Vor dem Kauf eines Navigationsgeräts fragt man sich meist, wie oft nutze ich es und welche Funktionen sind mir wichtig. Das Garmin nüvi 2340LT kann keine MP3s abspielen und auch keine Videos. Es hat auch kein Bluetooth, um mit einem Mobiltelefon Kontakt aufzunehmen. Aber es findet den Weg zum Ziel.
Die Inbetriebnahme ist einfach. Nach Anleitung wird das Gerät in Betrieb genommen. Hier ist eine Anmeldung auf der Webseite von Garmin sinnvoll (und meiner Meinung nach auch erforderlich). Zuerst wird das Gerät registriert und ein Firmware-Update vorgenommen. Die Karten waren bei dem gelieferten Gerät aktuell, lediglich die Firmware musste von Versionsstand 2.70 auf 3.00 (und kurz darauf auf 3.10) aktualisiert werden. Löblich ist auf jeden Fall, dass dies bei entsprechender Erweiterung (Garmin Communicator) sofort auch mit Mozilla Firefox klappt. Trotz allem zeigten sich hier kleinere Mängel in der Abstimmung der Anleitung mit der Webseite, denn manchmal muss man interpretieren, was in der Anleitung geschrieben steht und auf der Webseite gemeint ist. Und schnell klickt man auch mal auf einen Bereich und landet auf englischsprachigen Websites.
Nach der grundsätzlichen Einrichtung des Geräts sollte man auf jeden Fall noch die Optionen durchgehen, um das Gerät den individuellen Wünschen anzupassen. So findet man zum Beispiel die Möglichkeit, verschiedene Optionen für die Routen zu berücksichtigen.
Das Finden der Satelliten ging überraschend schnell, auch die Routenberechungen waren bisher nahezu problemlos. Lediglich die Angabe einer entfernt liegenden Stadt (ohne Straße) ist zwar theoretisch möglich, praktisch aber nicht. Optimal sind die Wege vielleicht nicht immer, aber diese Leistung kann kein Navigationsgerät bringen, da die Einflussfaktoren zu groß sind. Die Datenmenge wäre doch als nicht akzeptabel zu bewerten. Die 3D-Darstellung ist auch klasse, insbesondere die photorealistische Darstellung bei den Autobahnabfahrten.
Die Aktualität der Navteq-Karten ist gut, auch wenn gerade im heimischen Wohnbereich Straßenbezeichnungen leider teilweise falsch sind und Stichstraßen fehlen. Die Fehler wurden bereits 2008 gemeldet, denn das Navigationsgerät, welches wir bisher genutzt haben, hatte die Karten vom gleichen Anbieter. Andere, durchaus wichtige Änderungen wie Umgehungsstraßen fanden zwischenzeitlich Einzug in das Kartenmaterial.
Eine nette Funktion ist übrigens noch ausdrücklich zu erwähnen, den Eco-Modus. Hier lassen sich während der Fahrt Daten zu einer umweltbewussten Fahrweise abrufen und auch nachträglich Statistiken dazu.
Die Anbringung das Saugnapfs im Auto geht einfach und macht einen sicheren Eindruck - vorausgesetzt, man nutzt den Drehring an der Halterung richtig -, das Ablösen auch. Klasse ist die Idee, den USB-Stecker an der Halterung anzubringen und nicht am Gerät. Nachteilig hingegen, dass die TMC-Antenne am Kabel angeschlossen wird und so keine vernünftige Anbringung der Antenne an der Windschutzscheibe möglich ist. Sie funktioniert aber trotzdem.
Dem Navigationsgerät fehlt eine Tasche, hier ist die Tasche
Bugatti InMotion NaviCase praktisch, die zudem ein kleines Vorfach hat. Ebenso sinnvoll sind immer aktuelle Karten mit den so genannten
Garmin nüMaps Lifetime CN Europa Kartenupdates, die vierteljährlich zur Verfügung stehen. Und wer auch andere Karten (beispielsweise die von OpenStreetMap) nutzen möchte, kommt um eine SD-Card wie die
SanDisk Micro nicht herum. Mehr als 4 GB sind lt. Hersteller aber nicht möglich.
Auf Garmins Webseite werden Erweiterungen zum Navigationsgerät in Form von POIs (Points of Interest), Routen, Stimmen und alternative Fahrzeugsymbole angeboten. Auch das deutschsprachige Handbuch ist dort (beim Customer Service) zu finden.
Eine CD mit Software oder ein gedrucktes Handbuch wären von Vorteil, aber es hat sich ja leider mittlerweile eingebürgert, entsprechende Daten online abzurufen. Eine gedruckte Kurzanleitung ist allerdings dabei.
Nicht unerwähnt bleiben soll die Möglichkeit, das Gerät in einen Fußgängermodus zu versetzen. Dies ist in einer fremden Stadt durchaus interessant - wenn der Akku reicht. Nützlich ist immerhin, dass man sich die Parkposition des Autos auf einen Knopfdruck hin merken kann.
Insgesamt ein praktisches, empfehlenswertes Navigationsgerät für alle Fälle, vielleicht nicht unbedingt für Vielfahrer.
