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Kundenrezensionen

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am 3. April 2014
Eigentlich weiß ich nicht, was ich schreiben soll, da das Buch, besser die Autorin, es geschafft hat, in mir wieder etwas zu wecken, was verloren war. Nicht die Technikverliebtheit in meine Ausrüstung, sondern Fotografieren aus Leidenschaft, Motive die mir gefallen, meine Seele in dem Moment berühren und das ins Bild zu bringen. Unsere Natur nicht mit dem starren vorgeschriebenen Motivauge wahrzunehmen, sondern die Faszination des Momentes zu spüren. Meine Bilder sollen in erster Linie mir gefallen. Allein schon im Vorwort trifft sie bei mir den Punkt, wieder zurück zu meiner, der ursprünglichen Fotografie zu gehen, nicht um anderen zu gefallen, Fotowettbewerbe oder den Stil anderer nachzumachen, immer in der Hoffnung es gefällt ihnen.

Runter von der Autobahn und mal wieder auf die Landstrasse. Sie hat es geschafft, mir ein Bild aus meiner früheren Zeit zurückzuholen, eine Reise zur Insel Rügen durch Alleenstraßen mit blühenden Rapsfeldern, kurz bevor meine Tochter geboren wurde. Erinnerungen, emotionale Momente, Gefühle die sich in dem Bild FÜR MICH widerspiegeln. Danke Frau Mänz.

Sie kommt nicht Mainstream mit dem erhobenen Zeigefinger und schreibt mir vor, wie ich welche Motive zu sehen und zu fotografieren habe, weil es gerade mal wieder "In" ist. Sie sensibilisiert und regt an. Mal einfach das innere Bauchgefühl mit dem Auge verbinden. Sie gibt dezente Hinweise, allgemeine Regeln, wie den Goldenen Schnitt oder die goldene Spirale bei passenden Motiven einzusetzen wenn es gefällt. Mit, wie sie schreibt, "puristischer Fotoausrüstung" reist sie durch die Landschaft, Natur und Jahreszeiten, zeigt wie unsere heimischen Tiere Bestandteil unseres Lebens sind und das Kinder kein Ballast, sondern Segen sind. Sie erklärt ihre Bilder, warum und weshalb sie so sind und regt damit an, das Kreative aus dem Augenwinkel zu sehen.

Mein Fazit: Ein aussergewöhliches Buch der Fotografie, das uns zurück zu dem eigentlichen Sinn der Landschaftsfotografie bringt. Für Fotografen, die noch auf der Suche nach IHREM Bild sind und Naturliebhaber, die ihre Leidenschaft nicht nur im geistigen Auge festhalten wollen. Ein Denkanstoß an die, die ihre Kameraausrüstung immer vor die Motivwahl stellen.

Ein Zusatz! Meine Erkenntnis zur aktuellen Technikgeneration, den Kindern und Heranwachsenden nicht das Smartphone in die Hand zu geben, sondern mal eine Fotokamera und sie einfach mal machen lassen. Das bringt nicht nur Ruhe und Gelassenheit, sondern lässt sie unsere reale Natur fühlen und nicht digital am Monitor nur sehen.
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am 17. April 2014
Ich muss ehrlich sagen, zur Zeit haben meine Kamera und ich einen kleinen Durchhänger. Normalerweise sind die Natur- und die Landschaftsfotografie aber auch immer mein liebster Aspekt der Fotografie gewesen. Doch in letzter Zeit war es nicht selten der Fall, dass ich das Gefühl hatte, dass ich das alles doch irgendwie, irgendwo und irgendwann schon einmal fotografiert habe. Daher kam mir das Buch "Naturfotografie mal ganz anders" von Jana Mänz gerade recht. Mit ihrem Buch hat die Fotografin es geschafft, mir wieder Lust darauf zu machen, mit der Kamera in die Natur zu gehen. Denn auch, wenn man ein Motiv schon einmal fotografiert hat, heißt das längst nicht, dass damit alle gestalterischen Mittel ausgeschöpft sind. Und genau das zeigt Jana Mänz in ihrem Buch mit beeindruckenden Aufnahmen und liebevollen Texten. Besonders nützlich finde ich, dass die Autorin zu jedem Bild genau angibt, was ihre Ambitionen waren, als sie das Motiv gesehen hat, welche Einstellungen sie verwendet hat und warum sowie wie sie das Bild nachbearbeitet hat. So fällt es leicht, die Bildentstehung genau nachzuvollziehen. Das Buch ist mit zahlreichen Kreativübungen gespickt, von denen ich auch die meisten ausprobiert habe. Und siehe da - nach und nach kam meine Lust auf die Naturfotografie zurück. Gleichzeitig wagt die Autorin stets einen Blick über den Tellerrand und weist so beispielsweise schon im ersten Kapitel daraufhin, dass man bei der Naturfotografie immer auch darauf achten sollte, die Natur zu wahren, sprich keine Pflanzen zu zertreten oder Tiere zu verletzen, wofür sie meine vollste Zustimmung bekommt. Von mir gibt es für das gelungene Buch die volle Anzahl der Sterne und eine Leseempfehlung an alle, die sich für die Natur- und Landschaftsfotografie interessieren.
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am 9. April 2014
Ich habe Jana Mänz letztes Jahr bei der Suche nach guten und schönen, dabei angenehm zu lesenden Büchern zur Fotografie im Web entdeckt.
„50mm Rügen“
http://www.amazon.de/Landschaftsfotografie-50mm-R%C3%BCgen-fotografische-Winterreise-ebook/dp/B00COREK08/ref=sr_1_7?s=books&ie=UTF8&qid=1397038603&sr=1-7&keywords=jana+m%C3%A4nz
holte ich mir gleich als Ebook, danach „Fine Art Phototexture“
http://www.amazon.de/Fine-Art-Photo-Texture-fantasievolle-ebook/dp/B00AML84UK/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1397038603&sr=1-4&keywords=jana+m%C3%A4nz

und nun das aktuellste Buch „Naturfotografie mal ganz anders“ in gedruckter Ausgabe.

Sofort nach den ersten Seiten erkannte ich die Jana Mänz, die ich in ihrem Blog und ihren anderen Büchern „erlesen“ und schätzen gelernt habe. Eine professionelle Fotografin die zuerst und absolut vordringlich Fotografie und Natur als Gesamtheit betrachtet, Gefühle und Emotionen voran stellt und darauf hinweist, dass wir als Fotografen Teil der Natur sind.

Das Buch ist so aufgebaut, dass pro Doppelseite links ihre sehr schönen Bilder abgebildet sind und auf der rechten Seite erklärender, aufgelockerter Text steht. Pro Doppelseite in sich abgeschlossene Themen oder, wenn das Thema über mehrere Seiten geht, abgeschlossene Unterthemen. Insgesamt sehr viele Informationen, die sich aber nie aufdrängen und sehr gut lesen lassen! Man bleibt im Fluss und es macht Spaß die Seiten zu konsumieren ;)
Ob ein größeres Format besser gewesen wäre kann ich nicht wirklich beurteilen. So wie aktuell angeboten kann man es aber auch schön unterwegs lesen.

