Eines muss man Holger Kalweit lassen: er warnt an mehreren Stellen seines Buches gleich selbst: „Dieses Buch besitzt keinen Anfang und kein Ende und schlägt man es in der Mitte auf, steht auch nur das Gleiche wie am Anfang oder am Ende da.“ Recht hat er. Das Buch erscheint mir eher als entfesselter Erfahrungsbericht eines einsamen Wolfes, Tagebuchfetzen, die roh und unbearbeitet (und damit oftmals sprachlich nachlässig) sind. Kalweit bietet Impressionen aus allen Teilen dieser schönen Welt, aber als „Therapie“ war es mir zu wenig: absolute Einsamkeit in der wilden Natur, lautet das Rezept des Autors. Doch macht jeder seine individuellen Erfahrungen, und niemandem wird es gelingen, in den Steinen und Gräsern und Fröschen das zu erkennen, was Kalweit darin erkannte, aber vermutlich ist ihm das alles auch egal. Fazit: eher ein introvertierter Selbstfindungstrip des Autors, als Selbsthilfebuch aber ungeeignet und noch dazu ein sehr sperriges Leseerlebnis.