Brian Lumleys Vampirsaga um den jungen Necroscope Harry Keogh zählt zu den besten Reihen dieses Genres. Der Auftaktband von "Necroscope" ist in den siebziger Jahren des letzten Jahrtausends angesiedelt; der Eiserne Vorhang beherrscht Europa, Ost und West konkurrieren um die besten Spezialeinheiten, um den entscheidenden Vorteil auf der eigenen Seite. Der Leser begleitet abwechselnd Harry Keogh - hier erfährt er Wichtiges über seine Herkunft und seine außergewöhnliche Kraft - und Boris Dragosani, der immer wieder nach Rumänien reist, um dort einen Untoten an seinem Grab zu besuchen. Beide Charaktere sind gut konzipiert und immer wieder für eine Überraschung gut.
Trotz eines Umfangs von fast 600 Seiten liest sich "Auferstehung" recht schnell; Lumley packt viel Handlung in den ersten Band, ohne den Leser mit den Ereignissen, die mal spannend, mal informativ ausfallen, zu überfordern. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den beiden Charakteren Harry und Dragosani, die man gut kennenlernt; vor allem Harry wächst dem Leser schnell ans Herz, während Dragosani die reizvollere Figur abgibt.
Für zartbesaitete Leser eignet sich die Reihe indes nicht. Zwar kommt es selten zu brutalen Szenen, doch die wenigen haben es in sich und sind recht eklig. Horrorfans kommen da voll auf ihre Kosten. Und am Ende des Romans kann man gar nicht umhin, sich den Folgeband zu kaufen, um zu erfahren, wie es weitergeht, denn das Finale hat es absolut in sich.
"Auferstehung" ist ein spannender Auftakt der Reihe "Necroscope" von Brian Lumley. Unterhaltsam, kurzweilig und gut zu lesen, präsentiert sich der erste Band optisch wie inhaltlich sehr gut. Es bleibt abzuwarten, ob "Vampirbrut", der im Herbst erscheinende zweite Teil, da noch einen draufsetzen kann.