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Der Nebel von gestern
 
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Der Nebel von gestern [Gebundene Ausgabe]

Leonardo Padura , Hans-Joachim Hartstein
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 3., Aufl. (Juli 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293003885
  • ISBN-13: 978-3293003880
  • Originaltitel: La neblina del ayer
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 377.951 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Leonardo Padura
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Not macht erfinderisch. Auch Mario Conde, der sich als Antiquar durchs Leben schlägt - kein schlechtes Geschäft in Zeiten, in denen viele Kubaner ihre Bücher zu Geld machen müssen. Eines Tages stößt Conde auf eine außerordentlich wertvolle, seit vierzig Jahren vergessene Bibliothek. All seine Geldsorgen scheinen mit einem Schlag gelöst.

Doch dann entdeckt er zwischen den bibliophilen Kostbarkeiten eine Zeitschrift aus den Fünfzigerjahren mit dem Porträt der Bolero-Sängerin Violeta del Río. Ihr Bild und die einzige Schallplatte, die sie vor ihrem rätselhaften Tod aufgenommen hat, verzaubern ihn. Er macht sich auf die Suche nach ihr und dringt vor in das Havanna von gestern, zu den letzten Zeugen jener wilden Jahre, in die Welt der Boleros, der Mafia und der Spielhöllen, aber auch in das zerfallende, melancholische Havanna der Gegenwart.

Über den Autor

Leonardo Padura, geboren 1955 in Havanna, schloss 1980 ein Lateinamerikanistik-Studium in Havanna ab und schrieb zunächst für verschiedene kubanische Zeitschriften. Bald gehörten seine Reportagen zu den meistgelesenen in Kuba. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen Romane, Erzählbände, literaturwissenschaftliche Studien sowie Reportagen und Interviews. International bekannt wurde er mit seinem Kriminalromanzyklus »Das Havanna-Quartett«. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er den Premio Café de Gijón sowie dreimal den spanischen Premio Hammett. 2009 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Premio Raymond Chandler, dem wichtigsten italienischen Noir-Preis, geehrt. Leonardo Padura lebt in Havanna.


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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Kriminalroman mit besonderem Flair, 22. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Gebundene Ausgabe)
Leonardo Padura Der Nebel von gestern
Unionsverlag ISBN 3293003885

Der Nebel von gestern: hinter ihm verbergen sich die Geheimnisse der Stadt Havanna, die einst glamouröser Mittelpunkt für Abenteurer, Filmschauspieler und für die High Society ganzer Kontinente bildete. Dort traf sich tout le monde zum Stelldichein,--- auch die Bosse der südamerikanischen Mafia!
Seit Fidel Castros Revolution haben sich die Zeiten geändert.
Nicht der gelobte Sozialismus hat Einzug gehalten, sondern Armut, Arbeitslosigkeit, Verrohung der Sitten und ein allgemeiner Verfall hat sich breit gemacht.
El Conde, ein ehemaliger Polizist, hat seinen Dienst quittiert und sich als Antiquar etabliert. Ihm haben es Bücher angetan, und eines Tages stößt er auf eine Goldader. Ehemals reiche Bürger haben ihr Land längst verlassen und ihre Güter armen Bediensteten oder Verwandten überlassen. In einem dieser Häuser der ehemals Reichen entdeckt Mario Conde eine wunderbare Bibliothek. Der Geruch und die Ausstattung des Hauses, in dem der Schatz eines Tages vor seinen Augen auftaucht, sind schon das reine Wunder für ihn. Um wie viel mehr hüpft sein Herz vor Freude, als er die herrlichen Bücher entdeckt! Mit wie viel Liebe und Verstehen begutachtet er sie! Zu einem fairen Preis wird er sie den armen Besitzern, die wie alle anderen Hunger und Not leiden, nach und nach abkaufen. Überall hat er Freunde, und so fällt es ihm nicht schwer, Käufer für diese prächtigen bibliophilen Ausgaben zu finden.
Ein Buch aber behält er: ein Kochbuch aus besseren Zeiten!
Darin entdeckt er zu seiner Überraschung einen besonderen Schatz: das Blatt einer Zeitung aus dem Jahr 1960 geschmückt mit dem Konterfei von Violeta del Río, der geheimnisvollen und legendären Bolerosängerin und Königin der Nacht jener gefeierten Jahre!
Die wunderschöne Frau weckt Fantasien und Erinnerungen, die El Conde nicht mehr loslassen.
Er begibt sich auf die Suche nach ihrer Geschichte, und diese entwickelt sich zu einem spannenden Kriminalfall. Er ist der Aufhänger für eine Liebeserklärung an Havanna, der einstmals viel geliebten Stadt! Die fünfziger Jahre zeigen sie als eine Stadt der Freude, der Lebenslust, des Tanzes und der Gesänge. Schöner als in New York und Paris haben die Feiern und Nächte kein Ende. Rumba, Rum und Nachtbars bestimmen die nächtlichen Freuden, in denen berühmte Größen aus dem Showgeschäft ihre Auftritte haben.
Mafiöse Strukturen unter Batista ebenso wie unter Fidel Castro geben Einblicke in die Geschäfte und die Korruption, die hier wie dort geherrscht haben.
Der Autor gibt der Geschichte einen bilderreichen und vielfarbigen Anstrich, so dass man ganz in die versunkenen Welt vor der Revolution und das herunter gekommene Havanna von heute eintaucht. Von der Kriminalhandlung wird man in ein Netz von Geheimnissen um die Protagonisten hinein gezogen. Die Spannung steigt, die Verwirrung nimmt zu, und man bekommt tiefe Einblicke in das kubanische Leben von gestern und heute. Die Verbindung zwischen den Geschichten um die Vergangenheit bilden die Bücher und die kubanische Lebensart.
Ein Wunderwerk ist dem angesehenen und preisgekrönten Autor Leonardo Padura mit der atmosphärischen Darstellung des Lebensgefühls auf dieser herrlichen Karibikinsel gelungen!
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Über die Liebe zu Frauen, Büchern und Kuba, 25. Dezember 2008
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Gebundene Ausgabe)
Auf "Der Nebel von gestern" von Leonardo Padura wurde ich durch eine interessante Rezension in einer Wochenzeitschrift aufmerksam. Der Kauf und die Lektüre dieses Buches haben sich gelohnt - es gehört für mich zu den interessantesten der letzten Jahre.