Jana versteht es das Wichtige beim Fotografieren, besonders das der Naturfotografie, herauszustellen. Pure Emotionen und Gefühle. Technik ist das Mittel zum Zweck und nötig. Mehr nicht. Das Weniger ist hier mehr, Dazu gibt sie leicht verständliche Erklärungen und Hinweise.
Sehr empfehlenswert ist dieses Buch daher auch und besonders für Profis und Fotografen die trotz teuerster Ausrüstung nicht wirklich mit ihren Fotos zufrieden sind oder Erfolg haben! Man wird in diesem Buch Stück für Stück an die Tätigkeit selbst, das Fotografieren der Natur in allen Facetten herangeführt. Man ist in der Lage sich selbst und die Natur neu zu entdecken. Man sieht mit anderen Augen, achtet wieder auf Kleinigkeiten und vergisst die Präsentation der Kamera nach außen. Die Wahrnehmung, das Sehen wird geschärft und wieder geschult.
Jana weist auch auf unsere Verantwortung gegenüber der von uns abgelichteten Natur hin.
Aufgelockert durch ein paar Gedichte und Weisheiten bekannter Künstler, gepaart mit effektiven und zur Ausführung empfohlenen Kreativübungen erklärt Jana Stück für Stück Naturfotografie. Wie arbeite ich mit Blenden, Licht, Sonne, Nebel, Regen usw. Wie lerne ich das Sehen der Motive und unterschiedlicher Perspektiven. Wann ist welche Fotografierzeit für was bzw. wie fotografiere ich bestimmte Motive, Objekte oder Situationen klassisch und auch anders?
Das Alles dabei ohne Absolutismen und starren Vorgaben sondern immer mit dem Hinweis selbst zu probieren, ausgetretene Pfade zu verlassen und kreativ zu werden.
Das Künstlerische und Emotionale hat Vorrang. Jana entschleunigt und richtet den Fokus auf Sinnlichkeit und Genuss. Naturfotografie ist bei ihr Erholung und Kraftspender. Das Thema „Kontemplation“ (lat. contemplari = anschauen) wird nicht nur im Buch kurz beschrieben sondern zieht sich als roter Faden durch das gesamte Werk. Ebenso werden pauschale Aussagen oder Vorgehensweisen abgelehnt. Nichts muss, alles kann und immer situationsbedingt.

Ergänzt wird das Buch durch Gastbeiträge die auf jeweils zwei Doppelseiten ein Unterthema beschreiben. Weiterhin durch Fotoprojekte die Jana wieder selbst beschreibt und zur Nachahmung empfiehlt. Kurzum, dieses Buch bietet für jeden interessierten Naturfotografen etwas. Wobei grundlegende Sicht- und Herangehensweisen auch auf die Fotografie insgesamt übertragbar sind.
Auch die Tatsache, dass man Bilder später mit dem Computer bearbeiten kann, soll und darf, fehlt nicht. Richtigerweise stellt sie fest, dass die Analogfotografie, die so gerne als ursprüngliche oder „natürliche“ Fotografie hochgerühmt wird, sehr wohl Negative entwickelt hat und dabei Fotos bearbeitet wurden. Das fing schon bei der Wahl eines bestimmten Filmes mit bestimmten Eigenschaften und Korn an und endete nicht zuletzt bei Entwicklungstechniken.
Ganz nebenbei zeigen die Daten zu den Bildern, dass man mit 50mm auch sehr ansprechende und schöne Naturfotos macht, da ein Großteil damit erstellt wurde.

Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass ich als sehr technikaffiner Mensch der dies auch beruflich ausübt, sehr angetan und froh bin, dass hier (und in all ihren Büchern) eben diese Technik nicht zur Schau gestellt wird. Hier schreibt eine sehr naturverbundene Bildkünstlerin die sich sehr angenehm und leicht lesen lässt, die es dabei trotzdem schafft sehr viel Stoff verständlich darzulegen. Das Buch lässt sich insgesamt sehr schön lesen und sei nochmals jedem empfohlen, der entspannt fotografieren möchte und vielleicht auch mal nur mit einem oder keinem „Superfoto“ nach Hause kommen kann ;)
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am 27. April 2014
NATURFOTOGRAFIE - mal ganz anders...

Als ich Jana Mänz zum ersten Mal "begegnete", ging es um ein Foto, das ich bei Google+ eingestellt hatte: Möwe auf einen Holzpfahl mitten im Meer, im Hintergrund schemenhaft eine Insel zu erkennen und oben zogen einige Wolken vorbei. Und dann war der noch dieser schwarze Fleck. Schwer auszumachen, ob das auch eine Wolke war oder wirklich ein "Fleck", der sich über die Bildbearbeitung eingeschlichen hatte oder ein von der Kamera erzeugter Sensorenfleck war.

Jana schrieb mir, sie fände das Fotomotiv recht schön, aber der "Fleck" würde sie stören. Zugleich schickte sie mir eine von ihr bearbeitete Version, wobei der mittig aufgenommene Pfahl durch Bildbeschnitt nach links rückte, die Insel nicht mehr drauf war und - natürlich - der schwarze Fleck verschwunden (retuschiert).

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich mit einer Expertin für Naturfotografie kommunizierte.

Nun hat Jana ihr Fotobuch "Naturfotografie - mal ganz anders" fertig gestellt und mit großen Interesse begann ich mit der Lektüre und - soviel kann ich schon jetzt sagen - dieses Buch fesselt mich wie kein anderes Sachbuch in den letzten 10 Jahren.

- Erste Eindrücke

Zunächst möchte ich euch meine sehr subjektiven ersten Eindrücke über das Buch mitteilen, die mir kamen, als ich das Buch erstmals in die Hand nahm und durchblätterte:

- Ganz schön schwer (= qualitativ hochwertiges Papier),

- wunderschöne Farbgestaltung des Covers, aber auch aller Buchseiten (keine Buchseite ohne Foto),

- viele Beispielbilder (mit Aufnahmedaten und zumeist auch ausführlichen Erklärungen zu ihrer Entstehung),

- die Anordung der Fotos im Buch variiert ständig (somit wird sich das Auge niemals gelangweilt fühlen),

- übersichtliche Einteilung nach Schwerpunktthemen (= man muss das Buch nicht von der ersten bis zur letzten Zeile lesen, sondern kann sich heraussuchen, was gerade von Interesse ist), dabei überwiegen quantitativ klar die praxisorientierten Themen,

- theoretische Grundlagen werden auch vermittelt, aber beschränken sich auf das notwendige Minimum, das nötig ist, um gute Fotos zu machen,

- integriert sind viele Übungen (Jana unterscheidet zwischen "Kreativübungen" und "Fotoübungen" - darüber später mehr,

- Praxistipps für das "Postprocessing" (hier lernen wir vor allem den Umgang mit der Software "Lightroom" - aber immer aus der gerade dargestellten Problematik heraus, sodass es stets nur einige wenige Tipps sind, die sofort ausprobiert werden können, sofern man über die Software verfügt),

- fundiert begründete Hardwaretipps im Hinblick auf Kamera, Objektive und Filter ("weniger ist mehr")

- Ermunterung zum Experimentieren und - sicher sinnvolle - Regeln auch mal zu brechen, wenn eigenes Gefühl, Stimmung und Motiv danach verlangen.

