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Das Naturtalent. Die verkannte Präsidentschaft Bill Clintons
 
 
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Das Naturtalent. Die verkannte Präsidentschaft Bill Clintons [Gebundene Ausgabe]

Joe Klein , Hainer Kober
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Siedler; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 388680786X
  • ISBN-13: 978-3886807864
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 792.295 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es war unglaublich. Der amerikanische Präsident, so ließ die Washington Post am 21. Januar 1998 durchsickern, habe intime Beziehungen zu einer Praktikantin im Weißen Haus gepflegt. Bill Clinton am Ende! Fünf Jahre einer oft brillianten Präsidentschaft schienen mit einem Schlag zunichte gemacht. Die berühmte Präsidenten-Lüge flimmerte über die Bildschirme, Amtsenthebung drohte. Mochte er in diesem Moment auch wie ein geschlagener Mann wirken -- hinter den Kulissen erlebten seine Mitarbeiter einen zweiten Bill Clinton. Einen, der scheinbar unbeeindruckt angesichts der täglich delikater werdenden Details, konzentriert an seiner alljährlichen Rede zur Lage der Nation feilte. Einer Rede, die ihn wie einen Phönix aus der Asche steigen ließ!

Liebhaber schlüpfriger Schlüsselloch-Berichte über Spermaflecken, Oralverkehr sowie des unsachgemäßen Einsatzes teurer Zigarren werden von Joe Klein enttäuscht. Mehr hat der Clinton-Intimus und Kolumnist des renommierten New Yorker über die Lewinsky-Affäre nicht zu berichten. Stattdessen wertet Klein das obige Katastrophen-Szenario als Schlüssel zum Verständnis des Mannes aus Little Rock, Arkansas. Angetreten als größte politische Begabung der Babyboomer-Generation, wurden Clintons zweifellos herausragende politische Leistungen immer wieder verdunkelt durch fragwürdiges persönliches Verhalten und mangelnde Selbstdisziplin, wie Klein fast schon ärgerlich konstatiert.

Doch es gab auch jenen anderen Clinton, der -- im Tumult der aktuellen Ereignisse fast schon vergessen -- einen ausgeglichenen Haushalt vorlegte, die Sozialsysteme runderneuerte und mit seiner legendären Haushaltsrede Newt Gingrich, seinen ärgsten republikanischen Widersacher, mit einem Schlag alt aussehen ließ. Klein liefert faszinierende Einblicke in den Kommandostand der Großmacht USA in jenen turbulenten Tagen. Dass es im weit gehend friedlichen Jahrzehnt seiner Amtszeit Clinton dennoch an jenen Herausforderungen fehlte, die seine eigentlichen Stärken hätten hervorheben können, hält Klein für die Tragik dieser weit unterschätzten Präsidentschaft. Von dieser Art der Profilierung macht nun sein Amtsnachfolger gerade solch regen Gebrauch, dass man sich des Naturtalents wehmütig erinnert. --Ravi Unger

Literaturtest.de

Er war ein verwirrender Präsident. Seine 8-jährige Amtszeit schien auf einer politischen und einer privaten Ebene zu verlaufen, die miteinander nicht vereinbar waren. Der Publizist Joe Klein, der Clintons Stärken ebenso gut kennt wie seine Schwächen, analysiert klug, kritisch und pointiert Politik und Persönlichkeit des Mannes, in dessen Präsidentschaft es den Amerikanern wirtschaftlich so gut ging wie lange nicht.

Clinton hatte seine Wahlen souverän gegen George Bush sen. (1992) und Bob Dole (1996) gewonnen und die Demokratische Partei aus der Bedeutungslosigkeit geführt. Bitterkeit, Hass und Zynismus, die ihm in Washington von den Republikanern, aber auch aus den eigenen Reihen und von Teilen der Presse entgegenschlugen, haben ihm das Regieren nicht leicht gemacht. Gegen enorme Widerstände hat er in der Innenpolitik Beträchtliches durchgesetzt, den Staatshaushalt saniert, die Arbeitslosigkeit verringert und im Verlaufe seiner Amtszeit eine immer bessere Figur gemacht. Gescheitert ist Clinton -- es war seine schwerste Niederlage -- mit der Gesundheitsreform, die federführend seine Frau Hillary entwickelt hatte. Der Autor nennt sie "eine puritanische und moralisierende Methodistin im Sinne des 19. Jahrhunderts". Bill sei dagegen eher ein gefühlsbetonter Baptist.