Anmerkung: Vorhandene Tempobeschränkungen können jederzeit eingegeben werden. So können auch Tempo-30-Zonen und verkehrsberuhigte Bereiche (mit 10 km/h, genauer geht's nicht) nachgetragen werden. Mit dem nächsten Verbinden des Geräts werden diese Daten (ohne Rückmeldung) übertragen und stehen folglich später allen zur Verfügung. Gut (geschätzt) 80% der Tempobeschränkungen sind korrekt.
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Nachtrag 8. Mai 2011: Erstmalig wurde ein Update des Kartenmaterials durchgeführt. Die Installation klappt ... bis 3 Minuten vor dem Ende. Dann bricht das Update ab. Die Fehlermeldung bringt keine vernünftigen Informationen, die Logdateien lassen den Fehler erahnen: nicht genug Speicherplatz während der Installation. Dies hat zwei Gründe: Zum einen werden per Update zu viele Karten übertragen, man kann diesen Umfang einschränken, zum anderen sind zu viele Dateien auf dem Gerät. Wir haben letzteren Weg genutzt und alle sprachspezifischen Dateien außer denjenigen in deutscher und englischer Sprache auf die SD-Card verschoben. Danach war der Speicherplatz ausreichend und das Update lief durch. Der Weg ist mehr als unhandlich. Die Fehlermeldungen könnten deutlich sprechender sein und der Weg zum korrekten Update einfacher. Das Update hat übrigens 6 Stunden für den Download (bei 2 MBit/s), der nur einmal erfolgen musste, und rund 1 Stunde für jeden Installationsversuch gedauert.
Nachtrag 12. Juni 2011: Es ergab sich die Gelegenheit auch das Navigationsgerät
TomTom Go LIVE 825 (kurz TomTom) zu testen. Es ist nicht in allen Bereichen vergleichbar, denn Feature wie Bluetooth hat das Garmin-Navigationsgerät (kurz Garmin) nicht. Die Navigationsmöglichkeiten sind jedoch vergleichbar. Beiden finden ihre Strecke, annähernd identisch sogar. Bei beiden Geräten kann man die Priorität der Strecke angeben (kürzeste, schnellste, ökonomischste). Das Garmin hat eher die Tendenz, schnell zu eine besseren Straße zu finden, das TomTom bleibt schon einmal länger auf untergeordneten Straßen. Bei Streckenwechseln - dem Abweichen von der vorgegeben Route - stellt sich das Garmin schneller auf die neue Route ein, das TomTom fordert länger zum Umkehren auf. Die 3D-Darstellung ist bei dem TomTom besser, da der ganze Bildschirm ausgenutzt wird. Bei dem Garmin wird der Bildschirm geteilt und man sieht in der linken Hälfte die Karte, rechts die 3D-Darstellung. Die auf dem Display dargestellten Schilder kann man beim dem Garmin sowieso nicht lesen, da der viel zu kleine Text während der Fahrt nicht lesbar ist. Das TomTom ist insgesamt ein wenig informativer. Beide Geräte haben im Heimatbereich Fehler, nur jeweils andere. Die Installation und das Update von Software und Karten sind eindeutig bei dem TomTom einfacher. Abgesehen von den nicht vergleichbaren Feature sind beide Geräte gut, beide haben ihre Nachteile, beide finden einwandfrei ihren Weg. Vom Handling her hat das TomTom leicht die Nase vorn.
Nachtrag 13. August 2011: Nach der ersten längeren Strecke (über 1.500 Kilometer) stellt man leider doch noch einige Nachteile fest. Den Weg haben wir allerdings trotzdem mit dem Garmin problemlos gefunden, da man sich auf die erkannten Mankos eingestellt. Hier aber einmal ein Teil der Probleme, die hoffentlich durch ein Firmwareupdate in Zukunft behoben werden:
- Die Streckenberechnungen dauern manchmal sehr viele Minuten. Der Grund sind die eingestellten Optionen bzgl. der Vermeidung von Staus und Mautstrecken. Das Vermeiden von Staus führt dazu, dass selbst bei belanglosen Verzögerungen automatisch eine Umgehung errechnet wird. Sind bereits vor dem Start Staus auf der Strecke, rechnet das Garmin-Gerät sehr lange. Ebenso, wenn man z. B. auf einer kurzen Fahrt durch Österreich Mautstrecken vermeiden möchte. Die Berechnungszeiten (ein einem Fall nach mehr als 10 Minuten abgebrochen) sind mitunter nicht akzeptabel. Das Abschalten der entsprechenden Optionen verhilft zu einer zügigen Berechnung.
- Die Durchfahrten von Tunnels (Schweiz) führt dazu, dass auf dem Display ein Hinweis in der obigen Zeile erscheint, dass der Satellitenempfang verloren wurde. Im Tunnel ist das verständlich, aber dass das nächste Ziel oder die nächste Ausfahrt nicht mehr lesbar ist, ist nicht akzeptabel. Abfahrten im Tunnel oder kurz danach werden schnell übersehen, wenn man sich nicht vor dem Tunnel gemerkt hat, wo und wann die nächste Abzweigung folgt.
- Die Suche nach bestimmten Ortsnamen ist umständlich. Das Ziel "St. Moritz" beispielsweise nicht nicht gefunden, auch nicht "St Moritz" oder "Moritz".
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