- integrierte "Gastbeiträge" von FotografInnen zu bestimmten Themen,

- ein Kompendium, das inhaltlich zum Thema "Naturfotografie" auf den ersten Blick eigentlich keine Wünsche offen lässt

Meinem ersten Eindruck nach richtet sich das Buch sowohl an ambitionierte Anfänger wie auch an Fortgeschrittene, die auf der Suche nach neuen Anregungen sind.

- Auf Gefühle hören, ästhetische Naturfotos erstellen

Auf Gefühle hören... ??? Nein, wir sind nicht in einer Selbsterfahrungsgruppe oder in einem psychologischen Seminar. Obwohl ... einige der im Buch vorgestellten Übungen erinnern schon ein wenig an Selbsterfahrung.

Wer glaubt, dass Naturfotografie lediglich das Ergebnis aus der Berechnung von Entfernung, Blende und Zeit ist, wird vermutlich technisch ansehnliche Fotos machen, aber diesen Fotos wird etwas ganz Wichtiges fehlen: Ausdruckskraft, Ausstrahlung, das Bedürfnis des Betrachters beim Foto zu verweilen und es in sich aufzunehmen. Eher wird eine flüchtige Betrachtung gefördert, um sich dann schnell einem anderen Bild zuzuwenden. Fotos, die ausschließlich das Ergebnis der Anwendung fotografischen ("technischen") Handwerks sind, fehlt häufig das Element der Emotionalität, das erkennbare Herzblut der Person, die hinter der Kamera gestanden hat.

Wer aber andererseits das Handwerk gar nicht versteht, wird ebenso wenig hochwertigen Fotos machen können. So sollten schon Grundkenntnisse der Fotografietechnik vorhanden sein oder der Wille da sein, solche zu erwerben. Jana Mänz möchte uns in ihrem Buch beides vermitteln: Eine individuelle emotionsgeleitete Betrachtung des Motivs und dessen fotografische Gestaltung wie auch Grundkenntnisse der Handhabung der Kamera, des Bildausschnitts, des Einsatzes von Filtern und Stativ (wenn nötig) sowie des "Postprocessings", also der Nachbearbeitung des Fotos am PC.

Beides ist Bestandteil dessen, was Jana "kontemplative Fotografie" nennt. Ihr Anspruch ist es, ästhetische Fotos zu gestalten, die mehr sind als nur gut gemachte Motivablichtungen. Ein ästhetisches Foto bezieht immer die kreative Individualität des Fotografen / der Fotografin mit ein, die ganz individuelle Sicht auf das Motiv.

Lassen wir Jana Mänz selbst sprechen, denn sie bringt die Dinge auf den Punkt:
"Fotografie ist für mich eine Möglichkeit, meine Gefühle auszudrücken, mir geht es weniger um die Dokumentation eines Moments beziehungsweise eines Objekts oder die technische Perfektion der Fotografie. Das heißt aber auch nicht, nur intuitiv ohne technische Kenntnisse zu fotografieren. Der Dreiklang aus Komposition, Thema und Seele macht aus einem beliebigen Schnappschuss eine Fotografie mit Wirkung. (...) Erst wer die Kamera intuitiv bedienen kann, ist gedanklich frei für das Sehen und kann seinen Emotionen ungehindert Ausdruck verleihen." (S.126)

Das Ziel dieses Prozesses wird es nicht sein "ein technisch absolut richtiges und gutes Foto anzufertigen, das dann auch noch allen anderen gefällt" (S. 127), sondern ein Foto, das eine ästhetische Wirkung entfaltet, das vielleicht nur Dir selbst gefällt, weil Du evtl. eine Geschichte mit seiner Entstehung verbinden kannst.

Diesem Anspruch folgend baut die Autorin zwei Typen von Übungen in ihr Buch ein: "Fotoübungen" und "Kreativübungen".

Fotoübungen dienen der Erweiterung der Kenntnisse im Umgang mit dem Gerät, der Anwendung von Regeln, der Erfassung von Motiven sowie des Postprocessings.

Beispiel für eine ganz kurze Fotoübung:
"Aktivieren Sie in Ihrer Kamera die Gitterlinien. Diese können Ihnen während der Aufnahme als wichtiges Kompositionshilfsmittel für den Goldenen Schnitt oder die Drittelregel dienen." (S.43)

Kreativübungen dagegen sollen den Blick des Schaffenden erweitern, emotionale Blockaden lösen, helfen, neue Ideen zu entwickeln, zu experimentieren, bekannte Dinge neu und anders wahrzunehmen.

Beispiel für eine Kreativübung:
"Gehen Sie raus und beobachten Sie das Licht. Achten Sie auf Licht und Schatten und woher das Licht kommt. Wiederholen Sie die Übung beim täglichen Spaziergang, beim Einkaufen, im Winter, im Sommer, morgens, abends - zu den unterschiedlichsten Zeiten. Schauen Sie in die Sonne und beobachten Sie, wie das Licht sich beim Drehen um die eigene Achse ändert. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gespür für die schönsten Lichtstimmungen." (S.77)
Ihr seht, ein bisschen "Selbsterfahrung" ist bei den Kreativübungen schon enthalten.

- Gestaltungsregeln kennen, anwenden und ggf. auch brechen

Stell Dir einmal eine "auf den Rücken gekippte Neun" (9) in einem Rechteck vor ( das Rechteck könnte unser Kamerasucher oder auch das Display sein, falls die Kamera nicht über einen Sucher verfügen sollte ). Den geschlossenen Teil der Neun stellst Du Dir als Spirale vor. Nun ziehe - gedanklich - die Spirale in den oberen rechten Teil unseres Rechtecks und den offenen Schenkel in die linke obere Ecke ( der offene Schenkel der Neun wird sich dadurch natürlich entsprechend verlängern ) . Die Spirale im "Kopf" der Neun sollte sich dann etwa im oberen rechten Drittel unseres Rechtecks befinden. So in etwa sieht - laienhaft erklärt - die "Goldene Spirale" aus.

