Dieser Man schaffte es Blues, Soul, Funk und Cajun gleichermaßen unter einen Hut zu bringen und zeigte damit allen, daß im Blues noch mehr ging als ihn mit verzerrten Gitarren zu elektrifizieren. Das Tüpfelchen auf dem i neben seinem herrlich unangestrengten Sprechgesang, war aber da auch noch der von ihm erfunden ,laid back' Gitarrenstil.
J.J. Cale schuf sich mit dieser Platte sein eigenes Universum, indem nur er - bis heute - existiert (wie sich vor allem auf der nicht ganz geglückten Collab ,Road To Escondido' mit Clapton zeigt).
Da wird geshuffelt (,Call Me The Breeze') was das Zeug hält, Spannung aufgebaut mit minimalsten Mitteln (`Don't Go To Strangers' - ob sich Steely Dan je für diese - ähem - geborgte Akkordfolge für ,Do It Again' bedankt haben?), gefunkt und gesoult (,Woman I Love', ,After Midnight') und gecroont (,Magnolia' ,Crazy Mama') und trotzdem bleibt alles Blues. Die unangestrengte Lässigkeit mit der das rüberkommt erinnert tw. schon fast an Lounge Musik und hebt diese Platte einfach über alles, was in diesem Genre je versucht wurde. Dort wo Clapton rackern muß, um zu grooven, lehnt sich Cale mit einem Grinsen entspannt zurück und spielt - nein - entlockt, der Gitarre nur dort Töne, wo Clapton sonst die Pausen setzt; und bei den Vocals ist das so ähnlich.
Was diese Platte aber von den anderen Cale Veröffentlichungen abhebt - und sie mindestens eine Klasse besser macht: hier stimmt die Qualität der Songs. Eigentlich jeder ein Juwel für sich, und sollte er später auch noch gekonnt Rock (,Cocaine' als bekanntestes Beispiel) zu seinem Mix addieren und einige weitere songwriterische Geniestreiche (,The Sensitive Kind', ,Carry On', ,You Keep Me Hangin' On'.....) aus dem Ärmel schütteln, konsistenter und dichter war er auf Albumlänge nie wieder.