Motivation:
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Da mein altes NavGear-Navi von Pearl (RS-50-3D, 139 €) jetzt auch immer öfters einen Kreisel oder Straße nicht kennt, musste also ein neues her. Und ich wollte ein schnelles Gerät, denn das alte nervte mit ewigen Hochfahr- und Satellitensuchzeiten. Minuten gingen ins Land! Da verliert man schon die Geduld wenn man im Wagen sitzt und losfahren möchte. Tippen während der Fahrt ist lebensmüde. Zu teuer sollte es nicht werden, auf keinen Fall mehr als 200€, ein Markengerät und günstige Kartenupdates. Also erstand ich das 2595LMT vom Amazon Gebrauchtladen für 160€.
Features, die interessant sind: Spracheingabe, Bluetooth-Freisprechen.
Dieses Gerät habe ich hauptsächlich erworben wegen der (fast) lebenslangen Karten. 30 Jahre oder Format nicht mehr unterstützt, was da wohl zuerst kommt :-)
Sonst muss man für das Update viel Geld hinlegen, da kauf ich mir lieber nach 5 Jahren ein neues besseres Navi. Ich hoffe, das Garmin begleitet mich länger. Es ist mein drittes Navi überhaupt.
Meine alten Navis hatten alle Bluetooth-Freisprechen, war aber sehr instabil. Sie liegen als Backup im Handschuhfach. Auf dem Handy läuft auch Nokia Maps, auch mit kostenlosen Kartenupdates - allerdings habe ich hier trotz immer aktueller Karten auch schon so manchen Kreisel nicht gehabt! Die Karten sind halt nur so gut wie die Kartendienste sie erstellen...
Auspacken:
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Einen Tag später in der Post: Ein Amazonkarton mit einer kleinen blauen Schachtel, in die das Navi und sein Zubehör und knapp 50 kleine Schnellstartanleitungen in allen Sprachen hineingequetscht sind. Auf der Schachtel ist auch eine Art "Packlist" von Amazon geklebt, die Auskunft gibt in welchem Zustand das Gerät ist ("B") und ob das Zubehör vollständig ist (alles drin).
Das Gerät selbst finde ich, ist in tadellosem Zustand, keine Kratzer, keine Fettflecken.
Die Hardware selbst mit mattem niedrig-auflösendem Bildschirm, hinten USB, seitlich microSD-Schlitz, kommt mir eher mittelklassig vor. So sind Navis schon seit 6 Jahren. Aber es sind ja die inneren Werte, die zählen.
Inbetriebnahme:
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Nach der Registrierung (die anders abläuft als im Heftchen erklärt), sehe ich auch, dass das Gerät im Juni 2012 bereits vom Vorbesitzer registriert wurde. Es sind online drei Sätze Karten darauf zu sehen. Beim Hochfahren meckert es jedesmal, dass Karten nicht freigeschaltet sind, jedoch sehe ich die Karte und kann navigieren. Auch muss man jedesmal nach Kaltstart die EULA abnicken. Kontakt mit Support, das müssen wir so machen. Ok, kann ich mit leben. Im Navimenü zu Karten sehe ich auch nur einen Satz Karten. Der interne Speicher beträgt üppige 8GB, von denen nur noch 800MB frei sind. Ich lade gleich ein Softwareupdate und Kartenupdates drauf (dauert < 2h, 32MBit Kabel Deutschland). RAM 128MB. Das Gerät reagiert sehr schnell, startet schnell aus Komplett-Aus, sofort an wenn in Standby, toll! Satelliten findet es auch im Haus im Erdgeschoss in der Nähe zweier Fenster (!), wow! Und in Sekundenschnelle! Der Prozessor ist also ausreichend schnell. Der Touchscreen ist resistiv, aber empfindlich und präzise. So muss es sein. Die Satelliteninfos bekommt man, wenn man 3s auf die Balkenanzeige drückt, etwas fummelig. Wenn man länger drückt, gibts einen Reset und Kaltstart.
Ich stelle noch den Verbrauch für eco-Route ein.
Die beigepackte Schnellstart-Anleitung ist so gut wie nutzlos. Erst einmal probiere ich intuitiv aus, das Gerät zu nutzen. Später lese ich noch das Online-PDF. Das erklärt manches, aber auch nicht alles. Mittlerweile habe ich auch noch das Online-PDF vom 3590 gelesen, allmählich verstehe ich alle Funktionen des Geräts. Ich würde mich selbst als IT-affin bezeichnen und komme mit neuen Geräten schnell klar. Die Funktionsfülle eines Navis ist da schon erstaunlich (Anzahl Menüs, Knöpfe am Bildschirm, kontextabhängige Einstellungen, Funktionen und Features). Auf dem Navi ist auch eine Anleitung ("Hilfe") gespeichert, die ist allerdings etwas unbequem in der Nutzung.
Die Extras wie Audible-Player, 30-tägige-Demo Wörterbuch, Fotobrowser, Einheitenrechner sind eher nutzlos. Da kein Audioausgang vorhanden ist, macht auch der fehlende MP3-Player nichts aus. Hörbücher hört man darauf bestimmt nicht an. Zum Test habe ich welche kopiert (*.aa-Format), ging nicht. Angeblich kann es nur *.aax-Dateien benutzen. Fazit: Mist.
Das Display ist sehr hell, der Lautsprecher sehr laut. Man kann alles einstellen. Das Telefon kommt sehr leise im Freisprechen, trotz im Audio-Mischer voll aufgedreht. Ist das wegen Echounterdrückung?