Wozu diese gedankliche Übung? Ganz einfach: Wir sind es gewohnt, unsere Motive mittig zu zentrieren. Dadurch bekommen sie - nicht immer aber oft - ein "Null-Acht-Fünfzehn"-Aussehen. Vermutlich 90% der auf unserem Planeten geschossenen Fotos haben das Hauptmotiv in der Mitte. Die Goldene Spirale ermöglicht es uns aber, einen anderen Blick auf das Motiv einzunehmen. Hier befindet sich das wichtige Bildelement in der gedanklich vorgestellten Spirale - also im oberen rechten Drittel unseres Suchers oder Displays. Die fotografierte "Welt" erhält dadurch einen völlig anderen Ausdruck.

Natürlich können wir unsere Goldene Spirale auch drehen und kippen, das Hauptmotiv erscheint dadurch immer in einem anderen Winkel unseres Sucherfeldes oder Displays und auch der Schenkel würde sich entsprechend verlagern.

Die Autorin erklärt: "Die Goldene Spirale ist vor allem für die Landschaftsfotografie wichtig. Platzieren Sie das zentrale Element Ihres Bildes in der kleinsten Spiraldrehung und lassen Sie andere Elemente wie das Gewässer, die Wiese, die Bergkette oder die Baumreihe dem Pfad der Spirale folgen. So entsteht eine ästhetische Komposition." (S.45)

Solche Fotos bedürfen u.U. einer Korrektur der automatischen Fokussierung der Kamera oder aber der Wahl eines anderen Fokuspunkts im Messfeld unserer Kamera, weil die automatische Messung in der Regel mittenfeldbetont abläuft, d.h. das gewünschte Motiv in der Spirale würde durch die automatische Nach-Justierung des Objektivs ggf. unscharf, weil die Kamera sich einen anderen Schärfepunkt suchen wird als den gewünschten in der Spirale. Wie ihr die Kamera "austricksen" könnt, erfahrt ihr auch in dem Buch.

Die Goldene Spirale ist übrigens real existierenden Elementen aus der Natur nachempfunden: Nautilus-Muschel, Schnecken, Farne, das menschliche Ohr können als Quasi-Modelle für die Goldene Spirale gelten.

Nicht jedes Motiv eignet sich für die Anwendung der Goldenen Spirale. Deshalb gibt es einige andere Gestaltungsregeln, die ich hier aber nur nennen und nicht weiter erläutern möchte, denn all diese Regeln sind bei Jana Mänz anwendungsnah beschrieben und mit Fotobeispielen unterlegt, so dass ihr über die Lektüre einen viel besseren Einblick erhaltet, als ich es hier auf der reinen Textebene veranschaulichen könnte.

Das Buch "NATURFOTOGRAFIE - mal ganz anders" gibt uns Einblick in die folgenden Gestaltungsregeln:

- Goldener Schnitt ( das Bild wird in einem bestimmten Teilungsverhältnis aufgeteilt - ohne Bildmaterial eigentlich kaum sinnvoll zu erklären )
- Goldene Spirale ( siehe oben )
- Drittelregel ( das Bild wird in drei gleiche Ebenen aufgeteilt )
- 80/20 - Regel ( das Bild wird in zwei ungleiche Ebenen aufgeteilt )
- Hoch, quer oder quadratisch: Standardbildformate

Vielfach lassen sich die Regeln auch im Postprocessing, also im Bildbearbeitungsprozess am PC, nachträglich optimieren.

Das sind sie auch schon - die Basisregeln für die Bildkomposition. Aber auch hier gilt, was ich bereits weiter oben als Anliegen der Autorin angedeutet habe:
"Es gibt keine Regel, die Sie nicht brechen dürfen. Ob Sie nun eine dieser Regeln anwenden oder nicht, das entscheiden Sie. Nur weil man den Prinzipien folgt und eine harmonisch komponierte Fotografie nach allen Regeln der Kunst schafft, heißt das noch lange nicht, dass die Fotografie spannend ist, eine Geschichte erzählt oder Empathie erzeugt. Diese Regel sind kein Allheilmittel, sondern lediglich als Hilfsmittel zu verstehen." (S.45)

- Streifzug durch die Themenliste

Ein Sachbuchinhalt wird niemals vollständig auf die Bedürfnisse eines einzelnen Lesers abgestimmt sein können, das liegt in der Natur der Sache - und gerade Fotografie eröffnet so viele Möglichkeiten, dass zumeist erheblich mehr Themen angesprochen werden, als sie der einzelne Leser verwerten kann. So ergeht es mir auch mit dem Buch von Jana Mänz . Das Themenspektrum zur Naturfotografie ist so breit gefächert, dass es meine Bedürfnisse und Möglichkeiten bei weitem übersteigt. Das hat aber auch einen Vorteil, denn Bedürfnisse sind bei jedem Leser verschieden, sodass sicher auch Rezipienten mit speziellen Interessen auf ihre Kosten kommen können. Ich möchte hier also zunächst die Spezialgebiete nennen, denen ich mich vermutlich in absehbarer Zeit n i c h t widmen werde, die aber eventuell für andere Leser von Interesse sein könnten:

- Gastbeitrag: Sternenspuren am Teufelstisch (Nachfotografie der besonderen Art, fantastisch, aber eher etwas für jüngere Fotobegeisterte)
- Gastbeitrag: Nachts am zugefrorenen See (brrr, da fror ich schon beim Lesen)
- Gastbeitrag: Polarlichter (wunderschön, aber für mich mit 63 Jahren eher nicht mehr umsetzbar)
- Gastbeitrag: Feuer und Eis (Vulkanfotografie im Winter)
- Gastbeitrag: Magic Garden (Surreal wirkende Naturbildkompositionen in einem speziellen Scannerverfahren erstellt)
- Gastbeitrag: Faszination Wespen (sehr aufwändige technische Voraussetzungen und Spezialequippment zur Umsetzung nötig)
- Gastbeitrag: Insektopia - Ameisenfotografie (nur mit Hilfe mehrerer Blitzgeräte umsetzbar)

Ihr seht schon, das sind die Spezialgebiete in der Naturfotografie und durchweg Beiträge von Experten auf diesem Gebiet, also eher etwas für sehr ambitionierte Fotokünstler.

Alle anderen Themengebiete zur Naturfotografie - und das sind immerhin mehr als 80% des Buchinhalts - könnten auch für mich in Frage kommen. Sie haben mein Interesse geweckt und mich in einigen Fällen zum sofortigen - und erfolgreichen - Experimentieren veranlasst (z.B. das fotografische Produzieren von "Lichtsternen").

Jana Mänz folgt in ihrem Buch dem Prinzip: Ein Thema muss - inklusive aller Beispielfotos - auf eine Doppelbuchseite passen. Dieses Prinzip hält sie auch stoisch ein. Bis auf zwei Ausnahmen: Ihr Bericht über ihren zweimonatigen Winterurlaub auf Rügen ( "Fotoprojekt Rügen - eine Winterreise" ) nimmt drei Doppelseiten in Anspruch. Das sei ihr verziehen, denn dieses Thema ist wie alle Themen sehr liebevoll konzipiert und gibt - neben den fotografischen Details - auch reichlich Aufschluss über ihr Empfinden in der winterlichen Einsamkeit dieser schönen Insel.
Aber auch die Abschnitte zum Postprocessing sind länger geraten, was aber in der Natur der Sache liegt. Wenn ich die Bildbearbeitung am PC sinnvoll erläutern möchte, brauche ich - um verständlich zu bleiben - auch etwas mehr Raum.

