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Mit diesem Jazz-Dreamteam hat Mr. Brecker sein erstes reines Balladenalbum eingespielt. Insgesamt elf Slowsongs der eher stillen Sorte interpretiert man hier im meist traditionellen Akustik-Ambiente und im zeitlos-eleganten Jazzformat. Irving Berlins immergrüner Titel "Always" etwa erklingt auf der wirklich schönen Compactdisc in einer betont nachdenklichen und versonnenen Bearbeitung. Das Latinstück "Nascente", das 1978 in der Fassung von Milton Nascimento zu Weltruhm gelangte, wurde federleicht-schwebend angelegt. Bei "Chan's Song" aus der Feder von Herbie Hancock glänzt Brecker als Balladeer mit samtweichem Saxofon-Sound und romantischer Empfindsamkeit. "Midnight Mood" vom österreichischen Weather-Report-Mitbegründer Joe Zawinul haucht der Amerikaner mit einer anrührenden Zartheit in sein Instrument. Und "My Ship" von Kurt Weill und Ira Gershwin wird in einer träumerischen Version zu Gehör gebracht.
In zwei Songs gibt sich James Taylor als "special guest" ein Stelldichein am Mikrofon: Das Lied "Don't Let Me Be Lonely Tonight", das der Folkie im Jahre 1972 schon einmal mit Hilfe von Michael Brecker für sein Album One Man Dog aufgenommen hat, singt er hier viel reifer, ja abgeklärter. Und beim Title-Track "The Nearness Of You" vom Autorengespann Hoagy Carmichael und Ned Washington brilliert Taylor mit seiner Wandlungsfähigkeit, die es ihm gestattet, seine geschmeidige Stimme jedem Musikgenre anzupassen. Als Jazzvokalist jedenfalls macht der gelernte Singer/Songwriter eine richtig gute Figur. --Harald Kepler
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Michael Brecker, inzwischen über fünfzig und Gastmusiker in weit über 500 Musikproduktionen,hat seine Freunde zu einer ungewöhnlichen Session gerufen, und ein Teil der Jazz-Grössen fand sich in Pat Metheneys Studio ein. Wie es der Zufall wollte, hatte Brecker fast alle Musiker von Metheneys Doppelalbum "80/81" um sich versammelt: (Metheney /g), Charlie Haden (kontrabass) und den wunderbaren Jack Dejohnette(dr.).Hinzukamen Herbie Hancock (klavier,keyb.) und - James Taylor (voc.) Richtig: James - "You've got a friend" - Taylor. Jazz und Taylor - eine sehr gelungene Fusion.
Denn dieser Mann sorgt prompt für eine Überraschung: Seine Interpretationen von "Don't let me be lonely tonight" - bereits 1972 von ihm veröffentlicht - und von dem Titelsong "The nearness of you" gehören zweifelsohne zu den Höhepunkten dieses Albums. Taylor als Jazzsänger -vielleicht gar nicht mal so abwegig.
"Klassentreffen" in der Jazz-Szene sind schon längst nichts neues mehr. Eines der jüngsten erfolgreichen und angenehmen Beispiele waren die "Urban Knights" (Ramsey Lewis, Omar Hakim, Viktor Bailey und der leider verstorbene Groover Washington Jr.).
Michael Breckers "Klassenkameraden" vom Anfang der 80er Jahre sind sehr erwachsen geworden. Trotz der herausstechenden Individualität bildet das Ensemble ein homogenes Geflecht, Brecker inbegriffen. Man höre und staune: Hancock hält sich bewußt zurück,läßt seinen Kollegen genügend "Spiel"-raum. Produzent Metheney ist nicht ganz so bescheiden. Statt Brecker setzt der Saitenspieler dem wunderbaren "Nascente" seinen akkustischen Stempel auf. Das schadet allerdings nichts und niemanden. Ein sehr gelungenes Album, zugleich ein Portait von Michael Breckers mannigfaltiger Spielkunst mit dem Saxophon.
"The ballad book" als Album-Untertitel ist allerdings irreführend. Sie werden kein Kenny G- Songgeplätschere hören. Wir erleben Bar-Jazz per exellence.
Und wie gesagt: Gehen sie nach einem stressigen Arbeitstag in eine Bar, hören sie, träumen sie, wie man am besten den Chef umbringt und genießen sie Herrn Brecker und seine - Zitat - alten Freunde.
