Von einigen Leuten wurde mir das vorliegende Buch als "besonders lesenswert" und "die beste Schilderung der Artussage" beschrieben. Ehe ich jedoch damit begann diese Version der Sage zu lesen, hatte ich mir die Trilogie von Bernard Cornwell (Der Winterkönig, Der Schattenfürst, Arturs letzter Schwur) vorgenommen. Dies war ein schwerer Fehler. Denn nach Cornwells genialer Schilderung der Sage, wirkte "Die Nebel von Avalon" schwächelnd, farblos und leer.
Hätte ich es umgekehrt gelesen, hätte mir die Schilderung der Marion Zimmer-Bradley sicherlich ausgezeichnet gefallen. Nach Cornwells Darstellung jedoch, bleibt dieses Buch bloß noch ein Abklatsch seiner selbst. Die Bemühungen der Phantasyautorin die ganze Geschichte aus der weiblichen Sicht darzustellen, ist sicherlich sehr gut gelungen und setzte seinerzeit jedenfalls Maßstäbe.
Ein wichtiger Hinweis, wenn Sie nun überlegen die eine oder andere Version des Buches zu lesen. "Die Nebel von Avalon" ist sanftmütiger, freundlicher und weniger brutal als Cornwell. Dieser ist aufgrund seiner realitätsnähe für jene die sich lieber eine schöne, angenehme Zeit vorstellen wollen, sicherlich die schlechtere Wahl. Cornwells Figuren zeigen aber wesentlich mehr Tiefgang und Entwicklung im Laufe der Geschichte.
Abschließend also bleibt jedenfalls "Die Nebel von Avalon" eine Empfehlung. Wenn Sie jedoch beide Darstellungen lesen wollen, dann halten Sie sich an die Reihenfolge: erst "Die Nebel von Avalon" und dann Cornwells Trilogie. Wenn Sie sich jedoch dafür entscheiden nur eines zu lesen, dann entscheiden Sie je nach Ihrem Bedarf entweder für die sanfte, schöngeistige Darstellung (Zimmer-Bradley) oder die realistische, schriftstellerisch grandiose Variante (Cornwell).