Insgesamt enthält das Buch ziemlich exakt 100 Themen. Allein diese Zahl zeigt schon, wie vielfältig das Buch angelegt ist und dass wirklich jeder Fotofan etwas in diesem Buch finden wird - seien es nun

- Ausrüstungsfragen,
- Kompositions - und Stilmittel,
- Motivfragen,
- Die Veränderung des Lichts im Tagesablauf,
- Umgang mit "Inspirationslöchern",
- Wetterfotografie,
- Jahreszeitenfotografie
- Langzeitbelichtungen,
- Waldfotografie,
- Tierfotografie,
- Blumenfotografie
- Gegenlichtaufnahmen,
- Perspektivenwechsel,
- Nebelfotografie,
- Nachtfotografie,
- Makrofotografie,
- Zauber des Bokeh,
- komplexe Landschaftsaufnahmen,
- Panoramen und Panografien,
- Schwarz - Weiß - Aufnahmen
- Handyfotografie
- und auch die Arbeit in der digitalen "Dunkelkammer",
um hier nur einige zu nennen.

Sehr interessant fand ich übrigens auch das Thema "Mit Kindern die Natur fotografieren", was ich vor allem Eltern empfehlen möchte!

Die Reduktion auf jeweils eine Doppelseite pro Thema lässt niemals Langeweile beim Lesen aufkommen - im Gegenteil: bei mir hat es meine Neugier entfacht zu erfahren, was wohl als nächstes kommen wird. Das ausgewählte Bildmaterial hat mich vielfach entzückt und / oder in Erstaunen versetzt und den Wunsch wachsen lassen, ähnlich gelungene Fotoergebnisse zu erzielen.

Die Themen in ihrem Buch folgen keiner hierarchischen Kapitelordnung, sondern sind jeweils kleine, in sich abgeschlossene Einheiten. Das macht es auch problemlos möglich "quer" zu lesen, d.h. sich zunächst die Inhalte herauszusuchen, die den geneigten Leser besonders interessieren. Sollte ich mich im Augenblick z.B. besonders für Wetterfotografie interessieren, so suche ich mir die entsprechenden Themen (S.100 - 115, wie z.B. Wolken, Regen, Schneeflocken und Raureif) und lasse mich inspirieren. Sollte ich mich dagegen im Augenblick eher mit der Frage der Komplettierung meiner Ausrüstung beschäftigen, suche ich die Seiten über "Kamera und Objektiv" (S.29), "Zubehör, das wirklich wichtig ist" (S.31) sowie "Graufilter, nice - to - have" (S.33).

So kann ich mit jedem Thema verfahren. Ich muss also das Buch nicht von Alpha bis Omega lesen, sondern picke mir die Themen heraus, die mein Interesse aktuell besonders fesseln. Aber ich verspreche euch, ihr werdet den Wunsch entwickeln, auch weitere Themen zu erforschen und euer fotografisches Know - How weiter zu entwickeln. Jana Mänz macht uns auf vieles neugierig, was wir bisher noch nicht ausprobiert haben und weckt den Wunsch, unser fotografisches Können zu erweitern bzw. zu vervollständigen.

Am Ende ihres Buches beschäftigt sich die Autorin mit dem "Postprocessing" (obwohl auch innerhalb einzelner Motivthemen bereits Tipps enthalten sind). Das entspricht der Logik des Entstehungsprozesses von Fotos: zunächst entdecken wir die Liebe zur Fotografie (z.B. durch das Anschauen von Fotos oder Besuchen bei Google+ ), dann beschaffen wir uns das Equipment (das Fotohandy, eine Digitalkamera oder eine Spiegelreflexkamera, ggf. ein Stativ und Zusatzobjektive), um damit auf Motivsuche zu gehen und Bilder zu erstellen. Erst im letzten Schritt übertragen wir die Fotos auf den PC, um sie in der Nachbearbeitung zu vervollständigen.

- Synopse

Was hat mich an dem Buch fasziniert?

Äußerer Eindruck:

"NATURFOTOGRAFIE - mal ganz anders" ist ein im wahrsten Sinne des Wortes "schönes" Buch. Der Einband ist in einem Cyanton gedruckt, freundlich für das Auge, das Cover ist wasserabweisend und lässt sich abwischen, es wird auch längere Strapazen schadlos überstehen. So kann man das Buch auch mit auf die Reise nehmen und sich Anregungen direkt vor Ort holen, ohne fürchten zu müssen, das es sich alsbald in sich selbst auflöst.
Ebenso augen - und leserfreundlich ist auch die Gestaltung des Buchinneren, abwechslungsreich, farbenfroh, reichlich illustriert. Auch das Papier im Buch ist hochwertig und strapazierfähig.

Die Inhalte:

Die Inhalte folgen keiner hierarchischen Kapitelordnung, sondern stehen jeweils für sich. Ein Buch, das es möglich macht, selektiv zu lesen, sich - je nach Interesse - das herauszusuchen, was den Fotofreund gerade am meisten interessiert. Das Inhaltsspektrum lässt kaum Wünsche offen. Naturfotografie wird wirklich in ihren reichhaltigsten Facetten beschrieben (rund 100 Themen auf 224 Seiten). Vielfalt ist Trumpf. Selbst ambitionierten Themen bietet das Buch reichlich Raum. Das Inhaltsverzeichnis erlaubt uns einen Schnellüberblick über das Themenspektrum, wer aber noch selektiver lesen möchte, ruft am Ende des Buchs den Index auf, der von A bis Z auf knapp drei Seiten alle wichtigen Stichwörter sowie die im Buch zitierten Namen enthält. Hier werden z.B. auch alle Seiten mit Foto- und Kreativübungen aufgelistet. Zudem findet sich ein Bildnachweis aller nicht eigener Fotos (z.B. der Gastbeiträge) am Ende des Buches.

Das Buch bietet sowohl dem Anfänger als auch dem ambitionierten Fotografen eine Menge Anregungen. Übungen zu einzelnen Themen runden das Bild ab, wobei "Fotoübungen" der konkreten "Handhabung" des Themas dienen und "Kreativübungen" den Blick weiten sollen bzw. das schöpferische Tun vervollständigen helfen.

Die Inhalte ließen für mich auch einen klaren Aufforderungscharakter erkennen. Schon beim Lesen überkam mich die Lust, einzelne Dinge auszuprobieren. Sehr oft habe ich während der Lektüre meine Kamera in die Hand genommen, bin in den Garten gegangen und habe auf der Basis dessen, was ich vorher gelesen hatte, zu experimentieren angefangen.

