Mit diesem bescheuerten Slogan wurde dieses kleine Meisterwerk damals vermarktet (die Gruppe fand das übrigens überhaupt nicht lustig, denen hatte man nämlich nichts davon gesagt).
Naughty by Nature wurden von Flavor Unit's Queen Latifah entdeckt, die auf "Wickedest man alive" auch selbst vorbeischaut. Das Stück hat einen reaggielastigen Einschlag und gefällt mir überhaupt nicht, was aber nicht heißen soll, dass es schlecht ist. Die großen Hits waren "Ghetto Bastard" und "O.P.P.". Letzteres ist wahrscheinlich auch vielen jüngeren HipHop Freunden noch bekannt. Naughty by Nature haben wie kaum eine andere Gruppe den Spagat zwischen kompromisslosem Hardcore Rap und Partyhits geschafft. DJ Kay Gee erweist sich bereits hier als sehr talentierter Produzent und verpasst der Scheibe einen jazzig-funkigen Flavor. Während Vinnie hier meist noch nicht so sehr glänzen kann, ist es vor allem Treach der überzeugt. Er ist schlicht und einfach einer der besten MC's die es bis heute gab. Sein flow ist schnell und makellos (man höre insbesondere auch "Strike a nerve"), die Wortspiele sind schon hier teilweise sehr clever. Ein weiteres Highlight ist "1,2,3" auf dem weitere Flavor Unit Freunde vorbeischauen. Auch ansonsten gibt es hier eine ganze Menge guter Sachen zu hören, aber einige schwächer Tracks ("Pin the tail on the donkey" wirkt bei mir heute überhaupt nicht mehr).
Naughty by Nature sind in der zweiten hälfte der 90iger immer mehr in Vergessenheit geraten. Aber ihr Hit O.P.P. und die HipHop-Hymne "Hip Hop Hooray" vom Folgealbum werden wohl immer unvergesslich bleiben. Mit diesem schafften sie übrigens fast das unmögliche und knüpften nochmal ans Debüt an.