Martin Wagenschein hat der Physikdidkatik nicht nur entscheidende Impulse verliehen, nein, er hat ihr gewissermassen erst Leben eingehaucht und gilt zu recht als einer der Väter der modernen Didaktik der Physik. Mit seinem Buch "Naturphänomene sehen und verstehen" propagiert er das genetische Prinzip des Lehrens so, wie es sich für einen wahren Didaktiker gehört: didaktisch exquisit und auch heute noch, zum Teil Jahrzehnte nach Entstehen der einzelnen Beiträge für dieses Buch, brandaktuell. Für Wagenschein steht immer das Phänomen im Vordergrund jeglichen Unterrichtens. Denn ohne Phänomene ist nicht nur jeglicher Schulunterricht im Fach Physik abgehoben, weltfremd und damit zwecklos, nein, unser aller Leben baut auf Phänomenen auf, mit denen wir täglich umgehen. Und so spürt man in diesem Buch auch die Hingabe, mit der Wagenschein sein Handwerk betrieb - er spricht von der Liebe zur Wissenschaft und den Grenzen, die ihr gesetzt sind, er spricht vom Schauder, die sie auslöst und anderen psychologischen Prozessen. Und natürlich spricht er in erser Linie vom Unterrichten, und wie man dies seiner Meinung nach verbessern sollte. Und deshalb wendet sich dieses Buch auch an alle daran Beteiligten, wie er im Vorwort schreibt: "An Lernende und Lehrende, an Physiker und Garnicht-Physiker, etc.". Es ist ein Klassiker, dessen Lektüre auf jeden Fall lohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)