Neues unterbringen.
Ansonsten finde ich das Cover recht gut gelungen, denn das Gesicht, welches dem Betrachter entgegenblickt, hat kaum noch etwas Menschliches und spiegelt das Wesen dieser Wamphyri, wie Vampire hier genannt werden, wieder: unmenschlich und zum Fürchten.
Alles in allem kann man wohl sagen, dass Freunde der Necroscope-Reihe oder des gruseligen Ideenguts vermutlich nicht enttäuscht sein werden, doch als Einstieg in diese Reihe ist „Untot“ nicht wirklich zu gebrauchen.