um es vorkenntnisfrei zu betrachten: dieses navi kann man verwenden, um von a nach b zu gelangen, wenn man es nicht mit anderen vergleicht, denn dann schwindet der glaube. dabei denke ich speziell an das tomtom 1000 live. aber auch an andere tomtom-navis mit hd trafic und den anderen live-funktionen, die teils schon seit ueber 18 monaten bei mir im einsatz sind.
ich bin inzwischen wirklich wuetend, denn ich habe es nun seit ca. 14 tagen getestet, auf mir bekannten strecken, die ich auch mit anderen navis regelmaessig fahre (mir macht das spass, sorry).
die werbung ist vollmundig, 3D-technologie, die dann auch geisterfahrer und gegenstaende auf der strasse melden koennen soll. 80 millionen infos sollen insgesamt gesammelt werde. aber was bringt das in der praxis? nichts. insbesondere im vergleich mit den genannten produkten von tomtom (nein, ich habe keinen vertrag mit denen).
gruende:
es sammelt infos ueber seine live-dienste und soll staus vermeiden. das macht es aber nicht! da faehrt man z.b. aus dem sueden berlins in richtung ernst-reuter-platz und der verkehr stockt, wie ueblich zur tageszeit, man kann das, was das navi "sieht" auch erkennen. schlimm ist das nicht, man kommt relativ entspannt ueber die bundesallee weiter. das navi weiss es besser und leitet einen auf eine etwas laengere strecke, auf der (ich habe es gezaehlt), dann 17 (!) ampeln statt 5 sind. erwartet irgend jemand, dass es dann schneller geht (insbesondere, wenn es hier auch stockt)? was fuer ein unfug.
im bereich berlin-charlottenburg fuehrt das garmin gerne auch ueber die uhlandstr. diese ist aber in weiten teilen mit zweite-reihe-parkern dicht, sodass fast gar nichts geht. das ist dann eine grosse freude, wenn das garmin einem dadurch den grossen zeitgewinn verspricht, aber kinderwagen an einem vorbeiziehen.
woran liegt das? es ist nur dadurch zu erklaeren, dass einiges schief laeuft. z.b., dass es selbst fuer bedeutende strassen keine daten ueber den tatsaechlichen verkehrsfluss gibt.
ferner: fuer eine strecke von 17 km vom berliner sueden zur strasse des 17. juni mit einem ca. 50 prozentigen stadtautobahnanteil gibt das navi gegen z.b. 9 uhr frueh abfahrtzeit eine fahrtdauer an, die einer durchschnitsgeschwindigkeit (achtung: es gibt ampeln, 30er-zonen, brems- und beschleunigungsphasen und vieles mehr) von 51 km/h entspricht. wer das bei 80 auf der stadtautobahn fuer realistisch haelt, der berechne mal wie es den schnitt versaut, wenn es auf einem kilometer auch nur eine ampel gibt, an der man 20 sekunden steht und dann beschleunigt... und auf der stadtautobahn faehrt man um diese zeit auch selten 80km/h.
und die zeitliche abkuerzung geht dann ueber 17 statt 5 ampeln? und dann will man dem kunden erzaehlen, das navi beruecksichtigt seine tollen liveinfos, seine historischen verkehrsflussdaten und lernt, nachdem man es einige zeit einsetzt? nein, auch das mit den historischen daten kann nicht der realitaet entsprechen.
der wetterbericht, der als extra das wetter auf der strecke benennt, hatte mit seiner regenvoraussage an allen entsprechenden tagen nicht fuer einen meter recht.
die farbwahl? naja, ich kennen wenige maenner (und eigentlich auch keine frauen), die ein grelles lila als farbe fuer die route gewaehlt haetten.
es gibt noch einiges, aber vieles will ich hier nun nicht mehr erwaehnen. aber kommen wir nochmals zum tomtom 1000 zurueck: es hat den besseren touchscreen (kapazitiv), das display ist besser, staus etc. werden transparenter angegeben, baustellen sind sofort auf dem display erkennbar, die zeitangeben stimmen, umleitungen nur, wenn es wirklich lohnt.
faehrt man die route des tomtom, so stimmt die zeitangabe des tomtoms fuer die dauer, die man dann natuerlich auch mit dem garmin braucht, das parallel laeuft. das garmin hat aber zu seiner prognose einiges addiert... es ueberschreitet bei jeder innerstaedtischen strecke die eigene angabe fuer die dauer um ca. 20%. und wehe, es gibt stau: dann leitet einen das garmin ueber routen, die vermeintlich schneller gehen (da wohl keine vernuenftigen daten existieren), dann jedoch die zeitangabe nach oben schnellen lassen.
das ganze ist also mehr als unfertig, die routenberechnung und zeitberechnung unterirdisch.
wer ein neues navi auf den markt wirft, sollte fuer fast den gleichen preis (rechnet man das liveabo dazu ist es gar teurer!) ein wenigstens gleichwertiges navi erwarten. es hat aber keine chance gegen das tomtom 1000 und co.
ich wollte es dann wissen und fuer eine start-ziel kombination, die parallel auch ein freund mit meinem tomtom fuhr (sehr aehnlicher fahrstil, verpflichtung zur einhaltung der verkehrsregeln, gleich motorisierte pkw, etc.):
das garmin nannte eine zeit von 21 minuten, dass tomtom eine von 24 minuten. nach der tomtom-route wurde das ziel nach 25 minuten erreicht, das garmin brauchte fuer seinen vorschlag 28 minuten.
und fast zum schluss: die sprachausgabe: bei fast allen aktuellen navis ist das deutlich besser. freunde, die statt 250 meter sagen "2...(pause) 100...(pause) 50...(pause) meter", wuerde man zum besuch beim logopaeden raten.
nach ca. 1000km (ca. 400 km auf stadtautobahn und bei zuegig gefahrenen kurztrips (ohne staus) auf autobahnen um berlin) zeigt es eine durchschnittsgeschw. (standzeiten sind mit einberechnet) von 35 km/h. aber es merkt nicht, dass die zeitangaben weiterhin mist sind... evtl. liegt es auch daran, dass ich angeblich als die hoechste gefahrene geschw. 322 km/h hatte...?
gestern stuerzte es dann mal ab, berechnete erst nicht, dann fand es keine verbindung zum all mehr, aber den ausknopf lange druecken hilft...
grossartig auch die blitzerwarnungen: auf einer strasse kommt ploetzlich ein warnton mir der anzeige "mobile radarstation". wo die sein soll, zeigt die karte dann nicht an, vorbei scheint sie erst zu sein, nachdem man in eine neue strasse einbiegt. wie nutzlos ist das eigentlich, garmin? und dafuer muss man noch bezahlen? hinzu kommt, dass die kleinen "bruecken" auf der berliner stadtautobahn mit tafeln, die spurhinweise und sperrungen anzeigen, beim garmin sehr haeufig als blitzer deklariert werden.
nun reichts.... garmin, schaemt euch.