Vordergründig ist "Der Nebel von gestern" eine Recherche-Story im Krimigewand. Mario Conde, ein Buchhändler und Expolizist, findet in einer Privatbibliothek ein Foto einer Nachtklubsängerin aus den 1950er-Jahren, das ihn auf geradezu obsessive Weise fasziniert. Er begibt sich auf die Suche nach ihr, da sie von der Bildfläche spurlos verschwunden scheint. Der Fall zieht aber dann schnell Kreise bis in die Gegenwart herauf, und am Ende ist sich Conde nicht sicher, ob er die tragischen Geschichten nicht im Nebel von gestern hätte belassen sollen.

Der Roman ist aber auch und vor allem eine Liebeserklärung an das Land Kuba. Die Gesellschaft wird in all ihrer bitteren Armut, Verelendung und Kriminalität gezeigt, aber auch mit ihrer Kraft und Lebensfreude. Man liest über verarmte und neue Reiche im sozialistischen Regime, über Mafiosi und Prostituierte, über Hunger und Mangel und über Männerfreundschaften im Zeichen des machismo. Der Autor Leonardo Padura sieht genau hin, lässt aber keinen Zweifel daran, dass für ihn bzw. für seinen Protagonisten Mario Conde Kuba trotz allem das lebenswerteste Land der Welt ist. Ja, Conde bezeichnet sich selbst als geradezu glücklich, denn er war nicht "gezwungen gewesen, die letzten Grenzen der Verkommenheit zu überschreiten, um zu überleben." Für all das steht Padura die Fabulierkunst der lateinamerikanischen Schriftsteller zur Verfügung, die neben ein paar wenigen Deftigkeiten viel Raum für Reflexion und Savoir-vivre lässt.

