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Neapel sehen Taschenbuch – September 2008


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Argument Hamburg (September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886198669
  • ISBN-13: 978-3886198665
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 433.034 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ihre Lieblingstatwaffe?

Monika Geier: Gift.

Mord - muss das sein?

Monika Geier: Natürlich nicht, aber meistens kommt es dann doch dazu.

Was interessiert Sie an Kriminalliteratur?

Monika Geier: Die Rätsel und die absurden Anfänge. Dann die düstere Atmosphäre. Und natürlich die Sprache, in der das Absurde und Düstere und Schäbige gesagt wird. Außerdem die Brüche in den Personen sowie die Brüche im Gesamtkonstrukt. Die Auflösung. Und wie das Opfer abgemurkst wird.

Wo würden Sie Ihr "Setting" wählen?

Monika Geier: Ich bin ja Architektin, also schon bodenständig. Ich interessiere mich für Konkretes, für Häuser, für Plätze, für den Aufbau einer Gemeinde. Das spielt auf jeden Fall mit rein ins Schreiben. Für mich ist es spannend, dem genius loci, dem Geist eines echten Ortes nachzuspüren. Jeder Architekt muss ihn erfassen und auf ihn reagieren. Genau das versuche ich im Schreiben. Meistens schildere ich einfach das, was mir vor der Nase vorbeikommt. Das ist authentisch und somit am interessantesten. Nur manchmal vergesse ich meine Architektenehre, dann lasse ich mich hinreißen, einen Abstecher an einen exotischen Platz zu machen, den ich gar nicht kenne. Was rückhaltlos romantisch ist und vielleicht sogar eskapistisch und in jedem Fall architektonisch fragwürdig. Aber zum Krimi gehört es erfreulicherweise unbedingt dazu.

Halten Sie das Schreiben von Kriminalromanen für schwieriger oder weniger schwieriger als das Schreiben in einer anderen Literaturgattung?

Monika Geier: Es ist mathematischer. Mir persönlich liegt das sehr, daher finde ich es leicht. Ich mag es, wenn ein Text hintergründig die Form eines Rechenproblems annimmt und wie eine Gleichung aufgeht. Ich mag Mathematik als die eleganteste aller Sprachen. Und ich mag es noch mehr, wenn diese Analogie bewusst konterkariert wird, wenn der Autor die Regeln bricht und am Ende alles ganz anders ist - so wie im wirklichen Leben.

Halten Sie das Genre Kriminalliteratur für eine wichtige Literaturgattung? - Wenn ja, warum?

Monika Geier: Ja, weil Krimis gelesen werden. Krimis erreichen viele unterschiedliche Menschen. Der Krimi ist wie eine Künstlerparty: Schäbige Bude, billiger Rotwein, neurotische Gastgeber, aber alle gehen hin. Man bringt seinen unpräsentablen Vetter mit und trifft die interessantesten Leute, und am Ende war der Rotwein gar nicht schlecht und der Vetter entpuppte sich als intelligenter Gesprächspartner. Ein Krimi kann alles sein: Bückware, Zugabe zu einer Familienpizza, aber auch richtig gute Literatur. Und das macht ihn wichtig.

Sex im Krimi? - Wenn ja, warum?

Monika Geier: Natürlich, Sex gehört zum Leben dazu. Und zum Verbrechen erst recht.

Plotentwicklung - Ihr erster Gedanke?

Monika Geier: Eine Person, der etwas Merkwürdiges widerfährt. Ein Bruch in der Routine. Eine kleine Widrigkeit, die jedermann passieren könnte - und dann geht's los.

Machen Sie sich Notizen und wo kommen Ihre Ideen her?

