"Nearly God" hat der Altmeister des Trip Hop sein insgesamt drittes Album getauft. Wer nun allerdings beschwingte Klänge erwartet, die Lebensfreude und Optimismus vermitteln, der liegt, wie bei Tricky nicht anders zu erwarten, falsch. Noch ein Stück bedächtiger als sonst legt der Bristoler seine unverkennbare Mischung aus Sprechen und Gesang über schleppende Beats und klagende Streicher, wie z.B. im Opener "Tattoo" oder auch in "Make A Change" . Ebenfalls stimmungsmäßig sehr düster sind die beiden Tracks, die Tricky gemeinsam mit Björk aufgenommen hat, zum einen "Keep Your Mouth Shut" (sehr gelungen ist hier auch der Songbeginn à la "Five Man Army" aus alten Massive Attack Zeiten), zum anderen "Yoga". Ein ganzes Stück fröhlicher ist da "Together Now" mit Neneh Cherry", die auch bei "Poems" ihre Stimme beisteuert.
Wie auch für den Nachfolger "Angels With Dirty Faces" gilt: Sollte man haben, um allerdings im Hintergrund zu laufen ist das Album denkbar schlecht geeignet.