Bei dem vorliegenden Roman handelt es sich um die Erzählung vom Werdegang eines einfachen Priestersohns zum Nekromanten. Wie es bei Warhammer-Romanen typisch ist, liegt hier keine der, sonst in Fantasy Romanen häufiger vorkommenden, schwarz-weiß-Malerei vor. Vielmehr wird sehr ausgiebig darüber geschrieben wie der Protagonist häufiger gewissensbisse bekommt, wenn er mit finsteren Künsten hantiert.
Der "Held" der Geschichte ist ein Medizin-Student, der sich seinem Fach verschrieben hat, in der Absicht anderen Menschen zu helfen, und genau dies treibt ihn auch langsam aber unwiderruflich dazu sich mit der Nekromantie zu beschäftigen als er nach und nach merkt, das es manchmal Probleme gibt die man nicht mit der Schulmedizin lösen kann.
Der Roman ist keinesfalls Aktiongeladen oder andersweitig mit großartigen Konflikten geschmückt, die physischer Natur sind. Es handelt sich wirklich um eine interessante Studie eines verzweifelten Menschen der langsam in einen Abgrund gerät und nicht merkt wie er nach und nach an Menschlichkeit verliert.
Wer klassische Sword und Sorcery sucht ist bei Warhammer meist eh fehl am Platz, da die Romane oftmals sehr dunkel, düster, verzweifelt und andersweitig untypisch geschildert werden. Es sollte allerdings generell bei diesesn Romanen gefallen, das der Ausgang immer recht ungewiss ist, und auch die Protagonisten einer Story nicht unbedingt dem klassischen "Helden" entsprechen, bestes Beispiel ist dafür die Reihe um Malus Darkblade, oder aber auch über Brunner den Kopfgeldjäger.
Und auch hier geht es halt um einen Charakter, der in klassischen Romanen eher den Antagonisten, denn den Protagonisten spielen würde.
Schade ist nur eine Sache, meines wissens ist keine Fortsetzung geplant, was ich nicht gerade sonderlich erfreuenswert finde, da der Roman viel Spannung entwickelt, die er auch bis zum bitteren Ende hält. Nur nimmt der Spannungsbogen nicht ab, als unser Held gerade seine finsteren Kräfte richtig zu nutzen vermag und sich wirklich als Nekromant bezeichnen darf,ist auch schon alles wieder zu ende und als leser sitzt man vor einem Werk, wo man sich fragt, ob da nicht vielleicht 200-300 Seiten fehlen.
Der Roman an sich ist also recht gut (wenn man auf Aktion verzichten will und kann) aber leider irgendwie nicht wirklich abgeschlossen. Daher nur vier Sterne. Würde es eine Fortsetzung geben würde ich mich sehr freuen, aber wer weiß was die Zeit bringt.
(Nebenbei engl. Physic hat nichts mit Physik zu tun, sondern ist ein altertümlicher Begriff für Mediziner, vor allem für den Bereich, der weniger auf Chirurgie bezogen ist, sondern eher mit Tinkturen und Medizin arbeitet.)