Das ist ganz großes koreanisches Kino, was Regisseur Min Byung-Chun da gezaubert hat. Eine komplexe Handlung, gelungene Effekte, triste Atmosphäre und wenigstens bei der Hauptfigur R, gespielt von Ji-Tae Yoo, ein gewisser charakterlicher Tiefgang. Und immer wieder begegnen dem Kenner von Ridley Scotts "Blade Runner" kleine Reminiszenzen an diesen großartigen Science-Fiction-Film, sei es die Nudelbar in der verregneten, neon-beleuchteten Straße, die Liebe zu einer künstlichen Frau oder die begrenzte Lebensdauer der Cyborgs. Die Macher bekennen sich auch offen zu dieser Bezugnahme. Dieser Film ist für das koreanische Kino sicher in Machart und Optik revolutionär.
Darüber hinaus bleibt aber weiterer Tiefgang hinter zahlreichen Schießereien und Prügeleien, Effekten und allzu glänzenden Hochglanzbildern zurück, und der Bezug zum "Blade Runner" beschränkt sich tatsächlich auf Settings, Figuren und Atmosphäre und ein paar Ideen. Fragen wie "Können Kunstmenschen menschlicher sein als echte Menschen?" und "Darf man künstliche Menschen mit eigener Intelligenz noch als Gegenstände behandeln?" werden hier gar nicht oder nur in Ansätzen gestellt, Cyborgs bleiben Gebrauchsgegenstände und Gefahrenherde. Hier geht es eher um die Fragen, wie weit Menschen für ihre Liebe zu gehen bereit sind, und wohin die Genforschung führen könnte.
Es bleibt also ein knallharter Science-Fiction-Actionfilm mit einer ganzen Reihe schöner Augenblicke, viel Zeitlupen-Ästhetik und einem extrem pathetischen Helden-Prügel-Showdown, der in seiner Überdramatisierung schon fast zum Schmunzeln anregt. Aber als solcher hat dieser Film einen großen Reiz, und wer einen Beweis sucht, dass heute in Südkorea technisch auf Hollywood-Niveau produziert wird, dem sei dieser Film wärmstens empfohlen.