Der Naval Criminal Investigative Service (kurz: Navy CIS oder NCIS) wird bei Verbrechen auf den Plan gerufen, die mit Angehörigen der US Navy oder des Marine Corps zusammenhängen.
Das im Zentrum der Serie stehende Team ermittelt unter Leitung des Ex-Marines Gibbs und setzt sich zusammen aus dem smarten Womanizer DiNozzo, dem etwas schusseligen aber aufgeweckten Junior McGee und der neuen, vom Mossad rekrutierten Agentin David. Letztere ersetzt die Ende der 2. Season erschossene Caitlin Todd, deren Killer im actionreichen Doppelfolgen-Auftakt dieser Staffel zur Strecke gebracht wird.
Unterstützt wird das Team nach wie vor vom skurrilen Pathologen Ducky Mallard und der flippigen Forensikerin Abby Sciuto. Ein weiterer Neuzugang ist mit Jenny Shepard zu verzeichnen, die den Chefposten des NCIS übernehmen darf. Mehr oder weniger spielerisches Konfliktpotenzial ist durch den Umstand gegeben, dass sie mit dem kantigen Gibbs eine gemeinsame amouröse Vergangenheit teilt.
Angesichts der immer unüberschaubarer werdenden Vielzahl der überwiegend erfolgreichen Serien aus dem neuen Genre Forensische Tatortermittlung" wird es von Season zu Season schwieriger, die Originalität und Frische eines Franchise zu erhalten. Setzen erste Abnutzungserscheinungen beispielsweise bei der Mutter dieses Genres, C.S.I. Las Vegas, erstmals in der 6. Season ein, so ist NCIS im dritten Jahr noch weit von jeglicher Ermüdung entfernt. Im Gegenteil, gelang es doch den Produzenten, den freiwilligen Abgang von Sasha Alexander (Agentin Todd) als Chance für eine Neubelebung des eingespielten Teams zu nutzen. Auftritt der attraktiven und nicht minder energischen Cote de Pablo als Ziva David, die in Fortsetzung des Cliffhangers der 2. Season zum Saisonauftakt dem NCIS bei der Jagd auf Todds Mörder zur Hand geht. Die ersten beiden Episoden gehören mit Abstand zu den packendsten und gleichzeitig emotionalsten der gesamten Staffel. Selten gelang die Abschiednahme von einem beliebten Ensemblemitglied anrührender und gleichzeitig humorvoll. Für ein paar Szenen, in denen die Kollegen sich Caitlin noch einmal so in Erinnerung rufen, wie sie sie am liebsten gesehen hätten (z.B. in Schulmädchenuniform für DiNozzo oder in Lack für McGee), kehrte Sasha Alexander sichtlich spielfreudig zurück.
Die weiteren Folgen sind durchweg abwechslungsreich und weniger überkonstruiert, als es bei der Konkurrenz von CSI neuerdings oft zu erleben ist. Ein Highlight ist die Episode 57 Boot Camp Babes", die ein paar gelungene Seitenhiebe auf Reality Shows wie Big Brother" oder Germany's next Top Model" austeilt. Bereits davor wird Kritik am multimedialen Zeitalter in Episode 52 Voyeure im Netz" geübt - hier insbesondere an Bezahlerotik vor der Webcam. Durch die verschiedenen Schauplätze wird (wie schon in der 2. Staffel begonnen) die anfangs selbst auferlegte Begrenzung auf rein militärische Lokationen weiter durchbrochen. Gleichzeitig stehen nach wie vor die Beziehungen innerhalb des Ermittlerteams im Vordergrund, bereichert durch die Komponente der ausländischen Agentin David. Der von Cote de Pablo hinreißend verkörperte Charakter sorgt im Zusammenspiel mit Möchtegern-Macho DiNozzo, der erstmals eine Kollegin - selbstverständlich im Undercovereinsatz - auf die Matratze werfen darf, für knisternde Erotik und amüsanten verbalen Schlagabtausch, trotz nicht selten auftretender Verständigungsprobleme.
Das Wiedersehen mit den liebgewonnenen Militärdetektiven fällt also gewohnt launig und kurzweilig aus und macht - trotz im Vergleich zur Vorsaison weniger spektakulärem Cliffhanger - Lust auf mehr.