Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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51 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beachtenswert unbeachtet., 7. August 2003
Herrn Senfs Buch wird von meiner Seite wärmstens ans Herz gelegt. Was Geld ist, weiss im Grunde ja jeder. Wird am Anfang nochmal kurz in Erinnerung gebracht. Wie Goldwährung und Goldkernwährung gedacht waren und tatsächlich funktionierten, wird anschliessend dargestellt. Hieraus entwickelt der Autor die "Funktionsweise" der drei grossen Währungskrisen Deutschlands im XX. Jahrhundert - Inflation 1923, Deflation 1929 und den erneuten Zusammenbruch der Reichsmark 1945. Bevor sich Senf dann mit den Währungssystemen nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt, geht er in einem besonderen Kapitel auf die Problematik des Zinssystems ein, in dem er den Knackpunkt dafür erblickt, dass ein kapitalistisches Wirtschaftssystem langfristig nicht funktionsfähig sein kann. Die Problematik wird ungemein plastisch und schlüssig dargestellt. Als Grundlage für polit-ökonomische Diskussionen ist das Buch ein unschätzbares Vademecum. Für den, der von Silvio Gesell noch nichts gehört hat, ist es vielleicht sogar der Beginn einer wunderbaren Lektüre.
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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Nebel lichtet sich, 14. Juni 2005
Irgendwie wissen wir alle, was Geld ist. Begriffe wie Inflation, Zins und Zentralbanken sind uns auch nicht fremd. Aber wer bringt Geld in Umlauf, wie kontrollieren die Banken die Geldmenge und wie "schöpfen" die Banken Geld aus den Spareinlagen? Diese und viele andere Fragen beantwortet Bernd Senf in seinem Buch und lichtet damit den Nebel um das Geld.Er geht das Thema systematisch an, indem er zuerst die Gold- und Goldkernwährung erklärt und dann die ersten Geldsysteme bis zum 2. Welkrieg analysiert. Diese Systeme erwiesen sich als überraschend instabil und führten mit ihrem Zusammenbruch zu schweren Krisen politischer und wirtschaftlicher Art (Stichwort Schwarzer Freitag). Verantwortlich macht Senf dabei den Zins, der die Geldmenge aufbläht und größere Geldmengen exponentiell anwachesen läßt, während Schuldner unter ihren Lasten förmlich ersticken. Die zweite Hälfte des Buches ist den Währungssystemen nach dem 2. Weltkriegt gewidmet. Hier erfahren wir was es mit festen und variablen Wechselkursen auf sich hat und wie sich diese auswirken. Ich finde das Buch sehr anschaulich und informativ geschrieben, der Autor vereinigt die Eigenschaften eines Professors und Pädagogen in vorbildlicher Art und Weise. Ich habe viel aus dem Buch gelernt und meine besser zu verstehen, was in unserer heutigen Zeit wirtschaftlich falsch läuft.
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38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geldtheorie - genial erklärt, 11. Februar 2006
Bernd Senf ist Professor für VWL in Berlin und bekannt dafür, dass er komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge allgemeinverständlich vermittelt. In diesem grandiosen Werk schreibt er über das Geld. Er beginnt ganz simpel bei der Tauschwirtschaft und baut dann über Gold-, Bar- und Giralgeld sowie den Instrumenten der Zentralbank zur Geldmengen-Steuerung schrittweise ein Gerüst auf, mit dem er zuletzt die geldpolitischen Schwächen von klassischer Ökonomie/ Neoklassik, Keynesianismus und Monetarismus aufzeigt. Zu den ökonomischen Theorien empfiehlt sich übrigens unbedingt sein neueres Buch "Die blinden Flecken der Ökonomie". Senf erklärt Fehler der Vergangenheit (u.a. Inflation 1923, Deflation 1929, Bretton Woods 1971, IWF, Währungsunion 1990). Mitten in den unterhaltsamen Ausführungen wird man sich irgendwann bewusst, dass man gerade die ersten VWL-Semester verpasst bekommt! Können nicht alle Lehrbücher so aufgemacht sein?Geld regiert die Welt, und die Zentralbanken und Banken das Geld. Arbeitslosigkeit, Inflation, Verschuldung, Wirtschaftskrisen und letztlich auch Umweltzerstörung sind Symptome der Geldpolitik. Der Normalbürger durchblickt das nicht, aber mindestens für Wirtschaftspolitiker müsste das Buch Pflicht sein! :-) Senfs Synthese nach mehreren Jahrzehnten Recherche ist übrigens eine Kritik am Zinseszins-System als die Krisenursache schlechthin. Favorisiert wird die aus diversen Gründen kontrovers diskutierte Freiwirtschaftslehre von Silvio Gesell (1862-1930). Das Geld soll hier auf seine ursprüngliche Tauschfunktion zurückgeführt werden und seine Aufbewahrungs- und Verleihfunktion (die der Zins belohnt) ausgeschaltet bzw. über eine "Umlaufsicherungsgebühr" sogar bestraft werden. Geld würde dann nur noch investiert, nicht verliehen. In einem Feldversuch, dem "Wunder von Wörgl" in Österreich 1932, hat sich die Idee als sehr erfolgreich bewiesen, wurde aber von der Zentralbank gestoppt. Das Konzept ist ein Generalangriff auf die Macht der Bankenwirtschaft und mindestens von daher umstritten. Ein Grund mehr, dieses Buch zu lesen.
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