Bury me was ??? Das war meine erste Reaktion als mich eine Freundin darauf hinwies, das hier Michelle Darkness von End of Green singt und ich das doch mal anchecken möchte.
Vor ca. 2 Monaten hatte mich diese Freundin auf ein Konzert von End of Green im Rahmen des 20jährigen Bestehens der Band "Mitgeschleppt". Und dies ohne, das ich ein Lied der Band kannte und definitv kein Freund von Gothic Rock & Co. bin, sondern eher aus der Metalecke komme. Das Konzert hat mir dann so gut gefallen, das ich mir alle End of Green CD`s und die Solo CD von Michelle Darkness geholt habe und ich habe darunter jede Menge Perlen gefunden.
Und dann kam wie gesagt der Tip, mir doch auch mal Bury me Deep anzuhören. Das habe ich dann erstmal mit diversen Liedern der Band auf You Tube getan. Der erste Eindruck : Ok, aber irgendwie langweilig und nichts besonderes. Zur Komplettierung meiner Sammlung habe ich mir dann doch die CD Nearly Down bestellt.
Seit ein paar Tagen erst ist sie mein eigen. In diesen paar Tagen hatte ich die CD mehrfach laufen und mit jedem erneuten Durchlauf habe ich etwas genauer hingehört. Zuerst unbewußt, dann doch ganz deutlich. Und nach mehr als einem Dutzend durchläufen hatte mich das Album völlig gefangen. Songs wie Dead People Walk, Burn my Soul, Vampire`s Empire und The Pain sind einfach nur klasse, schleichen sich wie gesagt nach ein paar durchläufen ins Ohr und haken sich dort ganz gemein fast. Mir summt die ganze Zeit die Melodie von Burn my Soul durch den Kopf.
Zur Musik selbst : Über die Stimme von Michelle Darkness brauche ich nichts groß zu sagen, End of Green Fans wissen, was sie erwartet. Bei der Musik selbst tue ich mich mit Genrebeschreibungen etwas schwer, ich versuch`s trotzdem mal. Die Basis ist einfach nur guter, emotionaler aber auch düsterer Rock mit leichten Wave und Keyboardeinschlägen. Rockig, Melodiös, trotzdem düster und nachdenklich - so könnte man das Album beschreiben.
Wenn man als totaler End of Green Fan genau dasselbe wie von Michelle`s Stammband EOG erwartet oder nach leichter, catchiger Easy Listening Mucke sucht, die gleich beim ersten hören zündet, könnte man hier doch leicht enttäuscht werden. Man hört natürlich schon, was die musikalische Heimat des Sängers ist, aber eben nicht sofort.
Wer dem Album etwas Zeit gibt und bereit ist mehrere Durchläufe zu investieren, wird mit einer unglaublich intensiven ehrlichen genialen Rockscheibe belohnt.
Ganz ehrlich, wenn ich die Scheibe nach dem ersten Hören bewertet hätte, dann hätte sie nur 3 Sterne bekommen. Da sieht man mal, was es ausmachen kann, sich auf ein Album etwas mehr einzulassen. Fazit : Mehr als empfehlenswert.