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Hochwasser am Po. Es regnet ohne Unterbrechung. Dörfer müssen evakuiert werden. Auch die Männer des Circolo Nautico, die regelmäßig den Wasserstand kontrollieren, werden ihren Stützpunkt bald räumen müssen. In dieser Situation legt der alte Tonna mit seinem Lastkahn vom Ufer beim Circolo ab und schippert flussabwärts. Als das Schiff nach einer halsbrecherischen Fahrt auf einer Sandbank strandet, finden die Carabinieri niemanden mehr an Bord. Am folgenden Tag kommt der Bruder des Schiffers unter merkwürdigen Umständen ums Leben. Commissario Soneri aus Parma glaubt im Gegensatz zu seinen Vorgesetzten nicht an einen Zufall. Seine Ermittlungen in den Dörfern am Poufer stoßen auf eisige Ablehnung der örtlichen Bevölkerung. Dennoch findet er heraus, dass beide Tonnas hartgesottene Faschisten gewesen waren und in der Umgebung fürchterlich gewütet hatten. Die Lösung des Falls scheint mit Geschehnissen der Vergangenheit unlösbar verknüpft zu sein.
Schon wieder ein neuer Commissario, mag der Leser seufzen. Doch eine Empfehlung des großartigen Carlo Lucarelli, der Valerio Varesi mit Simenon und Camilleri vergleicht, ist immer beachtenswert. In der Tat ist dem Redakteur der italienischen Tageszeitung Repubblica ein ungemein intensiver und atmospärischer Kriminalroman gelungen, in dem eine kleine dörfliche Gemeinschaft mit Verbrechen der Vergangenheit konfrontiert wird. Auch sein störrischer Eigenbrötler Soneri hebt sich erfrischend von vielen seiner Kollegen ab -- erinnert er nicht wirklich in seiner ganzen Art ein wenig an Simenons Maigret? Soneri stellt sich die zentrale Frage des Romans: Können und dürfen Verbrechen des Faschismus durch neue Gewalttaten gesühnt werden? Wie sein Autor diese Frage beantwortet, sollte man unbedingt nachlesen. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Entdeckung,
Von Jan-W Hecker "j-whecker" (Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Nebelfluss. Commissario Soneri sucht eine Leiche (Gebundene Ausgabe)
Italien-Krimis gibt es viele und das aus den unterschiedlichsten literarischen Genres. Man mag insbesondere zu Donna Leon stehen wie man will (ich mag die Bücher sehr), sie hat nun einmal Standards in diesem Bereich gesetzt(die filmischen Umsetzungen werden dabei nicht im Mindesten den Büchern gerecht). Und so ist es schön, mal ab und an einen Neuzugang zu entdecken, und dieser hier lohnt sich wirklich. Das gemächliche Erzähltempo vermittelt hervorragend die Atmosphäre in der (im Roman) regnerischen Po-Ebene, die Geschichte ist gut konstruiert und fesselt vom ersten Satz an. Der Commisario ist eine echte Type, die italienische Volkssele kommt auch nicht zu kurz. Deswegen: unbedingte Empfehlung und Warten auf mehr...
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mördersuche in düsterer Gegenwart und Vergangenheit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Nebelfluss. Commissario Soneri sucht eine Leiche (Gebundene Ausgabe)
Entgegen sonstiger katastrophaler Auswirkungen von Flussüberschwemmungen scheint es den Menschen am italienischen Po kaum etwas auszumachen, wenn die Lebensader ihrer Region über die Ufer tritt. Bedächtig, mit erfahrener Gelassenheit regeln die Menschen vor Ort die nötigen Schritte für die Bevölkerung und lassen sich auch nicht durch amtliche Vorgaben der Regionalregierung aus der Ruhe bringen. Selbst das Verschwinden des alten Anteo Tonna, dessen Lastkahn plötzlich ungesteuert die Flusswindungen entlang treibt, sorgt nicht für aktivere Beredsamkeit - im Gegenteil. Die Einheimischen scheinen in keiner Weise berührt, auch dann nicht, als einen Tag nach dem Verschwinden des alten Mannes dessen Bruder aus dem Fenster eines Krankenhauses stürzt. Der dynamische, engagierte Kommissar Soneri, der sich neben den Recherchen von seiner Freundin und ebenfalls von dem Fall involvierten Staatsanwältin durch aufregende Treffen ablenken lässt, vermutet mehr als einen Zufall. Seine Nachforschungen offenbaren Zusammenhänge aus der Vergangenheit der beiden Männer und ihrem Kampf in der Auseinandersetzung zwischen den Kommunisten und Faschisten. Von den Männern der Stammkneipe nahe dem Flussufer erfährt Soneri kaum etwas. Trotzdem kann er die wenigen Elemente doch so zusammenfügen, dass sich mehr und mehr eine sinnige Erklärung und sehr bald auch in der Tat ein möglicher Zusammenhang der beiden Todesfälle ergibt. Es zeigt sich, dass offensichtlich beide Männer ermordet wurden. Daneben entdeck der Kriminalist, dass sich zu den Geschehnissen der Vergangenheit illegale Aktivitäten des vermissten Schiffers mischen, als er in dem Kahn von Tonna Spuren findet, die auf Flüchtlingstransporte hinweisen. Trotz, vielleicht auch wegen der stets düsteren, aber sehr bildhaften Beschreibung der stillen Landschaft und der düsteren Witterung entwickelt sich der wenig aktionsreiche Kriminalroman anhaltend spannend. Aufgrund der unkomplizierten Sprache, aber dennoch sehr literarischen Ausdrucksweise, ist „Der Nebelfluss" bereitet das Buch des über Kierkegaard promovierten Italieners Valerio Varesi ein entspannendes Lesevergnügen. © 10/2005, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Valerio Varesi: Der Nebelfluss,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Nebelfluss. Commissario Soneri sucht eine Leiche (Gebundene Ausgabe)
Valerio Varesi präsentiert uns in seinem ersten Roman einen neuen "Commissario", der sich von den anderen durch seinen Dickschädel unterscheidet.Ein kleines Dorf am Po schein zu ertrinken. Es regnet ununterbrochen. In dieser Tristes wird ein gestrandeter Lastkahn gefunden. Von dem Schiffer keine Spur. Sein Bruder, der sich im Krankenhaus befindet, kommt auf mysteriöse Weise ums Leben. War es Selbstmord? Wurden beide getötet? Stehen die Taten miteinander in Verbindung? Der Kommissar wird bei der Aufklärung nicht wirklich von den Menschen der umliegenden Dörfer unterstützt. Der Kriminalroman ist sehr spannend und überzeugt auch durch seine schönen Landschaftsbeschreibungen. Man darf auf die nächsten Bücher gespannt sein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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