Trotz der persönlichen Skandale, die den Präsidenten an den Rand einer Amtsenthebung brachten, trotz seiner charakterlichen Schwächen (Hang zur Selbstsucht, mangelnde Selbstdisziplin, wenig Rücksichtnahme und Freundlichkeit gegenüber dem engen Umfeld) kommt Klein zu einer positiven Bewertung: "Clinton war ein seriöser, disziplinierter und verantwortungsbewusster Präsident". Als Politiker sei er ein ausgesprochenes Naturtalent mit glänzender Rhetorik und beeindruckender Körpersprache gewesen. Inwiefern diese Attribute auf seinen Nachfolger zutreffen, mag jeder Leser selbst entscheiden. --Mathias Voigt


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Wer das Buch von Hillary Clinton gelesen hat, sollte sich unbedingt auch Kleins brillante Analyse der Clinton-Ära gönnen. Und für Polit-Strategen gehört die Lektüre ohnehin zum Muss. Joe Klein wurde durch seinen "anonym" veröffentlichten Roman "Primary Colours" über den Aufstieg der Clintons über Nacht international bekannt, nachdem er sich als Redaktor im "The New Yorker" schon in den USA einen Namen geschaffen hatte. Sein Renommee beruht nicht auf der Produktion skandalträchtiger Homestories und süffiger Eintagesgeschichten, sondern auf seinen scharfsinnigen Kommentaren, die jedoch nie respektlos sind und nie unter die Gürtellinie zielen. Diese rare Eigenschaft kommt in diesem Buch besonders zum Tragen.

Joe Klein betrachtet die achtjährige Clinton-Ära aus verschiedenen Perspektiven. Am meisten faszinierte mich die Sicht des Umgangs mit der Macht. Denn Joe Klein zeigt auf, wie die amerikanische Linke Schritt für Schritt und sehr schmerzvoll lernen musste, dass politische und gesellschaftliche Systeme sich ideologischen Patentrezepten gnadenlos widersetzen. Das Chaos der ersten Präsidentschaftsjahre Clintons ist das Chaos individueller Verblendungen, Eitelkeiten, unausgesprochener Machtgelüste, falscher Freunde und unschicklicher Freuden. Ohne psychoanalytische Fernprognosen, aber mit einer seltenen Beobachtungsgabe liefert Joe Kleine seiner Leserschaft ein Bild von Bill Clinton, das Bewunderung und Erstaunen auslöst. Bewunderung für die Mission, die Clinton im Herzen trug und teilweise umsetzen konnte, Erstaunen ob all der menschlichen Schwächen und anfänglichen politischen Naivität.

Joe Klein ist kein Klatschkolumnist, sondern ein nüchternen Beobachter des bunten Treibens im Machtzentrum der heutigen Welt. Und da Bill Clinton der bekannteste und einflussreichste Exponent der Baby-Boomer-Generation war, ist Joe Kleins Analyse auch ein faszinierendes Sittengemälde einer ganzen Generation. Unter diesem Aspekt gelesen, wird dieses Buch auch nicht so schnell veralten. Es hartnäckigen Ideologen zu schenken, ist keine schlechte Idee, falls sie es denn auch tatsächlich lesen und die Ratschläge zwischen den Zeilen beherzigen.

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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kurz und gut. 1. Juli 2003
Meine anfänglichen Vorbehalte, nun ausgerechnet von Primary Colours Autor Klein ein Sachbuch zu lesen, konnte dieser rasch vergessen machen. Tasächlich ist Klein ein sehr guter Kenner und Analyst sowohl der persönlichen als auch der politischen Entwicklungen in den acht Jahren der Clinton/Gore Administration. Das Buch gibt einen hervorragenden und knappen Überblick über diese Zeit, spart nicht an offenen Worten über die handelnden Personen und überrascht den Leser häufig mit einer eigenständigen aber nachvollziehbaren Perspektive. Eine hervorragende und trotz der Kürze tief gehende Analyse, die man vor oder nach den Memoiren von Hillary Clinton unbedingt lesen sollte.
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