Und noch eins hat das Buch bewirkt: Ich bewege mich nun viel aufmerksamer durch die Natur. Selbst beim Joggen merke ich mir Stellen, die ich unbedingt mit der Kamera aufsuchen möchte und - sozusagen in einem zweiten Lauf - mit der Kamera erschließen will.

Ich bin überzeugt, dass es euch ähnlich ergehen wird, wenn ihr das Buch einmal in der Hand haltet und euch darin vertieft.

Was hat mich an dem Buch gestört?

Das oben beschriebene Positive beeinhaltet aber auch einige Nachteile. Je schöner ein Buch gestaltet ist, desto weniger lässt es sich als "Arbeitsbuch" verwenden. Ich bin es seit meinem Studium gewohnt Bücher und Texte "mit dem Stift" zu lesen, d.h. wichtige Dinge zu markieren - entweder mit einem Textmarker oder durch Anmerkungen am Rand. Das ist bei diesem Buch nur sehr begrenzt möglich, weil viele Seiten im Buntdruck verfasst sind und auch die Textfarbe je nach Seitenlayout mal schwarz, mal weiß ist und viele Texte über die integrierten Fotos gesetzt wurden. Das ist optisch zwar sehr ansprechend, kommt meinen Bedürfnissen, ein Sachbuch als Arbeitsbuch anzusehen aber wenig entgegen. Zum Glück sind aber die meisten der "Übungen" in schwarzer Schrift auf hellem Untergrund, sodass sich zumindest diese vom übrigen Text deutlich abheben und auch markiert werden können. Ansonsten habe ich überall, wo es farbig ist, den Bleistift benutzt (Unterstreichungen und Randkommentare), aber auch das hatte einen nicht zu verkennenden Nebeneffekt: die Druckerfarbe auf der folgenden Seite wirkte wie "Blaupapier", d.h., die Linien bzw. die Schrift waren dann nicht selten auch auf den folgenden Seiten zu sehen.
Das hat der Freude am Lesen allerdings keinen Abbruch getan. Ich habe diese Einschränkungen für mich als den "Preis für die Schönheit" angesehen.

Noch einen weiteren - diesmal inhaltlichen - Kritikpunkt möchte ich ansprechen. Sämtliche Tipps, Hinweise und auch Themen zum Postprocessing beziehen sich auf die sehr teure Software Photoshop und Lightroom von Adobe. Zwar werden auch andere - preiswerte - Produkte wie z.B. Gimp, Photoshop Elements und Picasa kurz erwähnt, aber niemals auf der wirklichen Anwendungsebene. Da wo der digitale Dunkelkammerprozess beschrieben wird, geht es immer um die teuren Produkte.

Fazit:

Wenn ich nun nach ausgiebiger Lektüre erneut entscheiden müsste, ob ich mir das Buch von Jana Mänz anschaffen sollte oder nicht, so kann ich sagen, ich würde es auf jeden Fall tun. Die Vielzahl der Anregungen zum fotografischen Erfassen der Natur überwiegt sehr deutlich die eher marginalen Kritikpunkte. Das Postprocessing bildet nicht den Schwerpunkt des fotografischen Kreativprozesses. Die Anwendung von fotografischen Kompositionsregeln, die Handhabung der Kamera, die Gestaltung des Motivs stehen an der ersten Stelle. Und im Postprocessing lassen sich schöne Zusatzeffekte auch mit einfachen Mitteln und preiswerten Softwareprogrammen erstellen. Hier sollte jeder Anwender sich zunächst einmal nur mit einem einzelnen Programm intensiver beschäftigen. Sollte er dann irgendwann einmal an eine Grenze stoßen, wird er die Anschaffung teurer Software sicher in Erwägung ziehen - aber dann hat ihn der "Fotovirus" ja schon lange erwischt.... ;-).
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am 15. Mai 2014
In diesem Buch wird von einer Profi-Fotografin, der es hier ausdrücklich um die Naturfotografie geht, für etwas geworben, das von sehr vielen Naturfotografen abgelehnt wird.
Naturfotografie wird oft etwas einseitig als die unverfälschte Abbildung der Natur verstanden. Eingriffe durch nachträgliche Bearbeitung sind verpönt. Diese puristische Einstellung hat ohne jeden Zweifel einen hohen dokumentarischen und ästhetischen (auch ethischen) Wert. Tierfotografen sind das klassische Beispiel.
Aber es gibt noch eine andere Art der Naturfotografie, die einen ganz anderen Ansatz verfolgt. Obwohl ihr Ansatz ein sehr subjektiver ist, kann das endgültige Bild, das in der Regel eindeutig einer nachträglichen Bearbeitung unterzogen wurde, eine zwar subjektive, aber nichtsdestotrotz sehr allgemein wirksame und von vielen Betrachtern als überzeugend empfundene Wirkung hervorrufen, die der gewissermaßen "inneren" Wahrheit z.B. einer Landschaft weitaus näher kommen kann als eine technisch perfekte, objektivere Aufnahme, die nicht bearbeitet wurde.
Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, daß die Gegenüberstellung dieser zwei sehr unterschiedliche Philosophien des Fotografierens in der Praxis häufig vermischt werden, sei es, weil man sich manche Dinge nicht bewußt macht oder weil man sie verschweigt.
Beide Ansätze gehen von dem aus, was der Fotograf sieht.
Der objektive Fotograf möchte das, was er sieht, so perfekt wie möglich ablichten.
Der andere Fotograf hingegen möchte das, was er beim Sehen empfindet, widergeben. Diese Empfindung ist ein sehr subjektives Phänomen, das oft sehr stark mit Emotionen oder Erinnerungen verbunden ist. Diese Empfindungen berühren den Fotografen in der Regel bei der Betrachtung seines Motivs, das vielleicht gerade in besonders schöner oder dramatischer Beleuchtung vor ihm liegt oder das ihn an ein Buch oder ein Gemälde erinnert, welches für ihn bislang der Inbegriff gerade dieser Landschaft oder dieses Motivs war.
Sein Ziel ist es, diese seine Empfindungen in seinem Bild so darzustellen, daß spätere Betrachter dies buchstäblich nachempfinden können und im Idealfall ebenso begeistert sind, wie er es war. Auch, wenn er ein technisch sehr versierter und bestens ausgerüsteter Fotograf ist, wird er zu Hause dann sehr oft feststellen müssen, daß das Foto nicht ausreichend das vermittelt, was ihn so begeistert hatte.
Die zweite Klippe ist das Papierbild, das er im Endeffekt vielleicht anstrebt. Einfach, weil Licht (für Landschaftsfotografen sicher einer der wichtigsten bildbestimmenden Faktoren) auf dem Monitor Licht bleibt, auf dem Papier hingegen lediglich eine farbige oder gar weiße Fläche ist.
Hier kann der Fotograf durch diverse Bearbeitungsschritte versuchen, letztlich doch noch zu einem Ergebnis zu gelangen, das seine starken Empfindungen, die er während des Fotografierens bei sich registrieren konnte (und die oft eine Art Hochgefühl für ihn bedeuten) auch auf dem Papierbild verdeutlichen und übermitteln kann.
Von mir selbst weiß ich, daß die Arbeit am Computer bei einem gelungenen Bild dann ein nochmaliges Hochgefühl erzeugen kann, was ich als sehr beglückend erlebe.
Das Buch von Jana Mänz tut nun etwas, das ich (ganz persönlich) als außerordenlich wichtige Botschaft empfinde: Es ermuntert dazu, sich zum subjektiven Ansatz der Naturfotografie freudig zu bekennen und die Überzeugung, daß das wahre Gesicht einer Landschaft viel mehr sein kann als ein dokumentarisches Abbild, ohne Minderwertigkeitsgefühle zu vertreten. Wie weit man bei der Bearbeitung gehen will, ist in erster Linie eine Frage des ganz persönlichen Geschmacks, des Stilempfindens und vielleicht auch der Kenntnisse über die (gemalten) Bilder unserer Vorfahren. Und sie sollte sicher nicht die immer wiederkehrende stereotype Anwendung einer bestimmten Technik (z.B. HDR) sein. Immer aber sollten die erzeugten Bilder mehr oder weniger auch Facetten einer "inneren Wahrheit" der Landschaften und Naturobjekte sein. Denn eine objektive Wahrheit ist vermutlich kaum zu definieren. Es geht also nicht um bestimmte Techniken an sich oder gar die Empfehlung, bestimmte Techniken oder Tricks ständig anzuwenden, sondern um die Ermutigung, bestimmte (im Einzelnen jeweils gut erläuterte) Techniken sowohl beim Fotografieren als auch bei der Bearbeitung einzusetzen, um das Subjektive beim Erleben der Natur überzeugend zu vermitteln.
Daß die Beispielbilder schön und aussagekräftig sind, wurde bereits von vielen Rezensenten betont, und ich möchte darauf hier nicht weiter eingehen. Ebenso wurde in allen Rezensionen der wohltuende Appell der Autorin hervorgehoben, Fragen der technischen Ausrüstung einen geringeren Stellenwert beizumessen als der Freude beim Fotografieren selbst.
Mich hat übrigens streckenweise auch der zum Teil sehr persönliche Stil des Textes berührt. Das paßt auf andere Weise sehr zu der oben dargestellten Botschaft.
Das Buch war mir vor allem eine Ermutigung.
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am 11. April 2014
„ Es geht im Prozess des Fotografierens weniger um das Endprodukt, als vielmehr um unsere Wahrnehmung. Wenn wir mit offenen Augen durch die Natur laufen und lernen, genauer hinzuschauen, entdecken wir die wahre Schönheit der Natur der Dinge.“
Dieses Zitat von Jana Mänz aus Ihrem Buch: Naturfotografie - mal ganz anders -, beschreibt schon viel über den Inhalt des Buches.
Nachdem ich Jana Mänz bereits über google+ und ihre diversen blogs kennengelernt habe, war ich neugierig auf Ihr Neues Buch über Naturfotografie, hatte ich doch schon Ihr Fotobuch „ Rügen- eine Winterreise“ mit Begeisterung gelesen.
Und gleich vorweg, wenn ich diese Zeilen schreibe, bin ich noch lange nicht am Ende dieses Buches angelangt. Dazu ist es, wie ich finde, auch nicht angelegt. Die vielen Foto- und Kreativübungen sind nicht dazu gedacht, sie einfach zu überlesen. Jana Mänz fordert in Ihrem Buch immer wieder aufs Neue dazu auf, hinaus in die Natur zu gehen und diese selbst zu erleben, mit den eigenen Augen und Gefühlen wahrzunehmen, um diese dann in einem Bild darzustellen. Dazu bietet sie immer neue Übungen an, die ich ausprobieren kann. Darauf liegt auch der Schwerpunkt in diesem Buch. Neben Tips zum Umgang mit Blende, Zeit und Objektiven,wie wir sie schon aus vielen anderen Büchern zur Fotografie kennen, steht in diesem Buch die eigene Wahrnehmung der Natur im Vordergrund. Diese Wahrnehmung soll dann Ausdruck in den gemachten Fotos finden. Sicher auch nichts Neues, aber in Zeiten, in denen alles immer technisierter wird und Fotografie nur so gefüllt ist von technischer Raffinesse, eine wohltuende und m.E. notwendige Erinnerung an das, was Naturfotografie wirklich ausmachen kann: die Einmaligkeit des Augenblicks und die Schönheit der Natur.
Bei all Ihren Hinweisen zur Wahrnehmung und den bereits angesprochenen Übungen, bleiben jedoch die technischen Tips nicht außen vor. Sie stehen sicher nicht im Vordergrund, aber Sie finden sich in regelmäßigen Abständen zu den verschiednen Fototechniken. Seien es nun Langzeitbelichtungen, Nachtaufnahmen, Aufnahmen mit Flairs, Fotografieren bei verschiednen Lichtsituationen, Makros und so weiter. Fast alle gezeigten Bilder sind mit den Angaben zu Blende, Zeit, Brennweite und ISO-werten versehen. Gerade für Amateure eine wichtige Hilfe zum Lernen.
An dieser Stelle hätte ich mir noch mehr Hinweise, z.Bsp. in Form vergleichender Bilder gewünscht, die die abgedrucken Fotografien vor und nach der Bildbearbeitung zeigen. Auch eine gute Lernhilfe für Amateurfotografen, wie ich finde.
Neben ihren Bildern und Texten finden sich verschiedene Gastbeiträge zur Naturfotografie. Ganz eigene Bilder sind hier zu sehen. Wenn mir selbst auch zu technisch, so zeigen die Bilder von Wolfgang Korazija, Wespen aus einer ganz besonderen Sichtweise. Dabei wird deutlich, dass bei all den Aufrufen, uns Zeit zu nehmen für die Wahrnehmung der Natur, auch technisches Know how gefragt ist und uns hilft, die Dinge, die wir fotografieren auch so darzustellen, dass das, was wir beim Fotografieren erlebt haben, auch im Bild für den Betrachter spürbar wird.
Weiter gibt es im hinteren Teil des Buches einige Einblicke in die Bildbearbeitung mit Photoshop oder Lightroom. Die Tips hier setzen aber bereits Grundkenntnisse der diversen Programme voraus und ersetzen keine Bücher zu Programmen der Bildbearbeitung. Was aber an dieser Stelle noch einmal deutlich wird, ist der Grundgedanke des Buches. Alles ist erlaubt, was dazu dient, ein Bild zu gestalten, das Emotionen weckt. Hier gefällt mir persönlich das Einbinden von Texturen in eine Fotografie am besten.
Dass dazu auch technische Kenntnisse der Kamera und der Bedienung von Bildbearbeitungsprogrammen notwendig sind, stellt dieses Buch sicher nicht in Frage. Es erinnert mich aber immer wieder daran, dass das Fotografieren in erster Linie aus dem intensiven Beobachten und Fühlen entsteht. Die Bilder müssen dies wiederspiegeln, wollen sie nicht vor lauter Technik langweilig wirken.
Damit gehört diesen Buch in jedes Bücherregal eines Fotografen, der sich gerne daran erinnern lässt.
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am 21. April 2014
Ein sehr umfangreiches Buch zum Thema Naturfotografie und das ist tatsächlich mal anders.
Jede Doppelseite widmet sich jeweils einem Thema. Dabei werden alle möglichen Wetterlagen thematisiert, sodass sich beim Lesen schon gar keine Ausrede mehr finden lässt, warum man gerade nicht fotografieren kann.
Die wunderbaren Bilder und auch die Texte machen richtig Lust sofort raus in die Natur zu gehen völlig unabhängig vom herrschenden Wetter.