Monika Geier: Notizen mache ich mir selten. Ich schreibe gleich los. Die meisten Ideen bringen mir meine Personen, wenn sie sich selbständig machen und die Handlung übernehmen. Denn häufig weigern sie sich zu tun, was ich von ihnen will. Sie sagen bestimmte Dinge nicht, die ich für leicht zu sagen hielt, und sie haben die Tendenz, einfach drauf los zu handeln. Meistens renne ich ihnen hinterher und kehre Scherben weg. Dafür halten sie das Schreiben lebendig.

Welchen Kriminalroman hätten Sie selber gerne geschrieben?

Monika Geier: "Tödliches Gift" von Dorothy Sayers.

Wer ist unterschätzt?

Monika Geier: Agatha Christie. Ihre Plots sind reine Mathematik. Und am Ende sprengt sie jedesmal das System, noch dazu immer anders, man kommt ihr nie auf die Schliche. Sie ist subversiv, ohne dass ihr je auch nur die Perlenkette verrutscht. Ich verstehe nicht, wieso das außer mir nur ihre Millionen Amateurleser und -leserinnen merken ...

Ihr Lieblingsbuch als Kind?

Monika Geier: "Carlotta und die Liebe" von Giovanni Guareschi

Ihr Lieblingsland?

Monika Geier: Da sage ich mal: Deutschland. Weil wir den Rhein haben und all diese schönen Wälder und die Künstlersozialkasse. Ich wollte ja mal auswandern, nach Mallorca. Dort gibt es das alles nicht. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es das. Da gerät man schon ins Grübeln.

Ihr Traumberuf?

Monika Geier: Krimiautorin.

Dies ist ein Auszug aus der Befragung durch Gisela Lehmer-Kerkloh und Thomas Przybilka aus dem Januar 2009. Die gesamte Befragung ist nachzulesen auf www.alligatorpapiere.de

Produktbeschreibungen

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Nach ihrem ausnehmend guten Erstling Wie könnt ihr schlafen zeigt die Pfälzer Autorin Monika Geier mit dem Folgeband um die Kommissarin Bettina Boll, dass von ihr noch eine ganze Reihe wunderbarer Krimis zu erwarten sind. Stellen Sie sich die Inspector-Wexford-Krimis von Ruth Rendell vor, bloß ohne verknöcherten konservativen Firnis -- diese Güteklasse. Monika Geier beherrscht meisterlich den klassischen Krimitopos, die Analyse eines fauligen Mikrokosmos -- als ob jemand einen Stein umdreht, und es wimmelt darunter von Maden. Und das nicht im nebelverhangenen England, sondern in der Saumagen-Pfalz.

Jeder, der aus einer Kleinstadt kommt, kennt es: die verrufene Diskothek in einem gammeligen Fachwerkhaus am Stadtrand (in der die Bardamen noch etwas anderes machen als nur Bier zu zapfen), die geheimnisvolle "Asozialen"-Siedlung, Männer, die aussehen wie verwahrloste Riesenbabys (und einem körperlich unangenehm, aber auch nicht unsympathisch sind), überagile Lehrerinnen (die sich -- nicht prinzipiell schlecht -- "engagiert" überall einmischen) etc. etc.

Die Autorin kocht daraus nun einen Mix zusammen, der einem diese halb vergessenen Erinnerungen so lebendig macht, dass einem schier die Haare zu Berge stehen. Ihr Mitgefühl ist fein, trocken und sehr privat; ihr bärbeißiger Humor schützt sie komplett gegen Sozialkitsch. Nur der Showdown kommt dicke, erweist sich aber als reizvoller Gewitterregen nach so viel Zurückhaltung. Ebenfalls hervorzuheben: Monika Geier hat die Fähigkeit, ihre Figuren ambivalent zu lassen. Sie changieren dauerhaft, ohne holzschnittartige Dramatisierungen.

