Und ein weiterer Streich der finnischen Trolle. Im Jahre 2004 das Album des Monats in der 2. Ausgabe des Legacy. Und das nicht zu unrecht. Es ist wahrhaft trollischer Metal. Hier ist alles vertreten, Schnelles Geschepper, finsterer Gesang, und auch hier und da eine düstere und unheimliche Stimmung. Doch ist man schon ziemlich verwirrt, wenn man plötzlich ein Akkordeon vernimmt, das förmlich zum Schunkeln auffordert. Finntroll sind wie die Trolle ihrer Geschichten. Track eins beginnt sehr finster, man hört einen Schrei in den Wäldern erheben, dann beginnt die Musik. Schnell, unaufhaltsam und mächtig bahnt sich die Musik ihren Weg in den Gehörgang. Vom ersten Ton weg gefällt es mir. Ich verstehe zwar kein Wort, und doch sehe ich bei 'Elityres', dem zweiten Song, einen Troll durch den finsteren Wald hetzen, durch sein Reich, immer wieder zwischen den Bäumen kurz auftauchend und dann wieder ist er verschwunden. Er ist unterwegs, unheilvoll die Menschen heimzusuchen. Song Nr. 3, 'Fiskarens Fiende', ist schon fast ein Volkslied. Mitgröhl ' und Schunkelcharakter ist hier garantiert. Laut den Finnen selbst bedeutet es soviel wie 'Fischermanns Feind'. Ein Hammersong. Es folgt 'Trollhammaren', ein nicht minder starkes Volkslied. Dies war auch die Singleauskopplung. Und doch, so verrückt der Sound auch klingt, immer wieder kommt eine verträumte Stimmung auf. Die Atmosphäre haben Finntroll hervorragend eingefangen. Der Titelsong des Albums schließlich lässt uns eintauchen in den finsteren Wald, ich sehe die Sterne zwischen den Wipfeln der Bäume. Hier wird es einem schon etwas mulmig, weiß man doch, dass der Trollkönig in den Wäldern haust. Wenngleich ich überhaupt kein Wort schwedisch kann, so glaube ich doch, das eine oder andere übersetzen zu können, so wie es auch schon beim Vorgänger der Fall war. Es ist verrückt. Geschichten gehen einem beim Hören dieser Musik durch den Kopf, und man möchte am liebsten sofort des Nachts in den Wald gehen, um die Trolle aufzusuchen, mit ihnen zu feiern und zu singen oder gar auf Raubzug auszugehen. Mich selbst hat diese Musik zu meiner Geschichte über Gorban, den Magier inspiriert, der zu Beginn seiner Geschichte den Weg zu den Trollen findet. Absolut nichts Satanisches ist hier vertreten. Es geht nur um den Spaß. In 'Marknadsvisan' hört man die beiden Trolle, die in den Geschichten der Finnen schon immer ihr Unwesen treiben, über einen Marktplatz ziehen und alles verwüsten. Ja, hier wird auch das böse Gesicht der Trolle mal gezeigt. Zum Ende wird es schließlich noch besinnlich und gemütlich, wenn 'Rök' das Album ausklingen lässt. Leider ist das Album zu kurz, was als einziges bemängelt werden könnte. Alles in allem ist jeder Song eine Klasse für sich. Das ist trollischer Humppa-Metal. Die Finnen haben eine gemütliche, zum feiern, trinken und mitgröhlen einladende Atmosphäre geschaffen. Wenn Odin, der Weltenwanderer, dies Treiben sieht (oder besser: hört) so wird er sich mit Wohlwollen an der Finnen Feuer niederlassen und ihren Versen lauschen, während sie gemeinsam Met trinken und feiern. Feiern wir mit!