Meine Anspieltipps: "Don't let me be your lonely tonight", "Nascente", "The nearness of you" und "Always".
Im angenehmen Korsett US-amerikanischer Balladenmusik steht Michael Brecker einer hochkarätigen Equipe vor: Pianogenie Herbie Hancock, Saitenmagier Pat Metheny, Bass-Altmeister Charlie Haden und Jack DeJohnette, der wohl diffizilste und souveränste Schlagzeuger des zeitgenössischen Jazz.
Was man bei ‚The Ballad-Book' spürt: Alle Musiker plus Sängerlegende James Taylor (auf Track 2 & 5) verfügen über einen Schatz von Erfahrungen, der es ihnen ermöglicht, ‚pur' zu sein. Sie erfüllen offensichtlich Breckers Wunsch nach persönlicher Entfaltung, zeigen Mut zum Ausloten meditativer Tiefe und virtuoser Improvisationskunst: Der sensible Zuhörer erfährt, wie schön es sein kann, die Zeit in Klängen dahinfließen zu lassen.
Mit dieser CD hat sich Brecker eingereiht in die Tradition der großen ‚balladiers du saxofone' wie Coleman Hawkins, Ben Webster, Don Byas, John Coltrane, Dexter Gordon und Stan Getz. Wer behauptet, dies sei Breckers beste Platte seit Jahren, liegt zwar kaum daneben, würde aber sicherlich Methenys Anteil als Produzent unterschlagen.
Breckers flüssiges Spiel, die fast unirdische Virtuosität gehören ganz ebenso zu seinem Schaffen wie das Schillern, die Chromatik, die Dissonanzen und das Fluktuieren der Tonalität. „Ich mache Aufnahmen, die widerspiegeln, wo ich gerade stehe, und ich sorge dafür, dass ich sie selbst mag". Diesem selbstunterworfenen Diktum auf musikalische Authenzität und künstlerische Identitätsreife kann man glauben oder nicht: Aber wie der heiße Atem und die persönliche Leidenschaft dieses Tenorsaxofonisten von Anfang bis Ende die elf Songs durchschreiten und seinem großen Vorbild John Coltrane im Genick sitzen, gehört wohl zu den aufregendsten Hörerlebnissen dieses Jahres.
Im angenehmen Korsett US-amerikanischer Balladenmusik steht Michael Brecker einer hochkarätigen Equipe vor: Pianogenie Herbie Hancock, Saitenmagier Pat Metheny, Bass-Altmeister Charlie Haden und Jack DeJohnette, der wohl diffizilste und souveränste Schlagzeuger des zeitgenössischen Jazz.
Was man bei ‚The Ballad-Book' spürt: Alle Musiker plus Sängerlegende James Taylor (auf Track 2 & 5) verfügen über einen Schatz von Erfahrungen, der es ihnen ermöglicht, ‚pur' zu sein. Sie erfüllen offensichtlich Breckers Wunsch nach persönlicher Entfaltung, zeigen Mut zum Ausloten meditativer Tiefe und virtuoser Improvisationskunst: Der sensible Zuhörer erfährt, wie schön es sein kann, die Zeit in Klängen dahinfließen zu lassen.
Mit dieser CD hat sich Brecker eingereiht in die Tradition der großen ‚balladiers du saxofone' wie Coleman Hawkins, Ben Webster, Don Byas, John Coltrane, Dexter Gordon und Stan Getz. Wer behauptet, dies sei Breckers beste Platte seit Jahren, liegt zwar kaum daneben, würde aber sicherlich Methenys Anteil als Produzent unterschlagen.
Breckers flüssiges Spiel, die fast unirdische Virtuosität gehören ganz ebenso zu seinem Schaffen wie das Schillern, die Chromatik, die Dissonanzen und das Fluktuieren der Tonalität. „Ich mache Aufnahmen, die widerspiegeln, wo ich gerade stehe, und ich sorge dafür, dass ich sie selbst mag".
Diesem selbstunterworfenen Diktum auf musikalische Authenzität und künstlerische Identitätsreife kann man glauben oder nicht: Aber wie der heiße Atem und die persönliche Leidenschaft dieses Tenorsaxofonisten von Anfang bis Ende die elf Songs durchschreiten und seinem großen Vorbild John Coltrane im Genick sitzen, gehört wohl zu den aufregendsten Hörerlebnissen dieses Jahres.
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