Dieses dreibändige Werk bildet den Abschluss einer Trilogie, die 1988 mit "Aberrations of Mourning" begann und mit "The Case of California" 1992 fortgesetzt wurde. Bereits in "Aberrations of Mourning" hatte Rickels versucht eine andere Art von Geistesgeschichte zu etablieren. Hier unter dem Begriff von "Unmourning". Dieser Begriff taucht nur in dem vorliegenden Band verwandelt als "Techno-Mourning" in Anschluss an Derrida, Torök, Lacan auf.
Die Hauptthese des gesamten Projekts, die Rickels in Band 1 formuliert, lautet, verkürzt gesagt: die Psychoanalyse kann nicht von dem düstersten Kapitel der europäischen Geschichte getrennt werden, wie üblicherweise behauptet wird. Sondern der Leser muss der Gefahr ins Auge blicken, dass alles kontaminiert ist, und keine Denkbewegung sich anmassen darf, sich ausserhalb des schlimmsten Kapitels europäischer Geschichte zu wähnen.Er schreibt die Verflechtung der Psychoanalyse mit der europäischen Geschichte sei:"that the connection lying within the institution, discourse, and history of what I'm calling greater psychoanalysis, but what precisely cannot be seperated from psychoanalysis itself"(p. 57). Im Rahmen dieser Logik der Kontamination entfalten Rickels äußerst material- und kenntnisreich die Geschichte unserer nächsten Vergangenheit.
Besonders hervorheben möchte ich die Abschnitte "Mickey Marx" in dem Rickels virtuos Benjamin, Adorno, Marx und Disney zusammenliest und den großen Abschnitt "Mourning ant(sic!) Melancholia".
Fazit: Ein großartiger Expositionsband auf den zwei weitere großartige Bände folgen. Geeignet für Leser, die noch die Geduld aufbringen, komplexen und nicht immer vollständig intelligiblen Gedankengängen zu folgen. 5 Sterne.