Ein lückenloser Spannungsbogen mit mehreren gegeneinander geschnittenen Handlungssträngen, die nach und nach zusammenlaufen, sorgt dafür, aus Neapel sehen ein gnadenlos fesselndes Buch zu machen, das Sie erst wieder beiseite legen können, wenn es Zeit ist, zur Arbeit zu gehen. --Stephanie Sellier

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Monika Geier, geboren 1970, lebt in Kaiserslautern, wo sie die Sitten und Gewohnheiten der pfälzischen Stadt- und Landbevölkerung literarisch aufbereitet. Für "Wie könnt ihr schlafen" erhielt sie den renommierten deutschen Krimipreis "Marlowe". Mit "Neapel sehen" liegt nun ihr zweiter elegant-hintergründiger Thriller vor.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Brunetti am 27. September 2011
Format: Taschenbuch
Der zweite Roman von Monika Geier gefiel mir noch besser als das gelungene Debüt. Geier schreibt geistreich und warmherzig. Ihre Beschreibungen des Pfälzer Kleinstadtlebens sind sehr bildhaft. Man könnte meinen, den Ort zu kennen. Gefallen haben mir die waschechten Protagonisten und die so wunderbar wendungsreiche und doch einfache Klärung des Falles. Beeindruckt hat mich auch die brillante Darstellung von Bettinas Gefühlswelt, kein bisschen übertrieben und sehr authentisch. Wie der überaus passend gewählte Buchtitel es schon vorhersehen lässt, endet das Buch unsagbar traurig und Bettina Boll ist mir noch mehr ans Herz gewachsen.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 17. Juni 2001
Format: Taschenbuch
ein toller Krimi, den man nicht so schnell vergisst und den man gerne weiterempfiehlt. Die Geschichte: nichts trivial Alltägliches aber trotzdem lebensnah und nachvollziehbar mit überraschenden Wendungen flott und spannend erzählt. Die Personen: interessante, vielschichtige Charaktere werden so plastisch geschildert, dass man unwillkürlich glaubt, sie im eigenen Bekanntenkreis wiederfinden zu können. Das Abgründige in den Wesenszügen wird nur skizziert, die eigene Fantasie behält genügend Raum. Das Milieu: es gelingt der Autorin, den Leser in die "Subkulturen" mitzunehmen, die ihm anfänglich sicher fremd dann aber zunehmend vertrauter erscheinen. Für denjenigen Leser, der die Gegend kennt, in der die Geschichte spielt, wirkt alles sehr authentisch.
Eine schöne Idee: Am Ende des Buches werden einige Textteile aus dem ursprünglichen Manuskript mit den Kommentaren der Lektorin abgedruckt. Im Text selbst kann man dann nach der endgültigen Formulierung fahnden.
L. Kassel
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 13. Januar 2004
Format: Taschenbuch
Wieder ein spannender und angenehm authentischer Pfalz-Krimi! Dabei ist es der Autorin nach ihrem Erstlingswerk gelungen, wieder einen dramatischen Fall für ihre patente Kommissarin bereitzuhalten. Als Pfälzerin im Exil habe ich das Buch regelrecht verschlungen und hoffe auf Nachschub! Weiter so!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 15. Dezember 2003
Format: Taschenbuch
Ein rundum wunderbares Buch, das mich nicht vom Sofa gelassen hat. Ein Krimi mit viel Lokalkolorit, skurrilen Charakteren, die bis ins letzte Detail stimmig sind und einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte. Bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Albrecht, Aneka am 22. Juni 2005
Format: Taschenbuch
Wieder ein Roman, der beweißt, dass auch auf dem Lande nicht alles Friede - Freude - Eierkuchen ist! Wie auch schon in "Wie könnt ihr schlafen" werden die Charaktere ausgiebig beschrieben, diesesmal spielt sogar die Schwester von der "Bolle" ein größere Rolle.
Ich bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben, allerdings kann es mit "Wie könnt ihr schlafen" nicht ganz mithalten. Der Schluss war mir etwas zu unspektakulär (von der Handlung her).
Alles in allem aber ein durchaus lesenswertes Buch!
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