Zugegeben - Fantasy von deutschen Autoren - da schrillen bei mir mittlerweile die Alarmglocken. Zu oft habe ich solche Bücher schon enttäuscht weglegen müssen und mich gefragt, wieso diese zwar oft ganz nett sind, mich leider aber nicht wirklich mitreißen konnten.
Nun also ein weiterer Versuch, diesmal das Erstlingswerk eines jungen Autoren. Was mich von Beginn an positiv überrascht hat, war die ausgefeilte Sprache und die Liebe zum Detail, die man Herrn Hoffmann in seiner Geschichte anmerkte. Das Buch ließ sich sehr locker lesen und hatte keine großen Hänger aufzuweisen. Dass es der Auftaktband einer (dreiteiligen) Reihe ist, merkt man ihm sehr an - viele parallele Handlungsfäden und am Ende der knapp 500 Seiten ist kaum einer davon wirklich aufgelöst. Das führte dazu, dass ich auf den letzten 200 Seiten förmlich am Buch klebte, so spannend war es, am Ende jedoch ein klein wenig enttäuscht war, denn ich hätte mir einen runderen Abschluss gewünscht.
Das ist jedoch das einzige Manko, das ich dem Buch ankreiden muss, ansonsten war es ein durchaus unterhaltsames und reizvolles Lesevergnügen, welches mich der Fortsetzung neugierig entgegenschauen lässt. Ungewöhnlich fand ich übrigens die Tatsache, dass Hoffmann keine wirklichen Helden in seinem Buch auftauchen lässt, die sofort zu Sympathiefiguren werden. Vielmehr bleibt stets eine gewisse Distanz zu den zahlreichen Charakteren bestehen, die nicht sofort in die berühmten Schubladen "good guy" / "bad guy" anzuordnen waren. Für mich war diese Distanz annehmbar und ein ganz neuer Ansatz, fraglich bleibt jedoch, ob jeder Leser das so sieht und nicht doch die Sehnsucht nach einer Identifikationsfigur - dem strahlenden Helden oder der strahlenden Heldin eben - unerfüllt bleibt.
Alles in allem ein Buch, das Lust auf mehr macht, ja den Leser nach seinem offenen Ende bis zur Fortsetzung gar ein wenig auf die Folter spannt...