Und letztlich ist das Buch eine ganz große Liebeserklärung an die Form des Buches selbst, an das Lesen und die Menschen, die Bücher zu schätzen wissen und ihren Wert (ideell wie materiell) kennen. Insofern erinnert mich "Der Nebel von gestern" ein wenig an "Der Schatten des Windes" von Zafón; auch hier wird in einer üppig erzählten Geschichte nebenbei der Wert der Literatur thematisiert. "Der Nebel von gestern" wird wohl nicht so ein Bestseller werden, aber es ist dem Buch eine möglichst große Leserschaft zu wünschen. Verdient hätte es sich das.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Adios, Mario Conde, 6. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
1. Alles ist fast wie gewohnt: Mario Conde und die Freunde, das Trinken, die deprimierenden Lebensumstände, der Verfall Havannas, der Schmutz und der Hunger, die Tricks, an die begehrten Devisen zu kommen. Aber es hat sich viel verändert: Mario Conde hat schon vor mehr als zehn Jahren den Dienst quittiert - ein frustrierter Ex-Cop wie Fabio Montale am Ende von Izzos Marseille-Trilogie. Conde versucht sich durch Aufstöbern und Verkauf antiquarischer Bücher über Wasser zu halten. Sein Freund und Partner Yoyi, mit Zynismus und pragmatischer Lebensweisheit für den Überlebenskampf im kreolischen Dschungel" bestens geeignet, handelt mit Büchern, Schmuck, Antiquitäten, betreibt ein Taxiunternehmen und eine kleine Baufirma - alles illegale Tätigkeiten. Ein Yuppie im sozialistischen Staat, der Geschäfte mit den verhassten Amerikanern macht, Teil einer immer größer werdenden Nebengesellschaft, die die offizielle Doktrin entlarvt. Daß Padura dies seit seiner großen Tetralogie weiterhin - und immer schonungsloser- schreiben darf, versöhnt, wie auch der Gutierrez-Film von 1993 Erdbeer und Schokolade" trotz massiver Regimekritik passieren durfte.
2. Mario Conde landet einen Glückstreffer. Er findet eine große, seit Jahrzehnten unberührte Bibliothek, die hinter den Mauern eines alten Herrschaftshauses verborgen ist, in der ungeahnte Schätze wertvoller Erstausgaben liegen. Sie wird bewacht von einem älteren Geschwisterpaar, das scheinbar zögernd auf die Kaufangebote Condes eingeht. Aber Geldnot und Hunger zwingen sie, die Sammlung des ehemaligen Herrn, der in den USA verschollen ist, anzutasten. Aus einem der ersten Bücher, die Conde in die Hand nimmt, fällt ein vergilbter Zeitungsausschnitt, der das faszinierende Gesicht einer längst verstorbenen Bolerosängerin zeigt, deren Augen Mario Conde so sehr verzaubern, dass er ihre Lebensgeschichte aufklären will, vor allem ihre Beziehung zu diesem alten Adelshaus.
3. Und El Conde ist wieder in seinem Element: Er verfolgt Spuren, sammelt Material, ist in der alten Umgebung des Kommissariats und im vertrauten Kreis aller Freunde, die man lieb gewonnen hat. Es wird eine Spurensuche, die tief in die Geschichte dieser verschollenen, vergessenen Frau führt, in die Familiengeschichte des Besitzers von Haus und Bibliothek, Alcides de Montes de Oca, in die Lebensumstände der Haus und Bibliothek bewachenden Geschwister und ihrer uralten, kranken Mutter, in die politische Umbruchsphase der letzten Batista- und ersten Revolutionsjahre: Eine Geschichte einer verzehrenden Leidenschaft und eine Geschichte
des politschen Wandels und der gesellschaftlichen Veränderung, das eine Thema transportiert das andere, untrennbar verwoben mit ihm. Wie immer in guten Kriminalromanen gibt die Geschichte des Verbrechens einen vehementen Durchblick auf die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse.
4. Alle Register des Krimis werden souverän gezogen: Hetzjagd und Hinterhalt, Prügelei und Ermordung von Informanten, Befragung längst verschollen geglaubter Personen, Reaktivierung der Kontakte in die Unterwelt, ein Puzzle, in dem sorgfältig Stück an Stück gelegt wird, bis am Ende, als alles enträtselt ist, Mario Conde, seelisch und körperlich zerschunden, noch einmal die tiefe Stimme der Bolerosängerin Violeta del Rio hört, Du wirst dich an mich erinnern, wenn abends die Sonne versinkt" und das Glück erfährt, dass die alte Jugendliebe Tamara zu ihm kommt.
5. Man ist traurig am Ende des Romans darüber, dass man sicher für immer von El Conde, dem dünnen Carlos, dem Hasenzahn, Andres und dem roten Candito -sie alle ohne das Privileg, auch nur einen Tropfen parteiführenden Blutes in ihren plebeijschen Venen zu haben"- und der großartigen Josefina, der Mutter des Dünnen", dem im unsinnigen Krieg in Westafrika das Rückgrat zerschossen worden war, Abschied nehmen muß. Man kann sich, auch wenn man sich dies wünscht, keine Fortsetzung vorstellen. Abschiedsschmerz nach Paduras sorgfältigstem, vielfältigstem, größtem Roman.
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