Im Auto sitzt das Garmin wie seine zwei Vorgänger eingeklemmt in der aufgeklappten mittigen Ablage auf dem Armaturenbrett meines Skoda Oktavia. Das sieht aus wie fest eingebaut, stört nicht die Sicht und die Kabellänge passt auch. Nur der Stecker nach hinten unten ist jetzt ein Problem. Das NavGear hatte den seitlich, war mir lieber.
Ich probiere auch die Spracheingabe mit Navigation und Telefon und bin positiv überrascht. Es klappt auf Anhieb, auch während der Fahrt. Radio muss da stumm sein. Ganze Adressen findet das Gerät. Man kann fast alles machen ohne das Gerät anzufassen. Einfach laut und deutlich sprechen. Es kommt immer eine akustische Meldung, wenn der Befehl verstanden wurde. Wie bei Raumschiff Enterprise, toll :-)
Nur Zolling und Solling mag er nicht unterscheiden - es kommt immer Solling. Tipps anyone?
Die Navigation ist erfreulich unaufdringlich, ich habe momentan als Stimme die britische. Man kann am Rand stummschalten, Navigation beenden und die Verkehrsinfos abrufen. Es gibt ein Fahrtmenü (Balken ganz rechts), eine Art Bordcomputer (Tempo antippen), Abbiegungsübersicht (oben tippen).
Das Gerät schaltet sich im Nichtgebrauch nach einer einstellbaren Zeit aus. So spart es Strom.
Bewertung:
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Nach einigen Routen damit kann ich schon einige Aussagen treffen.
Nachteile/Probleme:
- Bluetooth anfangs gut, jetzt instabil, verliert die Verbindung nach ein paar Sekunden (aber Handy nicht auf Komp.Liste - da sind eh sehr wenige drauf!) - nach neu Verbinden vom Handy aus klappts, inklusive Nummern/Gewählt/Verpasst etc., allerdings muss man diese Prozedur wohl nach jedem Komplett-Aus wiederholen; Handy ist ein Nokia XpressMusic 5800. Damit kann ich leben, das Gerät muss ja nicht dauernd komplett ausgeschaltet werden.
- Kartenansicht kein echtes 3D, keine 3D-Gebäude, Berge, Brücken oben/unten etc, das hatte das NavGear schon!
- keine Straßennamen in der Karte, Ortsnamen schon, aber auch nur grob (kleinere Orte verschwinden beim Rauszoomen schnell). Auch hier war das NavGear besser.
- POI sind zwar in die Karte einblendbar, aber auf der Karte tauchen sehr sehr wenige auf. Ich hätte gerne z.B. Essen, Tanken, Schlafen, Parken... (sind zum Navigieren allerdings verfügbar). War das NavGear besser, war auch nützlich.
- Kabel geht abgewinkelt nach unten, dick und klobig. Ist nicht wirklich ein Problem, denn so verknotet es nicht gefühlte 100mal. Allerdings sitzt es so schlecht in meinem Ablagefach.
- "Cockpit"-Ansicht kostet viel Platz unten - Infos könnte man doch schmal an den Rändern einblenden, breit genug ist das Display ja. So wie das NavGear...
- Zugaben haben mangelhaften Nutzen - wozu soll denn der Fotobrowser gut sein? Oder ein 30 Tage laufendes Wörterbuch? Wer nutzt bitte Audible und es kann auch nur aax? Lieber dann einen Kopfhöreranschluss und MP3-Player für Hörbücher integrieren! Sagte ich schon NavGear? Der konnte.
- Auflösung Display popelige 480x272 - das ist Grafik-Taschenrechnernivau. War beim NavGear aber leider auch so.
- Blickwinkelabhängigkeit sehr hoch
- Eingabe Autobahn, etc. vermeiden nur in den globalen Einstellungen und nicht im Routenmenü!
- Lautstärke Freisprechen ist gering
- Alternativrouten werden unsichtbar berechnet, dann gibt es nach einigen Sekunden 2 Alternativen
- Routenberechnung dauert etwas lange, aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn es ist ja kein PC.
- Alternativrouten nicht verfügbar bei Spracheingabe, zumindest fand ich noch keine Möglichkeit dazu.
- (abstellbarer) Geschwindigkeitswarner hat keine Toleranz. Bimmelt ab +1 km/h sofort los.
- Routen werden gerne zu lang auf der Autobahn genommen, aber das machen eigentlich alle Navis so
- USB-Verbindung bewirkt Komplett-Aus
- microSD klemmt gerne im Schacht fest, da braucht man dann einen Feinmechanikerschraubenzieher...
- Navigation erfordert immer Stadt oder Stadt-Straße-Nummer komplett, keine Teilstrings
- Adresseingabe ohne Listen, man kann keine Trefferlisten durchblättern, die immer kürzer werden, je mehr man eingibt
- Die Anleitung ist fast nutzlos, stimmt auch nicht mehr mit dem Registrierprozedere überein. Online-PDF ist nicht besser! Ich habe mittlerweile die Anleitung vom größeren Bruder 3590 gelesen, da ist manches besser erklärt.
- Keine PIN-Code-Sperre
- Die Computerstimme mit Straßennamen klingt nicht gut
- Ansagen gehen nur rechts oder links, nicht halb-rechts oder halb-links, oder scharf abbiegen. Das konnte das NavGear. Jetzt muss ich zwingend auf die Karte schauen.
- Akkulaufzeit recht kurz. Das NavGear war noch schlechter. All diese Features kosten Strom, und die Akkus werden nicht größer.
- TMCpro nur mit Kabel.
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