Den Schreibstil empfand ich als sehr verständlich und angenehm, das Buch ist gespickt mit Kreativ- und Fotoübungen und vielen Linktipps, sodass man auch weiterführend noch eine ganze Menge Inspiration finden kann.
Sehr gut gefällt mir an dem Buch, dass der Fokus wirklich auf dem Erlebniss Natur und dem Festhalten von Stimmungen und Emotionen liegt und nicht auf technischer Perfektion. Ausschweifendes Technik-Geplänkel sucht man hier vergeblich und schon früh wird klar, dass es nicht auf hochprofessionelles, teures Equipment ankommt. Ganz nach dem Motto "Alles kann, aber nichts muss." setzt die Autorin auf eine minimalistische Ausrüstung.

Auf verschiedene Bearbeitungsmöglichkeiten wirds ebenso eingegangen wie z.B. auf das Zusammensetzen von Panoramen und im Speziellen das Erstellen von sogenannten "Little Planets", was ich persönlich ganz besonders interessant fand.

Ebenfalls sehr spannend sind die vielen Gastbeiträge anderer Fotografen, die nochmal neue Sichtweisen und Techniken auf und in der Natur- und Landschaftsfotografie aufzeigen. So entsteht eine sehr bunte Mischung, die die große Vielfalt der Naturfotografie deutlich macht und gleichzeitig bekommt man wirklich tolle Tipps und neue Ideen an die Hand.

Alles in allem ein sehr inspirierendes Buch, das ich sicher immer wieder aus dem Regal ziehen werde, wenn mich mal wieder ein Kreatief plagt und auf den ersten Blick alles trist, langweilig und unfotogen wirkt.
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am 17. August 2014
die Kindle Edition dieses Buches ist kaum lesbar, weil sie scheinbar nicht! auf 'Vektortext' basiert, wie es z.B. bei PDF oder dem echten Kindle-Book-Format der Fall ist. Stattdessen scheint es sich um eingescannte JPG oder GIF Seiten zu handeln. Das Lesen ist durch ständiges scrollen und vergrößern extrem'st unangenehm und macht auf dem Paperwhite überhaupt keinen Spaß :(
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am 18. April 2014
Das etwas andere Fotobuch, das mir sofort aus der Seele sprach. Abgesehen von dem wunderbaren Bildmaterial, macht auch Schreibstil und Inhalt Lust, sofort raus in die Natur zu gehen, bei jedem Wetter, jedem Licht. Sollte einmal der Biss fehlen oder auch scheinbar kein Motiv in der Nähe, hilft ein Blick in dieses Buch. Ungewöhnliche Perspektiven, Lichtstimmungen und Bildschnitte wecken die Phantasie. Die Kreativübungen, die in diesem Buch vorgeschlagen werden, lösen wohl auch die schlimmsten Blockaden. Diese Art der Fotografie beflügelt alle Sinne und sie werden durch dieses Buch geschult.

Sehr angenehm finde ich auch, dass ganz übliche Kameras und Objektive verwendet werden, keine hochspezifischen, unbezahlbaren Mittel, jeder etwas ambitionierte Hobbyfotograf kann da mithalten. Die Technik rückt in den Hintergrund, die Sinne des Menschen in den Vordergrund.

Die Bildbearbeitung kommt auch nicht zu kurz und ist dabei so verständlich beschrieben, dass wirklich niemand Scheu davor zu haben braucht.

Interessant auch die Gastbeiträge, die Sicht- und Vorgehensweisen anderer Fotografen. Viele davon habe ich auch vor diesem Buch schon interessiert begleitet.

Alles in allem ein sehr umfangreiches, dabei leicht verständliches, anregendes Werk. Jeder Fotobegeisterte, der die Natur liebt, wird sich wiederfinden und neue Impulse verspüren.

Daß Jana Mänz meine Heimat so liebt, wusste ich vor diesem Buch nicht. Das freut mich zusätzlich.

Ich fühlte mich sowieso immer schon sehr angesprochen von der Art der Fotografie und dem Schreibstil der Autorin.
Einfach grossartig!
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am 16. Februar 2015
Das Internet ist übersättigt mit herausragenden Landschafts- und Naturfotografien. Die Digitalfotografie und zahllose Tutorials erleichtern das Erlernen dieses Hobbys. Foren und Communities ermöglichen ein schnelles Zeigen, Teilen und Kommunizieren. Zweifellos sind all diese Punkte Vorteile für den Fotoenthusiasten im digitalen Zeitalter, aber sie können auch verwirren und entmutigen.
Leicht lässt man sich dazu verleiten, zu glauben, dass Landschaftsfotografie nur wertvoll ist, wenn sie spektakuläre Landstriche bei sensationellen Licht- und Wetterverhältnissen zeigt.
Wer nicht mindestens 10000 Follower und Likes bei Facebook und Co. hat, sollte am besten eh gleich aufhören. Wer seine Fotos kreativ bearbeitet, läuft Gefahr, am virtuellen Naturfotografen-Pranger zu landen.

Jana Mänz gibt in diesem Buch eine Einleitung in Technik, Gestaltung und Bearbeitung, die für den Anfänger sehr wertvoll ist. Was dieses Buch aber auch für fortgeschrittene Fotografen lesenswert macht, sind ihre geschilderten Erfahrungen als individuelle Fotografin in einer Interessengemeinschaft, die oftmals voreingenommen ist und sich selbst viel zu ernst nimmt.

Das Buch ist ansprechend und leicht verständlich geschrieben. Zahlreiche Bilder und Gastbeiträge inspirieren zum Ausprobieren neuer Bereiche und zum Erlernen neuer Techniken.
Jana ermuntert den Leser eigene Wege zu gehen, kreativ zu sein, zu experimentieren und vor allem Spaß zu haben.
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